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Dominanz des FC Bayern : Der weiße Hai der Bundesliga

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann spricht jetzt für den weißen Hai der Bundesliga. Bild: AFP

Gegen die Langeweile in der Liga, sagt Julian Nagelsmann, hilft harte Arbeit. Das klingt aus dem Mund eines Bayern-Trainers etwas dreist. Doch die Münchner sind nicht nur reich, sondern auch gut.

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          Wenn man in den guten alten Duden schaut (nun gut, um ehrlich zu sein, in dessen Onlineausgabe, geht schneller!), findet man unter dem schwachen Verb „jammern“ als Erstes folgende Definition: „laut klagen; unter Seufzen und Stöhnen jemandem seine Schmerzen, seinen Kummer zeigen“. Und damit zum Zustand der Fußball-Bundesliga.

          Champions League

          Es war wirklich zum Jammern, wie der FC Bayern München am Sonntag im sogenannten Spitzenspiel den Tabellenzweiten aus Leverkusen in dessen Stadion vorgeführt hat. Pausenstand: 5:0. Wer sich davor – naiverweise, wie man leider hinzufügen muss – wenigstens ein bisschen Spannung versprochen hatte, musste spätestens in der Halbzeit seufzen und stöhnen und seinen Kummer zeigen über den Zustand, den der größte und wichtigste deutsche Sportwettbewerb erreicht hat.

          Am Dienstag ist auch Julian Nagelsmann, der Trainer des FC Bayern, in der Pflichtpressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon an diesem Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) noch einmal auf die Bundesliga angesprochen worden. Ein Reporter fragte, ob er es verstehen könne, dass nicht wenige nach dem Spiel am Sonntag nun sagen, dass das alles doch ein bisschen langweilig sei.

          Die Antwort von Nagelsmann fing dann folgendermaßen an: „Jetzt bin ich auf der anderen Seite. Die letzten Jahre habe ich (als Trainer in Hoffenheim und Leipzig, d. Red.) immer versucht, Bayern zu bekämpfen. Ich glaube, es ist immer der bessere Weg, alles dafür zu tun, dass man selber erfolgreich ist, als in den Jammermodus zu kommen.“

          Es hat immer etwas Dreistes an sich, wenn ein Vertreter des Vereins, der seit fast zehn Jahren ununterbrochen den Titel erfolgreich verteidigt, seinen Mitstreitern (indirekt) vorwirft, dass sie nicht genug tun und in einen „Jammermodus“ verfallen würden. Das ist ein bisschen so, als würde der Weiße Hai den anderen Meeresbewohnern vorwerfen, dass sie einfach nicht genug dafür tun, um nicht von ihm gefressen zu werden.

          Wer mit Jammern argumentiert, ignoriert die Realität und ihre Nahrungsketten. Im Meer dominiert der Weiße Hai, weil er der Weiße Hai ist. In der Bundesliga der FC Bayern, weil er einerseits verdammt gut war und ist – und andererseits von einem System ohne Umverteilungsmechanismen profitiert, in dem die Reichen vor allem durch das Geld aus der Champions League immer reicher werden.

          Bevor an dieser Stelle weiter gejammert wird, kann man auf einen anderen Satz Nagelsmanns verweisen: „Natürlich spricht es sich als Bayern-Trainer etwas leichter.“

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

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