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Entscheidung von Lewandowski? : „Er fühlt sich bei Bayern München extrem wohl“

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Bleibt er den Bayern treu? Angreifer Robert Lewandowski, hier beim DFB-Pokalfinale in Berlin, verlängert wohl seinen Vertrag in München. Bild: dpa

Es wäre die erste gute Nachricht seit längerem für den Fußball-Rekordmeister: Laut Karl-Heinz Rummenigge steht der Angreifer wohl vor einer Verlängerung in München. Doch der Bayern-Chef spricht noch über etwas anderes.

          Der FC Bayern München plant über 2021 hinaus mit Torjäger Robert Lewandowski. Die Gespräche des deutschen Meisters mit dem polnischen Fußball-Nationalstürmer über eine vorzeitige Verlängerung des Vertrages um weitere zwei Jahre bis Sommer 2023 scheinen in der finalen Phase zu sein, wie Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge auf der Amerika-Reise der Münchner andeutete. „Eingetütet ist es nicht, aber bei Robert gibt es schon die Entwicklung, dass er sich bei Bayern München extrem wohl fühlt“, sagte Rummenigge am Montagabend (Ortszeit) in Los Angeles.

          Lewandowski war 2014 ablösefrei von Borussia Dortmund gekommen. Bei Ablauf des Kontraktes wäre der Angreifer knapp 35 Jahre alt. Aber das ist aus Sicht von Rummenigge beim Athleten Lewandowski kein Problem, „wenn man sich seinen Körper anschaut. Das ist ein Spieler, der kann leicht noch einige Jahre auf dem Niveau spielen.“

          Kommt Mandzukic? „Dazu sage ich nichts“

          Der 30 Jahre alte Lewandowski ist in seinen fünf Bayern-Jahren dreimal Bundesliga-Torschützenkönig geworden. Ein weiteres Mal holte er diesen Titel noch beim BVB (2014). „Wenn man so einen Spieler hat, gibt man den auch nicht ab“, sagte Rummenigge zur langfristigen weiteren Planung mit Lewandowski: „Deswegen haben wir im letzten Jahr auch entschieden, in der Richtung auch gar nicht nachzudenken.“

          Eine mögliche Rückkehr von Lewandowskis Vorgänger Mario Mandzukic nach München ist laut Rummenigge kein Thema. „Wir sollten nicht anfangen mit Namen. Dazu sage ich nichts“, sagte Rummenigge, fügte aber hinzu: „Aber in der Richtung ist nichts geplant.“ Mit dem schon 33 Jahre alten Kroaten hatten die Bayern 2013 die Champions League gewonnen. 2014 wechselte Mandzukic zu Atlético Madrid und spielt seit 2015 beim italienischen Serienmeister Juventus Turin.

          In Redelaune: Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge

          Trotz der intensiven Bemühungen um weitere Topspieler sieht Rummenigge Bayern München in einem Bereich im international Vergleich schon jetzt bestens aufgestellt. „Wir haben eine gute Mannschaft. Und wenn ich mir alleine unsere Abwehr mit Alaba, Hernández, Süle, Kimmich, Pavard und Jérôme (Boateng) anschaue, bei dem man noch abwarten muss, was sich bei ihm noch entwickelt, muss ich sagen, sehe ich wenig Besseres in Europa.“

          National begrüßt der Serienmeister der vergangenen sieben Jahre die forschere Kampfansage vom Meisterschaftszweiten Borussia Dortmund für die kommende Bundesliga-Saison. „Wir sind an Konkurrenz interessiert und an Emotionalität. Da ist es absolut korrekt, wenn Dortmund in der Richtung Ansprüche anmeldet“, sagte Rummenigge: „So wissen wir vom ersten Tag an, dass wir konzentriert und gut spielen müssen, damit wir auch im achten Jahr unseren Titel verteidigen können.“ An der Favoritenstellung seines Klubs änderten die BVB-Ansprüche freilich nichts, so Rummenigge: „Auch im Jahr 2020 wird die deutsche Meisterschaft nur über Bayern München entschieden.“

          Längerfristige Zusammenarbeit mit Kovac möglich

          Für den Bayern-Chef spricht darüber hinaus bei weiteren Erfolgen nichts gegen eine längerfristige Zusammenarbeit mit Trainer Niko Kovac. Der deutsche Fußball-Rekordmeister sei „daran interessiert, dass wir auch auf der Trainerposition Kontinuität haben“, sagte Rummenigge. „Ich wünsche ihm eine genauso erfolgreiche Saison wie im Vorjahr mit dem Double – und die eine oder andere Runde mehr in der Champions League. Dann wären alle hochzufrieden beim FC Bayern“, erklärte Rummenigge vor Journalisten im Teamhotel. „Ich glaube, dass Niko weiß, dass wir ein Klub sind, der Erfolg braucht. Dem stellt er sich, dem stellen sich alle hier in dem Klub“, sagte der 63-Jährige.

          Rummenigge hatte Kovac in der Endphase der vergangenen Spielzeit, die mit dem Gewinn des nationalen Doubles (Meisterschaft und Pokalsieg) positiv endete, eine öffentliche Jobgarantie beharrlich verweigert. „Wir sind erfolgsverwöhnt. Und du musst Erfolg haben, um den Verein aus Wallungen fernzuhalten“, sagte der Vorstandschef, ergänzte aber auch: „Wir haben eigentlich ein völlig entspanntes Miteinander.“

          Kovac kam vor einem Jahr von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern, für den er von 2001 bis 2003 bereits als Profi aktiv war. Der Dreijahresvertrag des 47 Jahre alten Kroaten läuft im Sommer 2021 aus.

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