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Münchner Personalien : So plant der FC Bayern die Zeit nach Alaba

Ungewisse Zukunft: Jérôme Boateng (links) und David Alaba beim Sieg in der Champions League im August Bild: Picture-Alliance

In München tut sich etwas. Der Abgang von David Alaba ist fast sicher, die Zukunft von Jérôme Boateng unklar. Nun sprechen Karl-Heinz Rummenigge und Hansi Flick über die Überlegungen des FC Bayern für die Abwehr.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Der FC Bayern befasst sich bei der in diesem Sommer anstehenden Umgestaltung seiner Abwehr auch mit Dayot Upamecano vom Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig. „Wir werden uns natürlich damit befassen, nicht nur mit dieser Personalie, sondern grundsätzlich, auf welchen Positionen wir was machen wollen und machen müssen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Donnerstag bei „Bild live“.

          Bundesliga

          Es sei aber „ein bisschen zu früh“, schon von einem Upamecano-Wechsel nach München auszugehen. „Der Spieler ist zumindest bis zum Saisonende in Leipzig“, bemerkte Rummenigge. Es sei aber bekannt, dass der 22 Jahre alte Franzose dann eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag habe. Diese wird immer wieder auf 45 Millionen Euro taxiert. Rummenigge verwies darauf, dass bei Personalentscheidungen „in Corona-Zeiten auch die Kassenlage ein wichtiger Faktor“ sei.

          Der Vorstoß der Bayern in Sachen Upamecano jedenfalls löste in Leipzig keine Beunruhigung aus. Trainer Julian Nagelsmann sagte am Freitag, es sei völlig normal, dass sich Klubs damit befassen, wenn ein talentierter junger Spieler unter Umständen zur Verfügung steht. „Inwieweit man sich dazu äußert, muss man immer selber bewerten. Ich finde es nicht dramatisch. Wenn es andersherum wäre, hätten sie es vielleicht nicht so gern. Aber mich stört es nicht“, sagte der 33-Jährige.

          Grundsätzlich sei es clever, wenn man mit solchen Äußerungen für Unruhe sorgen will. „Aber bei uns wird jetzt keiner unruhig. Wir wissen um die vertragliche Situation bei Upamecano, wir wissen, dass wir ihn natürlich gerne behalten würden. Wir wissen aber auch, wie die Mechanismen im Fußball sind. Wenn sie uns unruhig machen wollten, dann ist das nicht geglückt“, meinte der RB-Coach. „Ich glaube aber eher, dass sie den Fuß in die Tür bekommen wollen, dass vielleicht andere Vereine unruhig werden.“

          Neben dem erwarteten Weggang von Abwehrchef David Alaba könnte auch Innenverteidiger Jérôme Boateng die Bayern am Saisonende ablösefrei verlassen. Rummenigge kündigte ein Gespräch mit dem 32-Jährigen an, der zuletzt in Augsburg sein 300. Bundesligaspiel bestritt. „Jérôme spielt eine gute Rolle wieder. Der Trainer (Hansi Flick) ist mit ihm zufrieden. Dementsprechend wird man sich dieser Frage stellen müssen in einem Gespräch mit ihm“, sagte der 65 Jahre alte Bayern-Chef zu einer möglichen Vertragsverlängerung mit dem zweimaligen Triple-Gewinner. „Was will er? Was traut er sich zu? Und was traut ihm der Klub zu? Und dann wird man eine seriöse Lösung finden“, erläuterte Rummenigge. Diese müsse aber nicht jetzt im Januar gefunden werden: „Dafür ist mir der Zeitpunkt zu früh.“

          Auf die Frage, ob ein Verkauf von Nationalspieler Leroy Sané im Sommer nach nur einer Saison in München ausgeschlossen sei, sagte Rummenigge: „Er hat einen Fünfjahresvertrag. Das wäre ja Blödsinn. Wir brauchen diesen Typus von Spieler. Der bleibt natürlich beim FC Bayern. Und ich bin überzeugt, er wird seinen Weg hier machen.“

          Auch Flick kann sich einen Verbleib von Boateng über das Saisonende hinaus vorstellen. „Er ist aktuell schon ein sehr wichtiger Spieler für uns. Es ist klar, dass wir uns zusammensetzen, das Ganze noch mal analysieren und schauen, was für die Zukunft der Weg und die Strategie sein kann. Er ist ein Spieler, der uns immer gut tun kann“, sagte der Trainer am Freitag. Boatengs Vertrag läuft am Saisonende nach zehn Jahren in München aus.  „Er macht seine Sache sehr gut und ist Rückhalt der Mannschaft, einer, der auf dem Platz Kommandos gibt“, lobte Flick vor dem Spiel am Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) beim FC Schalke 04.

          Gerne vorzeitig verlängern würden die Münchner den im Sommer 2022 auslaufenden Vertrag mit Super-Talent Jamal Musiala. Er habe „enorme Qualitäten“, lobte Flick den Jung-Star. „Es ist normal, dass Bayern München daran interessiert ist, diesen Spieler, der so eine Entwicklung gemacht hat, auch länger an sich zu binden.“ Über eine vorzeitige Vertragsverlängerung wurde schon spekuliert, doch der Vollzug scheint sich schwierig zu gestalten. Musiala war im Sommer 2019 vom FC Chelsea gekommen.

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