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Münchner Transferpolitik : Klare Forderung von Kovac an den FC Bayern

  • Aktualisiert am

„Mit 17 Profis kommen wir nicht weit“: Bayern-Trainer Niko Kovac Bild: AFP

So richtig voran kommen die Münchner auf dem Transfermarkt im Moment nicht. Nun spricht Trainer Niko Kovac über den Stand der Dinge und seine Wünsche. Damit setzt er seinen Sportdirektor mächtig unter Druck.

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          Niko Kovac weiß, was er will – und Hasan Salihamidzic soll ihm seine Wünsche schnellstmöglich erfüllen. „Vier Spieler brauchen wir noch“, sagte der Trainer vom deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München dem „Kicker“. Ein unmissverständlicher Auftrag an seinen Kumpel, den Sportdirektor, auf dem Transfermarkt bitte endlich Vollgas zu geben. Kovac will wie im Double-Jahr auch in seine zweite Saison bei den Bayern mit 19 Feldspielern gehen. Aktuell stehen ihm aber lediglich 17 Akteure zur Verfügung. „Mit 17 Profis kommen wir nicht weit“, sagte Kovac, „19 brauchen wir schon.“

          Zumal zu den 17 Spielern zwei gehören, die bald gar nicht mehr da sein könnten: Jerome Boateng, der den Klub verlassen soll, sowie Renato Sanches, der unbedingt weg möchte. Kovac kann demnach mit nur 15 Kickern fest planen, zu denen in Alphonso Davies (18) und Neuzugang Jann-Fiete Arp (19) zwei Talente gehören – das ist ihm zu wenig. Eineinhalb Wochen vor dem Trainingsstart am 8. Juli steigt beim Trainer deshalb offenbar die Nervosität.

          Uli Hoeneß wirbt um Geduld. „Bis Ende Juli musst du fertig sein“, sagte der Präsident. Am vergangenen Sonntag hatte er bereits versichert: Der FC Bayern werde zum Bundesliga-Start am 16. August „eine gute Mannschaft auf dem Platz haben“. Für die Weltmeister Lucas Hernandez (Atletico Madrid) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) sowie Arp habe der Rekordmeister schon 120 Millionen Euro ausgegeben, betonte Hoeneß: „Ich muss ehrlich sagen, langsam geht mir das auf die Nerven, dass man sich nur noch über Käufe definiert.“

          Salihamidzic tut sich schwer, das von Hoeneß Ende März angekündigte „größte Investitionsprogramm, das der FC Bayern je hatte“, umzusetzen. „Auf dem Transfermarkt muss man geduldig sein, warten und sehen, was möglich ist“, ließ er zuletzt aus dem Urlaub wissen.

          Schier unmöglich scheint die Verpflichtung von Wunschspieler Leroy Sane (23), der allem Anschein nach bei Manchester City bleiben will. Alternativ wird Ousmane Dembele (22) diskutiert, den der FC Barcelona aber offenbar als Verhandlungsmasse in die avisierte Rückkehr von Superstar Neymar aus Paris einbringen möchte. Ein Dembele-Transfer nach München hätte aus Bayern-Sicht zudem einen bösen Schönheitsfehler: Rivale Borussia Dortmund würde bei einem Deal mit seinem früheren Spieler stolze 20 Millionen Euro mitkassieren.

          Deshalb sieht sich Salihamidzic laut „Kicker“ jetzt gezwungen, einen Plan C zu entwerfen. Der könnte Steven Bergwijn (21/PSV Eindhoven) sein. Außerdem hat Salihamidzic, wie er betonte, das englische Talent Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea „immer im Kopf“. Der 18-Jährige fällt wegen seines Achillessehnenrisses aber noch über Monate aus. Timo Werner (23) soll erst 2020 ablösefrei von RB Leipzig kommen. Rodrigo (22) kommt gar nicht, den Spanier zieht es von Atletico Madrid offensichtlich zu Sanes City. Mit Rodrigos Absage haben sich die Münchner Bemühungen um einen Sechser wohl erledigt.

          Ein Innenverteidiger könnte dagegen noch kommen – aber nicht Ozan Kabak, der wohl von Absteiger Stuttgart zu Schalke 04 wechselt. Auch nicht der von vielen Topklubs heiß begehrte Matthijs de Ligt, der Ajax Amsterdam in Richtung Juventus Turin verlassen dürfte. Salihamidzic wird sich für Kovacs Wunsch-Quartett weiter strecken müssen.

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