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„Kann ich nicht unterstützen“ : Heftiger Gegenwind für den FC Bayern

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Manuel Neuer (hinten) und Leon Goretzka: Wie hochklassig sollte ihre Reserve spielen dürfen? Bild: AFP

Die Bayern in beiden Bundesligen? Geht es nach Präsident Hainer, sollte darüber diskutiert werden, ob Reserve-Teams künftig in der zweiten Liga spielen dürfen. Zustimmung gibt es dafür kaum.

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          In der Debatte über eine neue Aufstiegsregelung für Zweitvertretungen wird der FC Bayern München wohl keine Mehrheit finden. Nach dem Vorstoß von Präsident Herbert Hainer mehrte sich bereits am Freitag von der Fußball-Bundesliga bis zur dritten Liga die Kritik an der Idee. Hainer hatte den Plan aufgeworfen, die Reserve-Teams der Bundesligavereine künftig in der zweiten Liga starten zu lassen. Bisher ist die dritten Liga das Maximum.

          „Ich habe allergrößten Respekt vor Herbert Hainer, aber diesen Vorschlag kann ich überhaupt nicht unterstützen. Die 1. und 2. Bundesliga müssen den Lizenzmannschaften der Profivereine vorbehalten sein und nicht den Zweitvertretungen – gerade und auch im Interesse der Zweitligisten“, sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider gegenüber der „Sportschau“. Die dritte Liga habe sich als höchste Spielklasse für Reserve-Teams bewahrt.

          „Talentförderung oder Geld verdienen?“

          Auch bei Drittligateam Waldhof Mannheim stieß Hainers Idee auf Ablehnung. „Sollte man Zweitvertretungen in der 2. Bundesliga zulassen, werden die Investitionen in die Zweitvertretungen in der Regionalliga und 3. Liga steigen, da man die Zweitvertretung gerne in der 2. Bundesliga platzieren möchte“, sagte Geschäftsführer Markus Kompp der Deutschen Presse-Agentur. „Dies kann nicht im Interesse der Liga, der Spannung und des sportlichen Wettbewerbs sein.“ Die Aufstiegsmöglichkeit für Traditionsvereine an der Schwelle zum Profifußball würde dadurch „ungleich schwerer werden und die Schere zwischen den Vereinen mittelfristig noch größer.“

          Hainer hatte die Frage aufgeworfen, „warum denn nicht“ zwei Mannschaften eines Klubs in Liga eins und zwei spielen könnten. In Spanien zum Beispiel darf die Zweitvertretung eines Erstligateams in der Klasse direkt darunter starten. „Ein Leistungssportler strebt nach dem Maximum – und will aufsteigen, wenn er aufsteigen kann. Ich denke, dass man sich da in Deutschland durchaus mal Gedanken machen sollte“, sagte Hainer im aktuellen Vereinsmagazin „51“. Bayern II war in der abgelaufenen Drittliga-Saison Meister als Aufsteiger geworden, muss aber in der Klasse bleiben.

          Kaum Unterstützer für seinen Vorstoß: Bayern-München-Präsident Herbert Hainer
          Kaum Unterstützer für seinen Vorstoß: Bayern-München-Präsident Herbert Hainer : Bild: dpa

          Kompp dagegen findet, dass im Profifußball „so viele Städte und Regionen wie möglich in Deutschland abgebildet“ sein sollten. „Ebenso denke ich, dass die Attraktivität für die Ligen im Hinblick auf Zuschauerzahlen sinken würde“, sagte der 37-Jährige. „Generell muss man sich hier die Frage stellen, ob man mit der Zweitvertretung Geld verdienen möchte oder diese zur Talentförderung dienen soll. Ich priorisiere hier definitiv die Talentförderung, so dass junge Fußballer in einer anspruchsvollen Liga Spielpraxis sammeln können.“

          Bei Zweitligaklub Jahn Regensburg herrscht ebenfalls Skepsis. „Herbert Hainers Vorschlag, dass auch zweite Mannschaften an der 2. Bundesliga teilnehmen sollen, ist aus der Perspektive des FC Bayern sicher nachvollziehbar und gut gemeint. Aus Sicht des SSV Jahn ist diese Aufweichung allerdings nicht zielführend. Sie würde allen voran zu einer Verwässerung des Wettbewerbs führen“, sagte Geschäftsführer Christian Keller.

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