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Als E-Book veröffentlicht : Die verschollene Chronik des FC Bayern

Ausgedünnter Kader ohne Mitschuld Müller-Wohlfahrts: Die Bayern-Mannschaft während des Ersten Weltkriegs Bild: Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Alfred Engel

Andere Zeiten, gleiche Sorgen: Der FC Bayern München war schon vor 100 Jahren dem Lokalrivalen 1860 überlegen. Aber internationale Gegner bescherten bittere Niederlagen. Das belegt eine wiederentdeckte Chronik.

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          Von diesem Donnerstag an gibt es eine erbauliche Lektüre, die dem FC Bayern München zwischen der europäischen Demütigung und der Niederlagenserie in der Bundesliga zu alter Stärke verhelfen kann: „Möge das hier Geschaffene allen Bayern ein Evangelium sein, vertrauensvoll an die Zukunft des F.C. Bayern mit fester, unerschütterlicher Zuversicht zu glauben, wenn auch Enttäuschungen und Niederlagen da und dort einmal zeitweise diesen Glauben zu erschüttern drohen“, steht es geschrieben in einer uralten und dank einer Spende ans Jüdische Museum Berlin wieder entdeckten Chronik zum 25. Jahrestag der Gründung des FC Bayern München. Die Erfolgsfans, eine Gruppe von Bayern-Fans, haben sie in einem E-Book der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht. Das Werk steht zum Download bereit.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Chronik, die 1925 verfasst wurde, bietet noch weitere Sätze, die Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge oder auch dessen Lieblings-Kolumnist Säbener-Siggi im Bayern-Vereinsmagazin heute noch genauso unterschreiben könnten. „Die meisten verlorenen Spiele resultieren aus dem Zusammentreffen mit hochwertigen auswärtigen Mannschaften. Doch mußten diese Niederlagen als Lehrgeld bezahlt werden, um durch diese Spiele selbst in der Spielkultur höher und höher zu kommen“, heißt es im Geleitwort der Chronik.

          Schon damals 1860 voraus

          Und selbst das Verhältnis zum in diesen Tagen vom Abstieg in die Dritte Liga bedrohten Lokalrivalen 1860 München war 1925 nicht anders zu beschreiben als heute: „Gegen den T.V. 1860 kämpften die Bayern stets besonders hart und hier sind die Siege in der Mehrheit sehr knapp geblieben. Immerhin zeigen die Zahlen auch hier die Überlegenheit gegen diesen Ortsverein deutlich“ mit 31 Siegen in 57 Spielen bei 14 Unentschieden und einem Torverhältnis von 129:83 für die Bayern. Das noch heute süß in den Ohren klingende Fazit der Autoren: „Bei der Betrachtung dieser Zahlen besteht kein Zweifel, daß der F.C. Bayern in den 25 Jahren die sportliche Hegemonie in München voll und ganz besessen hat.“

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          Das Buchcover: 25 Jahre FC Bayern München - mittlerweile sind es 90 meist erfolgreiche Jahre mehr :

          Solche Schätze in dem Werk sind es, die den „Erfolgsfans“ als Motivation dienten, die Chronik in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin offen zugänglich zu machen. Die Chronik wurde dem Museum 2006 von einem Sohn des 1940 in die Vereinigten Staaten emigrierten Bayern-Spielers Harry Engel vermacht. Engel war einer der vielen Bayern-Spieler aus der Gründungszeit, die jüdischen Glaubens waren und wie der Gründungspräsident Kurt Landauer während des Dritten Reichs vertrieben wurden.

          Natürlich sind auch die Statistiken zu allen Spielen aus dem ersten Vierteljahrhundert der Vereinsgeschichte erfreulich genug. Von den 697 Spielen hat der FC Bayern 426 gewonnen und lediglich 168 verloren. 103 Mal gab es ein Unentschieden – bei einem Torverhältnis von 2396 zu 1223.

          Wenn das mal in schweren Zeiten wie diesen keine Grundlage ist, dem bayrischen „Mia san mia“-Gefühl wieder ein stabiles Fundament zu geben.

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