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Geldstrafe statt Gefängnis : Bayern-Profi Hernández muss Haft nicht antreten

  • -Aktualisiert am

Muss die Haft nicht antreten: Hernandez Bild: dpa

Ein Gericht setzt die ursprüngliche Strafe gegen den Bayern-Spieler aus. Stattdessen muss er zahlen. Begeht Hernández in den nächsten vier Jahren weitere Straftaten, muss er aber doch ins Gefängnis.

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          Der französische Fußballprofi Lucas Hernández muss nicht ins Gefängnis. Ein Madrider Gericht hat die ursprüngliche Haftstrafe von sechs Monaten ausgesetzt und stattdessen eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je 400 Euro, insgesamt 96.000 Euro, verhängt. Hintergrund des Verfahrens war eine handgreifliche Auseinandersetzung, die Hernández, der früher für Atlético Madrid spielte und seit Sommer 2019 bei Bayern München unter Vertrag steht, mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau auf offener Straße in Madrid führte.

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          Es kam zu Verletzungen, auch das Fahrzeug des Profis wurde beschädigt. Das Gericht hielt damals beide für den Streit verantwortlich und verurteilte deshalb auch beide zu gemeinnütziger Arbeit. Allerdings erging das Urteil gegen Hernández aufgrund eines Paragrafen, der ausschließlich Gewalt gegen Frauen behandelt, seine Partnerin wurde wegen häuslicher Gewalt verurteilt.

          Wie meist bei Urteilen wegen Gewalt gegen Frauen verhängte das Gericht gegen beide auch für sechs Monate ein Näherungsverbot – eine häufige Maßnahme in Spanien, denn oft suchen prügelnde Männer die Frauen auch nach einer Verurteilung wiederholt auf, häufig sogar in der Absicht, sie zu töten. Auch eine anschließende Versöhnung kann ein Näherungsverbot nicht ohne Weiteres aufheben, urteilte Spaniens Oberster Gerichtshof im vergangenen Jahr, was verhindern soll, dass die Täter oder ihr Umfeld Druck auf die Opfer ausüben.

          Doch Hernández und seine Freundin versöhnten sich und flogen in den Urlaub. Damit verstießen sie gegen das Näherungsverbot, und ein Gericht verurteilte Hernández zu sechs Monaten Haft. Dieser Tage sollte er die Haft nun antreten. Dagegen hatten seine Anwälte Rechtsmittel eingelegt – mit Erfolg.

          Allerdings kam im Rechtsstreit auch heraus: Es liegt noch ein weiteres Urteil von 2018 gegen Hernández wegen Körperverletzung vor, die er schon 2015 begangen hatte. Hernández ist also bereits zweimal rechtskräftig verurteilt, betont nun das Gericht, was eigentlich die Aussetzung des Haftantritts ausschließe.

          Allerdings könne das Gericht auch nicht missachten, dass seine Freundin sich ja freiwillig wieder mit ihm traf, ihn später sogar heiratete und heute mit einem gemeinsamen Sohn mit ihm zusammenlebt. Es liegen zudem keine neuen Urteile gegen ihn vor, heißt es in der Begründung, und es seien keine neuen Straftaten zu erwarten. Allerdings: Begeht Hernández in den nächsten vier Jahren weitere, muss er die Gefängnisstrafe doch noch antreten.

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