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4:0 in Wolfsburg : FC Bayern knackt die 100-Tore-Marke

  • -Aktualisiert am

Meisterschale ohne Fans: Die Spieler des FC Bayern feiern in Wolfsburg dennoch ein wenig. Bild: dpa

Meister sind die Münchner schon länger. Nun beenden sie die Saison in der Bundesliga auf beeindruckende Weise mit einem klaren Sieg in Wolfsburg. Eine alte Bestmarke aber verpassen sie ganz knapp.

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          Draußen vor dem Stadion feierten ein paar überglückliche Fans. Ihre auf dem Platz hörbaren Gesänge gehörten zu den emotionalen Höhepunkten dieser etwas anderen Meisterfeier zu Ehren des FC Bayern München. Dem verdienten 4:0 beim VfL Wolfsburg folgte die übliche Zeremonie mit der Übergabe der Meisterschale. Was fehlte, waren echte Jubelarien, die Freudentränen oder die Weißbierduschen. Trotzdem bleiben die Fakten zur faden Feier natürlich beeindruckend. Achter Meistertitel in Folge, 82 Punkte aus 34 Partien, Robert Lewandowski als bester Torschütze (34 Treffer) der Liga: Darauf können die Münchener zur Krönung einer starken Saison stolz sein, auch wenn ihnen kein Applaus in den Stadien vergönnt war.

          Bundesliga

          Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, dankte bei der kurzen Meisterfeier allen Beteiligten für den Einsatz der vergangenen Wochen. „Das ist ein besonderer Moment. Das ist aber auch ein sehr seltsamer Moment. So eine Saison haben alle noch nicht erlebt. Keine Zuschauer, kein Jubel, keine Pfiffe – das ist eine merkwürdige Atmosphäre. Aber dass wir heute unsere Meisterschaft beenden, ist eine ganz große Leistung.

          Das ist nicht die Bundesliga, die wir wollen, aber es war die einzige Bundesliga, die möglich war“, sagte er mit Blick auf die Corona-Pandemie und fügte gleich noch ein paar mahnende Worte hinzu: „Mindestens zu Beginn der neuen Spielzeit wird die Bundesliga noch anders sein als wir sie kennen.“ Die Spielzeit 2020/2021 wird voraussichtlich im September beginnen.

          Zwischendurch war es im leeren Wolfsburger Stadion erstaunlich laut geworden. Und das lag an einer Mischung aus Ehrgeiz und Wut auf Seiten des FC Bayern. Thomas Müller hatte kurz vor der Halbzeitpause einen eher verwegenen Pass ins Nichts gespielt, anstatt einen prominenten Kollegen in seiner Nähe zu bedienen. Der hieß Robert Lewandowski, macht den Erfolg in seinem Job vor allem anhand geschossener Tore fest und schimpfte auf Müller wütend ein.

          Die Szene belegte: Aus dem für sie in sportlicher Hinsicht belanglos gewordenen Saisonabschluss wollten die Münchener kein Schaulaufen, sondern etwas Besonderes machen. Kingsley Coman und Mickaël Cuisance, Lewandowski per Foulelfmeter und Thomas Müller schossen die Tore für den Sieger, der engagiert spielte und tatsächlich noch die Marke von 100 Toren in dieser Bundesligasaison erreichte.

          Der Saisonkehraus zeigte noch einmal, wie groß der Abstand zwischen dem Serienmeister und potentiellen Verfolgern geworden ist. Vor fünf Jahren durfte sich der VfL Wolfsburg Pokalsieger nennen und schloss die Saison 2014/15 als Zweiter hinter dem FC Bayern ab. Doch die Rolle des Bayern-Jägers ist eine äußerst undankbare.

          Während im Briefkopf der Münchener inzwischen 30 nationale Meistertitel aufgeführt werden dürfen, hat der VfL die vergangene Saison mit einem Defizit von rund 45 Millionen Euro abgeschlossen. Der Einzug in die Qualifikationsrunde zur Europa League bringt ein bisschen Ruhm, aber nur wenig Geld ein. Angesichts dieser Gemengelage wird es dem FC Bayern als Stammgast in der Champions League weiter leichtfallen, Mitbewerber wie Wolfsburg auf Abstand zu halten.

          Vor allem, wenn sie so auftreten wie in der Rückrunde. 16 Siege in 17 Spielen bei einem Torverhältnis von 54:10: Das ist noch besser als die Bilanz des Triple-Teams von Jupp Heynckes im Jahr 2013 (16 Siege in 17 Spielen bei einem Torverhältnis von 54:11).

          „Ich bin einfach nur stolz darauf, wie wir uns in den vergangenen Monaten präsentiert haben“, sagte Trainer Hansi Flick, der Anfang November Niko Kovac ablöste und unter dem etwa Thomas Müller zu alter Stärke zurückfand. „Der Herbst war nicht einfach, sowohl für den Verein als auch für mich persönlich. Dementsprechend ist es neben meiner ersten Meisterschaft vielleicht mit die speziellste, die intensivste, die emotionalste für mich“, sagte Müller.

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