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3:2 in Dortmund : Bayern-Sieg im Topspiel – Sorge um Kimmich

Wenn die Bayern feiern: Die Münchner gewinnen das Topspiel in Dortmund. Bild: Reuters

Das Topspiel der Bundesliga hält, was es verspricht: Zwei Dortmunder Tore reichen nicht, weil die Münchner noch mehr Klasse zeigen. Doch der Sieg könnte teuer erkauft sein: Nationalspieler Kimmich verletzt sich womöglich schwer.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Ein Erfolg in Dortmund ist immer eine große Sache, selbst für den Champions- League-Gewinner aus München. Am Ende eines sehenswerten. Spiels bejubelte der FC Bayern ein 3:2 bei Borussia Dortmund. Die Bayern bleiben Tabellenerster, doch nach allem Anschein hat sich Joshua Kimmich eine schwere Knieverletzung zugezogen, womöglich einen Kreuzbandriss, so dass sich am Ende niemand ungetrübt freuen konnte. Die Dortmunder haben mit ihrem Trainer Lucien Favre ein großes Spiel verloren, alle Motivationsversuche waren erfolglos. An Engagement hatte es dem BVB nicht gemangelt. Die Bayern gewannen aufgrund ihrer überlegenen Qualität.

          Bundesliga

          Gleich nach 40 Sekunden vergab der Champions-League-Sieger eine erste gute Chance, als Robert Lewandowski im Fünfmeterraum aus etwas spitzem Winkel am Tor vorbeischoss. Es entwickelte sich eine interessante Partie, in der die Dortmunder ebenfalls früh Offensivsituationen mit viel Potential hatten, wenn es ihnen gelang, das Münchner Pressing zu überspielen. Mehrfach wurden sie über die linke Angriffsseite gefährlich, wo beim FC Bayern Bouna Sarr verteidigte, der den verletzten Benjamin Pavard vertrat. Doch Erling Haaland, Giovanni Reyna und Raphael Guerreiro agierten mehrfach zu unpräzise, noch bevor es richtig gefährlich wurde. Und so waren es die Bayern, die die nächste klare Möglichkeit hatten, als Thomas Müller köpfte, Roman Bürki den Ball aber über die Latte bugsieren konnte (13.).

          Nach 23 Minuten schienen die Dinge schließlich ihren gewohnten Gang zu gehen. Der Ball lag im Dortmunder Tor, Robert Lewandowski jubelte. Doch die Helfer im Kölner Schiedsrichterkeller konnten mit ihrer Technik eine mit bloßem Auge kaum erkennbare Abseitsstellung des Stürmers nachweisen. Die Bayern waren insgesamt gefährlicher, nur das Glück fehlte ihnen zunächst, was in der 35. Minute Kimmich zu spüren bekam. Der Mittelfeldspieler wurde bei einem Foul an Haaland selbst am Knie getroffen. Tränen flossen, sofort war klar, dass er sich eine schwere Verletzung zugezogen hatte. Der Münchner Schlüsselspieler droht lange auszufallen.

          „Es gibt keinen Grund, Wasserstandsmeldungen zu geben“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick beim TV-Sender Sky. „Er ist auf dieser Position mit unser Schlüsselspieler. Ein Ausfall wäre für uns nicht ganz so leicht wegzustecken.“ Kimmich sollte mit der Mannschaft die Heimreise nach München antreten. „Ich hoffe für Josh, für Bayern, für den DFB, dass er halbwegs fit aus der Nummer rauskommt. Er ist ein Fußballer und ein super Typ“, sagte der Dortmunder Mats Hummels. Kimmichs Mitspieler Leon Goretzka hofft indes, dass die Verletzung nicht so schlimm ist: „Der Jo hat stabile Bänder und ein gutes Heilfleisch. Drücken wir ihm die Daumen.“

          Schmerzhafter Abgang: Bayerns Joshua Kimmich verletzt sich am Knie.
          Schmerzhafter Abgang: Bayerns Joshua Kimmich verletzt sich am Knie. : Bild: EPA

          Der Schreck der Münchner über diese Szene war für einige Minuten auch im Spiel spürbar, immer öfter tauchten die Dortmunder in dieser Phase vor dem Tor von Manuel Neuer auf, und Marco Reus vollendete den schönsten Angriff der ersten Hälfte tatsächlich zum 1:0 (45.). Der bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur unauffällig, sondern auch fehlerhaft spielende Kapitän war perfekt von Raphael Guerreiro angespielt worden. Doch die Bayern schlugen umgehend zurück: David Alaba nutzt noch vor der Pause einen Freistoß zum 1:1, Thomas Meunier hatte den Ball abgefälscht.

          Der Unterhaltungswert des 103. Bundesliga-Duells der beiden wichtigsten Klubs war hoch, das blieb auch nach der Halbzeit so, die mit zwei Schlüsselszenen begann: Zunächst spielte Haaland einen eigentlich einfachen Querpass auf den vor dem leeren Tor frei stehenden Reyna nicht mit der nötigen Genauigkeit (47.), bevor Lewandowski im Gegenzug mit der Brillanz eines Weltklassestürmers per Kopf zum 1:2 traf (48.). Der rechtzeitig von seiner Oberschenkelverletzung genesene Mats Hummels, der eigentlich gut stand, war chancenlos.

          Alabas Tor vor der Pause schien die ganze Gier der Münchner freigesetzt zu haben, sie wollten diese Partie entscheiden. Gnabry traf den Pfosten (51.), Bürki hielt einen sehr gefährlichen Schuss von Kingsley Coman (53.), die Dortmunder erholten sich nur langsam von diesem Doppelrückschlag rund um die Pause. Als Leroy Sané nach einem Konter zum 1:3 getroffen hatte, schien die Partie entschieden (80). Doch Haaland belohnte sich drei Minuten später doch noch mit einen Tor zum 2:3. Aber die folgende Schlussoffensive blieb erfolglos.

          Wieder einmal haben die Dortmunder die Chance verpasst, ein direktes Duell mit ihrem großen Rivalen zu gewinnen. Es bleibt dabei: Lucien Favre ist nicht der Trainer, der die großen Abende, an denen sich der Wettbewerb zuspitzt, dazu nutzt, besondere Energien freizusetzen. Solide und ordentlich ist manchmal nicht gut genug. „Wir hatten so viele Torchancen, es war unglaublich. Aber wir haben drei Tore kassiert und verloren. Es ist schwer zu akzeptieren“, sagte Trainer Favre.

          „Wir haben das Spiel verdient gewonnen, weil wir zum richtigen Zeitpunkt einen Schritt schneller und auch etwas abgezockter waren. Wir sind marschiert und konnten über 90 Minuten Vollgas geben. Wir sind in der Spirale, wo es Schlag auf Schlag geht. Dann muss man auf dieser Welle mitschwimmen“, sagte Goretzka. Enttäuscht war indes der ehemalige Münchner Hummels: „Es hat heute die Kaltschnäuzigkeit gefehlt. Wir haben das Ding nicht dominiert, aber das Glück war auch nicht auf unserer Seite. Wir hatten viele Riesen-Torchancen, die wir nicht genutzt haben.“

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