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Nach Coup mit Coutinho : So planen die Bayern nun auf dem Transfermarkt

  • Aktualisiert am

Mit Philippe Coutinho kommt vom FC Barcelona ein großer Name nach München. Bild: Picture-Alliance

Erst stockte es lange, dann schlugen die Münchner gleich bei drei neuen Spielern zu. Vor allem mit Philippe Coutinho gelang ein Coup. Gibt es nun noch weitere Transfers? Der Präsident hat eine klare Meinung.

          Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat ein Ende der Transferaktivitäten des deutschen Fußball-Rekordmeisters angedeutet. „Jetzt ist unser Kader so komplett oder so gut aufgestellt, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Hoeneß am Samstag im TV-Sender Sky nach den zuvor bekannt gegebenen Verpflichtungen von Ivan Perisic, Philippe Coutinho und Michael Cuisance. „Wir hatten Anfang Juli einen zu kleinen Kader. Den haben wir jetzt durch drei Transfers in den letzten Wochen oder Tagen aufgefüllt, und ich glaube auch mit Qualität aufgefüllt“, betonte der Präsident des FC Bayern München.

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          Nun könne Trainer Niko Kovac „in aller Ruhe mit diesem Kader bis Weihnachten arbeiten“. Dann sehe man weiter, ergänzte Hoeneß. Dies würde bedeuten, dass die Münchner von einem Transfer von Leroy Sané, der nach einem Kreuzbandriss sechs bis sieben Monate ausfallen wird, vorerst Abstand nehmen. Möglich ist noch eine Rückkehr des kroatischen 2013-Triple-Gewinners Mario Mandzukic (Juventus Turin) als Lewandowski-Backup im Sturm, nach „Bild“-Informationen werden die Münchner für den 33-Jährigen aber kein Angebot abgeben.

          Coutinho, Perisic, dazu die französischen Abwehr-Weltmeister Lucas Hernandez und Benjamin Pavard für zusammen 135 Millionen Euro – dieses Paket passe, urteilte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Wir haben schon einen Transfermarkt gemacht, der nicht nur nicht preiswert war, sondern auch von der Qualität her sehr hoch angesiedelt ist.“ Auch das klingt nicht danach, als würden noch weitere große Stars kommen.

          Die neue Attraktion der Fußball-Bundesliga ist derweil in Deutschland angekommen: Coutinho landete am Sonntagvormittag in München. Auf dem Flughafen wurde der 27 Jahre alte Brasilianer vom Klub in Empfang genommen. Coutinho wird am Sonntag noch den Medizincheck absolvieren. Der deutsche Rekordmeister leiht den brasilianischen Nationalspieler für ein Jahr aus. Im Anschluss besitzen die Bayern eine Kaufoption.

          Vorstandschef Rummenigge ließ derweil die Zukunft vom früheren Weltmeister Jerome Boateng beim Rekordmeister offen. „Ich will da weder hü noch hott sagen. Das Transferfenster hat bis 2. September auf. Dann werden wir sehen, wie sich das entwickelt", sagte Rummenigge. Boatengs Vertrag in München läuft noch bis Mitte 2021. Vor Wochen war sein Abschied beschlossene Sache, zuletzt schien aber ein Verbleib des 30 Jahre alten Innenverteidigers immer wahrscheinlicher.

          Trainer Niko Kovac hatte Boateng erst am Mittwoch als „festen Bestandteil“ der Mannschaft bezeichnet. Gegen die Hertha BSC (2:2) zum Start in die Saison am Freitag kam Boateng allerdings nicht zum Einsatz. Kovac hatte Zugang Benjamin Pavard neben Niklas Süle den Vorzug gegeben. Die Situation wird für den früheren Nationalspieler nicht einfacher, da Rekordeinkauf Lucas Hernandez nach langer Verletzungspause ins Team drängt.

          Jungstar Renato Sanches äußerte nach dem Bundesliga-Auftakt einmal mehr seinen Unmut über seine Rolle bei Bayern München – und ist dafür offensichtlich gleich bestraft worden. Der 22 Jahre alte Portugiese ist laut „Bild“-Zeitung zu 10.000 Euro Geldstrafe verdonnert worden. Der Rekordmeister wollte dies auf SID-Anfrage nicht kommentieren. „Die Situation ist nicht gut für mich – weil es zum zweiten Mal in Folge dasselbe ist bei mir. Ich habe den Klub abermals gebeten, zu einem anderen Verein wechseln zu dürfen. Doch sie haben mich nicht gehen lassen“, sagte Sanches.

          Sanches war in der 85. Minute für Thomas Müller eingewechselt worden. „Fünf Minuten wie heute, das ist nicht genug für mich“, betonte er. Vorstandschef Rummenigge schloss einen Transfer des Mittelfeldspielers jedoch abermals kategorisch aus und wies den Mittelfeldspieler zurecht. Es habe zwischen Sanches und Trainer Niko Kovac „ein klares Gespräch“ gegeben: „Es ist nicht angebracht, dass man nach dem ersten oder zweiten Spiel gleich erbost hier davonläuft. Er wird noch seine Chancen kriegen, wir sind alle von ihm überzeugt.“

          Bundestrainer Joachim Löw hofft unterdessen auf eine rasche Genesung von Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City, der aufgrund einer Kreuzbandverletzung wohl mehrere Monate ausfällt. „Natürlich waren wir sehr traurig und niedergeschlagen. Ich hatte auch mit Leroy Kontakt“, sagte der 59-Jährige bei DAZN. Löw weiter: „Für ihn selber war es in der Situation, in der er sich befand, natürlich der denkbar schlechteste Zeitpunkt. Wir hoffen, dass er schnellstmöglich zurückkommt.“ Der frühere Schalker sei bei den Ärzten in besten Händen, so der DFB-Chefcoach: „Er war im letzten Jahr für uns wahnsinnig wichtig geworden. Er ist ein Klassespieler auf einem unglaublich hohen Niveau mit einer überragenden Qualität, und ich wünsche ihm alles Gute. Für die EM wird es reichen.“

          Einen Ratschlag an den FC Bayern, ob der Rekordmeister den ManCity-Star trotzdem verpflichten soll, verkniff sich der Bundestrainer. „Da kann ich mich nicht einmischen. Das müssen die Bayern selber wissen“, sagte Löw dem Streamingdienst, „ich kenne auch nicht genau die Situation, wie weit sie mit dem Verein waren.“ Dass Interesse bestanden habe, sei klar, aber man müsse abwarten. Löw: „Ich weiß nicht, was der Leroy selbst möchte und was die Bayern möchten. Das wird man sehen.“

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