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Rückkehr nach Dortmund? : Hummels passt ins BVB-Konzept

  • -Aktualisiert am

Vor dem Absprung: Bayern-Profi Mats Hummels könnte in der kommenden Saison für Borussia Dortmund auflaufen. Bild: Reuters

Es wäre ein wahrer Transfercoup: Gleich aus zwei Gründen aber würde ein Wechsel von Mats Hummels zur Borussia Sinn ergeben. Und eigentlich spräche einer dagegen – oder nicht?

          Beim FC Bayern haben sie eine Menge Spaß gehabt an der zurückliegenden Bundesligasaison. Endlich war es wieder spannend, es gab mit Borussia Dortmund einen Gegner, der beinahe ebenbürtig war. Und dennoch konnten sie am Ende ihre Weißbierparty mit Salatschüssel feiern. Das enge Titelrennen sei ziemlich genau so verlaufen, „wie man sich das im Fußball wünscht“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Frühjahr, viel zu häufig sei der FC Bayern zuvor mit allzu „deutlichem Vorsprung Meister geworden“.

          In anderen Perioden ihrer Geschichte hätten die Münchner nach so einer Saison Groll verspürt. Sie hätten alles daran gesetzt, so einem hartnäckigen Konkurrenten weh zu tun, hätten Jadon Sancho umworben und mit großem Aufwand versucht, Transfers von Julian Brandt oder Nico Schulz nach Dortmund zu verhindern. Vielleicht hätten sie Thomas Delaney mit einem Millionenangebot den Kopf verdreht, ohne diesen Spieler wirklich zu brauchen; oder sie hätten Gerüchte über angebliche Kontakte zu Lucien Favre lanciert.

          Eine wohltuende Erkenntnis der Bayern

          Nach nun sieben Meistertiteln in Serie sind sie zu der wohltuenden Erkenntnis gelangt, dass nicht nur die eigene Freude am Wettbewerb größer ist, sondern auch die schwindende Attraktivität des Produkts Bundesliga steigt, wenn man nicht schon im März lieblose Meisterpartys feiern muss. Dieser Perspektivwechsel ist wichtig, um das heißeste Transfergerücht des zurückliegenden Wochenendes zu verstehen.

          Tatsächlich scheinen die Bayern einem Deal zuzustimmen, den sie noch vor zwei, drei Jahren unter allen Umständen hätten verhindern wollen: Laut der „Bild“-Zeitung steht der Vollzug eines Geschäfts bevor, das nicht nur den Münchner Kader schwächen würde, sondern – noch viel schlimmer – das zugleich zu einem zentralen Stück im Kaderpuzzle von Borussia Dortmund taugte. Unwidersprochenen Berichten zu Folge stehen der Rekordmeister und der Revierklub kurz vor der Einigung über eine Rückkehr von Mats Hummels nach Dortmund, für eine Ablösesumme von rund 20 Millionen Euro.

          Auch Hummels, der seinen Wechsel nach München auch mit dem Wunsch nach mehr Nähe zu seiner dort lebenden Familie und zu seinen Jugendfreunden begründete, scheint nicht abgeneigt. Wenn er und seine ebenfalls in München verwurzelte Frau Cathy zustimmen, wird der Transfer wohl zustande kommen – ein Deal, der geradezu perfekt ins Dortmunder Konzept passen würde.

          Mit den Nationalspielern Schulz und Brandt, sowie dem ambitionierten Belgier Thorgan Hazard hat der BVB schon mächtig aufgerüstet. Dringend gesucht wird noch ein erfahrener Profi, der die Mentalität des Teams in den Extremsituationen einer Saison mit zusätzlicher Stabilität veredelt. Eine schlechte Viertelstunde bei Tottenham Hotspur führte im abgelaufenen Spieljahr zum Aus in der Champions League. Naive Fehler der jungen Abwehr kosteten entscheidende Punkte in der Liga. Beim 0:5-Zusammenbruch in München wurde endgültig sichtbar, dass mehr Erfahrung im Umgang mit den besonderen Momenten einer Saison nötig ist. Zudem gehört die Rückkehr ehemaliger Helden ohnehin fest zur Dortmunder Kaderplanungsphilosophie.

          Mario Götze, Nuri Sahin, Shinji Kagawa und Marco Reus sind gute Beispiele für solche Karriereverläufe. Schon als Hummels die Dortmunder vor drei Jahren verließ, sagte Geschäftsführer Hans Joachim Watzke: „Ich gehe davon aus, dass wir uns wieder sehen, und ich kann dir eins sagen, du bist beim BVB immer extrem willkommen.“ Nun fehlen dem BVB zu einem perfekten Transfersommer noch ein Zentrumsstürmer, ein zusätzlicher Anführer und ein Innenverteidiger, Hummels würde gleich zwei dieser Rollen ausfüllen können. Kaum zu glauben, dass die Bayern nicht schon längst gesagt haben: Das wird nichts!

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