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Kritik am FC Bayern : Nagelsmann reagiert auf Ärger um Ibiza-Reise

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„Die Spieler dürfen die freien Tage nutzen, wie sie wollen“: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann Bild: dpa

Der FC Bayern ist wieder vorzeitig Meister. Dennoch rumort es ordentlich in München. Nun äußert sich Trainer Julian Nagelsmann zur Debatte um die Ibiza-Reise, zu Lewandowskis Vertrag und Personalien.

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          Julian Nagelsmann hat in der Debatte um die Ibiza-Reise von Bayern-Stars nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft auf das Verantwortungsgefühl seiner Profis verwiesen. „Unsere Spieler sind alle alt genug und mündig und dürfen sehr gerne auch entscheiden, was sie in ihren freien Tagen machen“, sagte der Trainer der Münchner am Freitag. „Wenn sie sich dazu entscheiden, als sehr große Gruppe geschlossen dahinzufliegen, dann sollen sie das machen. Sie sind alt genug, ich bin nicht ihr Papa oder Erzieher.“

          Bundesliga

          Nagelsmann verwies darauf, in sportlichen Belangen der Verantwortliche zu sein. Deshalb hatte er nach dem Spiel in Mainz vergangene Woche zwei freie Tage eingeplant. „Die Spieler dürfen die freien Tage nutzen, wie sie wollen“, betonte der Fußball-Coach.

          Nach dem 1:3 beim FSV Mainz 05 am Samstag war ein Großteil des bereits als Meister feststehenden Teams auf die Balearen geflogen. „Vergangene Woche haben uns die Spieler darüber informiert, dass sie die beiden trainingsfreien Tage in der Gruppe auf Ibiza verbringen möchten. Wir haben das als Team bildende Maßnahme akzeptiert“, hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic am Sonntag erläutert.

          An der Reise hatte es in der Öffentlichkeit so kurz nach einer Niederlage auch scharfe Kritik gegeben. „Ich erwarte keine Reaktion auf die Ibiza-Reise“, sagte Nagelsmann vor dem letzten Münchner Heimspiel der Bundesligasaison am Sonntag (17.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) gegen den VfB Stuttgart. Er erhoffe sich aber, dass seine Mannschaft ein „gutes Spiel“ mache.

          Gutes Gespräch mit Lewandowski

          Nagelsmann berichtete auch von einem positiven Austausch zwischen der Führung des FC Bayern und dem Berater von Weltfußballer Robert Lewandowski. „Ich habe schon nachgefragt, ob das ein gutes Gespräch war. Das war es wohl“, sagte der Trainer. „Aber es gibt nichts zu vermelden, in keine Richtung. Mein Stand hat sich nicht verändert, dass wir ihn unbedingt behalten und unbedingt verlängern wollen.“

          Der Vertrag von Lewandowski (33) läuft nach dem 30. Juni 2023 aus. Sportvorstand Salihamidzic hatte kürzlich einen Abschied von Lewandowski schon in diesem Sommer nach dann acht Jahren kategorisch ausgeschlossen. Es wurde wiederholt über einen Wechsel zum FC Barcelona spekuliert. Zuletzt hatte sich Lewandowskis Berater Pini Zahavi mit der Führungsspitze des FC Bayern getroffen. Zahavi sei „einer, der gerne verhandelt, tough verhandelt“, sagte Nagelsmann, der sich über die Vertragsverlängerung von Thomas Müller (32) freut.

          Müller hatte in dieser Woche seinen Vertrag um eine weitere Saison bis in den Sommer 2024 verlängert. „Es ist immer wichtig, wenn Leistungsträger und Symbolfiguren von Bayern München den Vertrag verlängern. Das kann sicherlich auch andere mitziehen. Ich glaube trotzdem, dass die anderen auch eigene Entscheidungen treffen und es nicht nur an Thomas festmachen“, sagte der 34 Jahre alte Nagelsmann.

          Bei Kapitän Manuel Neuer (36) stehen die Zeichen ebenfalls auf Vertragsverlängerung. Offener scheint die Situation bei Serge Gnabry (26). Beide Verträge laufen im kommenden Sommer aus. „Wir werden sehen, was die Zeit bringt. Ich habe ja schon oft gesagt: Bei Spielern der Kategorie Bayern München sind Verlängerungen jetzt nicht immer ganz so leicht und es bedarf mehrerer Runden und mehrerer Gespräche“, sagte der Coach mit Blick auf die Gnabry-Personalie. „Ich würde ihn sehr gerne behalten. Das ist, glaube ich, klar. Ich schätze ihn als Spieler und als Mensch, aber es liegt dann nicht immer in der Hand des Trainers.“

          Nationalspieler Niklas Süle wird im letzten Heimspiel des FC Bayern in dieser Saison mit anschließender Übergabe der Meisterschale am Sonntag voraussichtlich nicht in der Startelf stehen. „Ich gehe Stand jetzt eher davon aus, dass er nicht beginnen wird“, sagte Nagelsmann am Freitag über den Verteidiger, der im Sommer zu Borussia Dortmund wechselt.

          Süle habe schon beim 1:3 gegen den FSV Mainz 05 vor einer Woche starten dürfen und damit als Abgang sein „Zuckerl“ bekommen. Nagelsmann unterstrich, dass der 26-Jährige „sehr, sehr wertvoll“ gewesen sei. „Vielleicht wird er auch nochmal Minuten bekommen“, sagte der Coach zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Süle verlässt die Bayern nach fünf Jahren ablösefrei.

          Der immer wieder von Verletzungen zurückgeworfene Weltmeister Corentin Tolisso hat sich zuletzt nicht mehr für einen neuen Vertrag empfehlen können. Der französische Mittelfeldspieler, der einst für die Rekordsumme von 41,5 Millionen Euro gekommen war, fehlte jüngst wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel.

          „Ich schätze Coco unglaublich, er hat eine unfassbare Siegesmentalität“, lobte Nagelsmann den 27-Jährigen, dessen Vertrag ausläuft. Tolissos Verletzungsanfälligkeit sei „schon ein kleines Problem“ gewesen. Man werde „sehen, was auch da die Zukunft bringt.“

          Nagelsmann freute sich vor dem Stuttgart-Spiel über einen vollen Trainingskader, weshalb er „harte Kader-Entscheidungen“ erwartet. Joshua Kimmich und Alphonso Davies waren nach einer Magen-Darm-Erkrankung genauso etwas angeschlagen wie Jamal Musiala nach einer Erkältung.

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