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Bayern-Chef Rummenigge : „Bin immer sehr zufriedenstellend bezahlt worden“

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Gibt in etwas mehr als einem Jahr den „Staffelstab“ beim FC Bayern ab: Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz-Rummenigge Bild: dpa

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, verrät die finale Agenda beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Doch auch zu anderen Themen äußert er sich. Dabei geht es um Trainer Hansi Flick – und um Geld.

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          Karl-Heinz Rummenigge geht mit drei zentralen Anliegen in seine letzten 15 Monate als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München. An der persönlichen Deadline 31. Dezember 2021 werde er nicht rütteln, sondern zu diesem Zeitpunkt „den Staffelstab“ an den früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn (51) weitergeben, sagte Rummenigge gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe keine Bedenken, dass er ein guter Vorstandsvorsitzender wird“, so der Langzeit-Boss über Kahn.

          Auch die Corona-Krise könne nichts am Plan ändern, nach Auslaufen seines aktuellen Vertrages aufzuhören. „Es gibt kein anderes Szenarium, das ich im Hinterkopf habe, übrigens auch nicht, um meine Tätigkeit vorher zu beenden“, sagte Rummenigge. Er gehöre „nicht zu den Menschen, die sich für unersetzlich halten. Es ist Teil des Lebens, dass man irgendwann loslassen muss und den Nachfolgern Vertrauen schenkt.“

          Auch eine Bayern-Zukunft in „irgendeinem Gremium“ schwebe ihm nicht vor. „Ich habe noch keinen konkreten Plan, was ich am 1. Januar 2022 machen werde. Aber ich habe auch keine Angst davor.“ Eine Position beim DFB, der Deutschen Fußball Liga oder auf internationaler Ebene komme auch nicht infrage für ihn. „Ich bin völlig ungeeignet für ein Amt in einem Verband“, sagte der ehemalige Profi Rummenigge kategorisch.

          „Glücksfall für den FC Bayern“

          Seine Bayern-Agenda umfasse noch „insbesondere drei Dinge“. Als erstes, sportlich in der Spur zu bleiben. Es gelte, den großen Erfolg des Triple-Gewinns „so zu konservieren, damit es auch im Jahr 2021 wieder etwas zu feiern gibt“. Punkt zwei ist die Bewältigung der Corona-Krise. „Diese Situation müssen wir managen, um wie in der zurückliegenden Saison finanziell mit einem blauen Auge davonzukommen.“ Corona werde alle Klubs in Europa „hart treffen“. Punkt drei betrifft seine Nachfolge. „Ein großes persönliches Anliegen“ sei ihm das weitere Einarbeiten von Kahn. „Wenn ich Ende 2021 den Staffelstab an ihn übergebe, muss das nahtlos geschehen.“

          Nachfolger gefunden: Karl-Heinz-Rummenigge (links) bereitet Oliver Kahn auf dessen neue Aufgaben und Verantwortung vor.
          Nachfolger gefunden: Karl-Heinz-Rummenigge (links) bereitet Oliver Kahn auf dessen neue Aufgaben und Verantwortung vor. : Bild: dpa

          Im Trainerwechsel beim FC Bayern sieht Rummenigge derweil einen maßgeblichen Grund für das sportliche Hoch des Vereins. „Als Hansi im November als Cheftrainer übernommen hat, war das ein Glücksfall für den FC Bayern. Es war ein Effekt, als wenn einer das Licht wieder angeschaltet hätte“, meinte Rummenigge. „Wie er das gemacht hat, ist à la bonne heure. Wir können uns glücklich schätzen. Und Hansi ist ein super Typ.“

          Als Nachfolger von Niko Kovac führte der 55 Jahre alte Flick die Bayern zum Triple und machte den deutschen Fußball-Rekordmeister mit dem Gewinn der Champions League zur aktuellen Nummer eins in Europa. „Hansi macht den Job, als wenn er ihn als Cheftrainer schon seit Jahrzehnten machen würde, mit seiner Erfahrung, seiner Taktik, der Trainingsführung und besonders seiner Empathie. Diese strahlt zum Glück nach innen und auch nach außen ab“, lobte Rummenigge.

          Flick sei es gelungen, „die Spielkultur FC Bayern“ wiederzubeleben, die der Verein Jahre zuvor unter den Trainern Pep Guardiola, Jupp Heynckes und auch Louis van Gaal habe genießen können. „Ich habe es noch nicht erlebt, dass wirklich alle Spieler so hinter einer Philosophie standen. Es ist eine große Leistung, dass Hansi den Charakter der Mannschaft nachhaltig positiv beeinflusst hat. Es gilt bei uns der alte Herberger-Satz: Einer für alle, alle für einen“, schwärmte der in Lippstadt geborene Fußballfunktionär.

          Flicks Vertrag als Münchner Cheftrainer wurde im Frühjahr bis Anfang Juli 2023 langfristig verlängert. Der Verein müsse ihn „jetzt gut begleiten“, um den Erfolg dauerhaft aufrechtzuerhalten, betonte Rummenigge: „Das Management muss die Voraussetzungen schaffen, dass man Erfolg haben kann. Und die Mannschaft muss mit dem Trainer versuchen, mit diesen Voraussetzungen einen erfolgreichen Fußball zu spielen.“

          Gehälter im Profifußball

          Im Gespräch vor seinem 65. Geburtstag an diesem Freitag äußerte sich Rummenigge auch zum Thema „Gehälter“ und beantwortete die Frage, an welcher Position er sich als Vorstandsvorsitzender im Gehaltsgefüge des FC Bayern einordne. Bei den Millionengagen im Fußball verhalte es sich ähnlich wie im Show-Business, meinte der 64-Jährige dazu. „Ich würde sagen, der Fußball ist vergleichbar mit dem Filmgeschäft in Hollywood. Da ist der Studiochef auch nicht der Bestbezahlte, sondern die Schauspieler und Schauspielerinnen.

          „Die Protagonisten stehen bei uns unten auf dem Rasen. Ich bin im Übrigen immer sehr zufriedenstellend bezahlt worden bei Bayern München.“ Die Höhe seines Gehaltes verriet er nicht. Die Münchner Topverdiener wie Torjäger Robert Lewandowski oder Torwart Manuel Neuer werden auf Jahresgehälter in zweistelliger Millionenhöhe taxiert. Er möge es nicht, öffentlich über Geld zu sprechen, sagte Rummenigge. „Ich habe das große Glück, seit meinem 18. Lebensjahr durch den Fußball doch ein privilegiertes Leben führen zu dürfen.“

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