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Bundesliga-Saisonstart : Kovac fordert weitere Transfers beim FC Bayern

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Niko Kovac will sich alleine mit Ivan Perisic als Neuzugang in der Offensive nicht zufrieden geben. Bild: Reuters

Ivan Perisic ist als Neuzugang für die Offensive da und soll die Münchner verstärken. Niko Kovac schwärmt regelrecht von seinem Landsmann. Zugleich stellt der Trainer klar, was er nun vom Verein erwartet.

          Trainer Niko Kovac hat bei der Vorstellung seines Landsmannes Ivan Perisic weitere Neuverpflichtungen beim FC Bayern München angemahnt. „Wir müssen noch zulegen“, sagte Kovac am Mittwoch in München. Nur in der Abwehr brauche der deutsche Fußball-Meister „definitiv nichts mehr“, erklärte der 47 Jahre alte Kroate auf die Nachfrage zu den Positionen, die noch verstärkt werden müssten. Die Transferfrist in der Fußball-Bundesliga endet am 2. September.

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          Den 30 Jahre alte Perisic, der zunächst für ein Jahr von Inter Mailand ausgeliehen wurde, bezeichnete Kovac als „Topspieler“, der dem Team das geben werde, „was wir brauchen, den Zug über Außen“. Allen Kritikern, die behaupten, Perisic sei nicht der Wunschspieler vom Range eines Leroy Sané begegnete Kovac mit einem Schmunzeln: „Ich war ja auch die B-Lösung – und wir haben das Double geholt.“ Er freue sich, „dass Ivan der Erste ist. Wir wissen aber auch, dass es zu Verletzungen kommen kann. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir brauchen Spieler, die den Kader auffüllen und besser machen“, ergänzte Kovac.

          Perisic geht den Konkurrenzkampf mit Kingsley Coman und Serge Gnabry auf den offensiven Außenpositionen selbstbewusst an: „Ich bin hier, um Teil des Teams zu sein und natürlich, um zu spielen.“ Sein Wechsel sei nach der schweren Verletzung von Bayerns Wunschspieler Leroy Sané von Manchester City „schnell“ über die Bühne gegangen, verriet Perisic. „Wenn ein Klub wie Bayern München sich meldet, sagt man nicht nein“, erklärte der WM-Zweite. Der FC Bayern hatte Perisic am Dienstag zunächst für ein Jahr von Inter Mailand für fünf Millionen Euro ausgeliehen. Die Münchner besitzen danach eine Kaufoption in Höhe von 20 Millionen.

          Der Mittelfeldspieler absolvierte am Mittwoch sein erstes Training mit der Mannschaft. Im Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen Hertha BSC am Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, im ZDF und bei DAZN) darf Perisic wegen einer Gelb-Sperre noch aus Italien nicht mitwirken. Kovac ist von seinem Landsmann überzeugt. „Er ist einer der Top-3-Spieler in der Nationalmannschaft. Er ist beidbeinig sehr stark, aggressiv im Anlaufen, ein Mannschaftsspieler und super im Kopfball. Ich bin sicher, dass er uns das gibt, was wir brauchen“, sagte Kovac. Gegen Hertha fehlt auch Javi Martínez, der wegen Knieproblemen aktuell nicht trainieren darf. Kovac erwartet ein „enges Spiel“ in der Allianz Arena. Das Saisonziel sei klar: „Wir wollen wieder Meister werden.“

          Namen als weitere Neue in München werden genügend gehandelt, ob realistisch oder nicht. Philippe Coutinho vom FC Barcelona gehört genauso dazu wie Timo Werner (RB Leipzig), Steven Bergwijn (PSV Eindhoven) oder Gareth Bale (Real Madrid). Zu den Gerüchten werde er „natürlich nichts sagen“, sagte Kovac. Offensichtlich ist damit auch ein Verkauf von Jerome Boateng vom Tisch. „Er ist fester Bestandteil der Mannschaft. So wie wir dastehen, bin ich sehr zufrieden“, sagte Kovac.

          Perisic könnte frühestens am 24. August auf Schalke den Bayern helfen. Große Ansprüche stellte der Konkurrent von Kingsley Coman und Serge Gnabry bei seiner Vorstellung nicht. „Ich bin hier, um Teil der Mannschaft zu sein. Auf diesem Level kannst du nicht  jedes Spiel machen. Du brauchst alle Spieler. Ich bin bereit“, sagte der frühere Dortmunder und Wolfsburger.

          Ob die Bayern für den Ernstfall bereit sind, wird sich am Freitag zum Start in die 57. Bundesligasaison zeigen. „Wir wollen natürlich gewinnen, aber keiner weiß so richtig, wo er steht. Die Vorbereitung darf man nicht überbewerten“, sagte Kovac. Dennoch: Die achte Meisterschaft in Folge ist für die Münchner und ihren Trainer Pflicht. Man sei im erwarteten Zweikampf mit Herausforderer Borussia Dortmund „selbstbewusst, aber es wird schwer genug“.

          Nach dem 0:2 im Supercup gegen den BVB droht bei ausbleibenden Erfolgen schnell wieder Unruhe. Deshalb soll sich das Szenario der vergangenen Saison, als die Bayern in eine schwere Herbstkrise gestürzt waren, nicht wiederholen. „Dieses Jahr“, so  Kovac, „wollen wir nicht wieder neun Punkte zurückliegen“. Es wäre fast das Ende der „B-Lösung“ gewesen.

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