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Fußball-Bundesliga : Der FC Bayern macht, was er will

  • Aktualisiert am

Unbedrängt bis vor das Kölner Tor: Münchens Serge Gnabry hat es leicht. Bild: dpa

Auch ohne Starstürmer Robert Lewandowski ist der FC Bayern derzeit nicht aufzuhalten. In Köln gibt es die nächsten drei Punkte – auch weil dem Gegner teilweise haarsträubende Fehler unterlaufen.

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          Nach dem fast missglückten Experiment ohne Robert Lewandowski atmete Hansi Flick tief durch. „Am Ende geht es um das nackte Ergebnis. Und von daher ist alles gut ausgegangen“, sagte der Trainer des FC Bayern München am Samstag nach dem mühsamen 2:1 (2:0) in der Fußball-Bundesliga beim noch sieglosen 1. FC Köln. Durch die 0:1-Niederlage von RB Leipzig am Abend bei Borussia Mönchengladbach übernahmen die Münchner die Tabellenführung.

          Bundesliga

          An seiner alten Wirkungsstätte als Spieler hatte sich Flick den Luxus gegönnt, den schon zehnmaligen Saison-Torschützen Lewandowski zur Schonung in München zu lassen. Das hätte sich fast gerächt. Doch nach dem Arbeitssieg zog Flick auch in dieser Hinsicht ein positives Fazit. Lewandowski, der eigentlich dafür bekannt ist, immer spielen zu wollen, habe angesichts des engen Programms mit vielen Reisen „Gefallen gefunden“ an der Verschnaufpause, berichtete Flick. „Man erwartet von ihm immer, dass er zu hundert Prozent da ist und seine Tore macht. Das ist eine wahnsinnige mentale Anspannung“, sagte der Trainer: „Deshalb hat ihm das sehr gut getan.“

          Erix-Maxim Choupo-Moting und der für ihn eingewechselte Joshua Zirkzee bestätigten aber, dass das Gefälle hinter „Europas Fußballer des Jahres“ riesig ist. Mit nur sieben Torschüssen hatte der FC Bayern so wenige wie noch nie in einem Bundesliga-Spiel unter Flick. Und sogar zwei weniger als die abstiegsbedrohten Kölner.

          Kaum Gegenwehr beim Abschluss

          „Am Ende war es ein Arbeitssieg, keine Gala und keine Glanzvorstellung“, sagte Thomas Müller, der mit einem Handelfmeter (13.) selbst dafür sorgte, dass er mit seinem 260. Bundesliga-Sieg für den FC Bayern den Rekord des heutigen Vorstands-Mitglieds Oliver Kahn einstellte. „Wir waren oft ein bisschen aufreizend und lässig“, mahnte Müller, lobte aber die „Leidenschaft, den Sieg zu verteidigen.“ Die hob auch Flick vor. „Mit der Einstellung, der Mentalität und dem Siegeswillen bin ich sehr zufrieden“, sagte er: „Wir haben es zum Glück gut und clever über die Zeit gebracht.“

          Die Kölner knickten auch nach dem 0:2 durch Serge Gnabry (45.+1) nicht ein, der dabei vom haarsträubenden Defensivverhalten seiner Gegenspieler profitierte, die ihn beinahe ungehindert zum Abschluss kommen ließen. Durch Dominick Drexler erzielte der „Effzeh“ den Anschluss (82.) und drängte am Ende noch auf den Ausgleich, es war die wohl beste Saison-Leistung. Wegen der verpassten Überraschung aber waren Spieler wie Trainer dennoch enttäuscht. „Es fühlt sich irgendwie eigenartig an“, sagte Trainer Markus Gisdol: „Ich denke, niemand hätte sich beschwert, wenn es am Ende 1:1 oder 2:2 gestanden hätte. Oder sogar noch ein bisschen anders.“

          Für Torschütze Drexler überwog der Frust deutlich den Stolz. „Die Bayern waren offenbar müde. In der Verfassung kriegt man sie nicht oft“, sagte der 30-Jährige: „Und wenn es möglich war, hätte man natürlich auch gerne etwas mitgenommen.“

          Für Diskussionen sorgte auch der frühe Handelfmeter. Marius Wolf hatte die Hand nach einem Kopfball von Gnabry aus kurzer Entfernung weggezogen, aber nicht ganz rechtzeitig. Er hatte keine Torchance verhindert, es lag keine Absicht vor, und doch war der Pfiff regelgerecht. „Der Schiedsrichter kann nichts dafür“, sagte Gisdol: „Aber die Regel ist natürlich grenzwertig, die sollte man überdenken. Früher war das kein Hand, und es wäre besser, wenn es auch heute noch kein Hand wäre.“

          Flick wollte sich mit dem Thema nicht groß beschäftigen. „Ich mache die Regeln nicht, deshalb muss ich mir auch keine Gedanken machen, ob sie gut sind oder nicht“, sagte er: „Heute hat es uns aber geholfen.“ Und einen empfindlichen Dämpfer im Meisterrennen verhindert.

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