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Transfers des FC Bayern : Bayerische Saisonarbeiter

Zurück in München: Douglas Costa spielte schon 2015 bis 2017 für den FC Bayern. Bild: AP

Machen die vier Last-Minute-Neuzugänge den Triple-Sieger FC Bayern München dauerhaft besser? Eher nicht. Sie sind gekommen, um ein anderes Problem zu lösen.

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          Jetzt ist der „Söldner“ wieder da. So abfällig hat Uli Hoeneß im August 2017 über den brasilianischen Fußballspieler Douglas Costa gesprochen, den der FC Bayern damals an Juventus Turin verkauft hatte. In seinen zwei Jahren in München habe Costa, so sagte es Hoeneß damals, „nicht so funktioniert, weil er ein ziemlicher Söldner war, der uns charakterlich nicht so gefallen hat“. Am Montag haben die Bayern verkündet, dass sie Costa aus Turin ausgeliehen haben. Und selbst wenn man Hoeneß und die Charakterfrage, ein Thema für sich, ausblendet, bleibt eine andere: Ist der Triple-Sieger auf einen Spieler angewiesen, den er vor drei Jahren aussortiert hat?

          Am Fall Costa lässt sich das Verhalten des FC Bayern in dieser Transferphase gut erklären. Als der Verein im Juli Leroy Sané, seinen Wunschspieler, für fast 50 Millionen Euro kaufte, sagten die Verantwortlichen kurz darauf, dass sie sich einen zweiten Spieler für so viel Geld, etwa Kai Havertz aus Leverkusen, im Corona-Sommer nicht leisten wollen. Sie trugen der Pandemie für ihre Verhältnisse Rechnung. Das Virus hat aber nicht nur die finanziellen Mittel verengt, sondern auch den Spielplan. Und als ein paar Spieler München verließen und der Trainer Hansi Flick neue forderte, waren die Verantwortlichen in einer Lage, in der man vor dem Ende der Transferfrist nicht sein möchte: Sie mussten gute Spieler für (verhältnismäßig) wenig Geld auftreiben.

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