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Zukunft des Fußballs : Die etwas andere Strategie des FC Bayern

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Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (links) will nicht vorzeitig beim FC Bayern aufhören wie wohl Präsident Uli Hoeneß. Bild: EPA

Karl-Heinz Rummenigge erklärt, welchen Weg auf dem Transfermarkt die Münchner einschlagen wollen. Zudem spricht der Vorstandschef über seine eigene Zukunft, Trainer Niko Kovac – und eine Sorge.

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          Große Titel ohne bedingungsloses Wettrüsten: Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister einen alternativen Transferweg einschlagen – und trotzdem international vorne mitspielen. Die Strategie im Wettstreit mit der Elite aus England, Spanien oder Italien müsse lauten, „die Positionen 17, 18, 19 und 20 im Kader in der Zukunft mit jungen Leuten“ zu besetzen, „die keine horrenden Ablösesummen kosten – und normal verdienen“, sagte der 63-Jährige der „Bild am Sonntag“.

          Bundesliga

          Von diesen vier Spielern müsse es „gelingen, jährlich ein bis zwei durchzubringen, die in der Lage sind, im Kader der ersten Mannschaft zu spielen“, führte der frühere Nationalspieler aus: „Wir müssen unsere eigene Philosophie finden. Wir werden nicht alle Verrücktheiten mitmachen.“ Mit Sorge blickt Rummenigge dabei nicht nur auf die Explosion der Ablösesummen, sondern auch der Gehälter. „Die Entwicklung heißt: netto! Man muss aufpassen, dass das Gehaltsgefüge nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Die Größenordnungen sind schon enorm“, so Rummenigge: „Zum Beispiel bei Griezmann – im zweistelligen Millionenbereich. Pro Jahr. Netto! Das muss man mal zwei nehmen, da der Verein die Steuern zahlt. Da bekommt man einen ganz schönen Rucksack aufgeschnallt.“

          Rummenigge verwies darauf, dass der FC Bayern immer noch ein Klub von enormer Anziehungskraft sei. „Wir sind im Uefa-Ranking nach wie vor die Nummer drei, sind damit einer der besten Klubs in Europa. Die Stadt München ist top, wir haben ein  wunderschönes Stadion. Unter dem Strich bieten wir ein sehr attraktives Gesamtpaket“, sagte der Europameister von 1980. Mit Blick auf die schleppende Entwicklung bei der Verpflichtung weiterer Top-Spieler in der laufenden Wechselperiode erklärte Rummenigge: „Es wird noch Transfers geben, ganz sicher.“ Zu den Chancen eines Transfers von Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City zum FC Bayern machte Rummenigge keine Angaben.

          Rummenigge beteuerte darüber hinaus, seinen bis Ende 2021 gültigen Vertrag erfüllen zu wollen: „Das ist nicht geplant. Mir macht der Job Spaß, er ist sehr interessant und mit großer Verantwortung verbunden.“ Vom 1. Januar 2020 an soll Oliver Kahn als Rummenigges Nachfolger bei den Bayern eingearbeitet werden. Ein vorzeitiges Ausscheiden, das im Falle von Bayern-Präsident und -Aufsichtsratschef Uli Hoeneß als beschlossen gilt, schloss er für sich aus derzeitiger Sicht aus: „Das ist nicht geplant.“

          Hoeneß selbst will dem Aufsichtsrat am 29. August mitteilen, wie es um seine Zukunft in den Ämtern steht. Laut „Bild“ und „Kicker“ hat der 67-Jährige allerdings bereits beschlossen, im November nicht mehr als Vereinspräsident anzutreten. Sein Nachfolger soll der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer werden. Seinen Platz im Aufsichtsrat will Hoeneß aber angeblich behalten.

          Rummenigge wollte dies „nicht kommentieren. Das ist exklusiv eine persönliche Entscheidung von Uli Hoeneß, und Uli möchte seine Entscheidung erst den zuständigen Gremien des FC Bayern mitteilen. Das gilt es zu respektieren.“ Sein Verhältnis zu Trainer Niko Kovac bezeichnete Rummenigge als „sehr gut. Durch das Double hat Niko noch einmal an Anerkennung gewonnen. Zudem mag ich ihn als Menschen. Grundsätzlich haben wir immer Interesse an Kontinuität auf der Trainerposition.“

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