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FC Bayern in Bundesliga : Münchner Feiertag bei Kovac-Rückkehr

Bester Laune: die Münchner Spieler im Duell mit dem VfL Wolfsburg Bild: Reuters

Der FC Bayern trifft viermal ins Tor, doch nur zwei Treffer zählen. Das tut der guten Laune beim Spiel gegen das Team des früheren Münchner Trainers Niko Kovac keinen Abbruch.

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          Als der Schiedsrichter in seine Pfeife pustete, saß Niko Kovac auf dem Platz im Stadion, den man in München meistens nicht glücklich verlässt. Es verging ein Moment, ehe der Trainer des VfL Wolfsburg die Gästebank verließ. Und Kovac sah wirklich nicht glücklich aus. Warum eigentlich? Er hatte erreicht, was in dieser Saison kein Trainer außer ihm erreicht hat: Seine Elf hatte in diesen ersten 45 Minuten gegen den FC Bayern nur zwei Gegentore kassiert.

          Bundesliga
          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Am Sonntagabend hat Kovac mit seiner Mannschaft in München 0:2 verloren. Die Tore für den Meister, der schon wieder Erster der Bundesliga ist, schossen Jamal Musiala (33. Minute) und Thomas Müller (43.). Wolfsburg war chancenlos. Und doch wird Kovac wissen: In Leipzig (3:0) und in Frankfurt (5:0) führte der FC Bayern schon zur Halbzeit höher. „Es war nicht so ein rauschendes Fest wie die ersten beiden Spiele“, meinte deshalb auch Müller anschließend. Kovac sagte: „Unterm Strich bin ich zufrieden mit der Art und Weise, mit dem Ergebnis natürlich nicht.“

          Es ist noch gar nicht so lange her, dass Kovac, 50 Jahre alt, in diesem Stadion auf der Heimbank saß. Als Fußballtrainer des FC Bayern wurde er 2019 Meister und Pokalsieger – und war mit dem Amt doch überfordert. Das beste Beispiel: Als ein Reporter ihn in einer Pressekonferenz fragte, ob die Art und Weise, wie der FC Liverpool Pressing spiele, etwas sei, wo auch er mit seiner Mannschaft hinwolle, antwortete Kovac: „Man muss auch die Spielertypen haben.“ Und sagte dann noch diesen Satz: „Man kann nicht versuchen, 200 auf der Autobahn zu fahren, wenn man nur 100 schafft.“

          Bayern muss nicht Vollgas geben

          Jetzt, in der zweiten Saison mit dem Trainer Julian Nagelsmann, fährt der FC Bayern momentan mit 200 durch die Stadien. Wobei der im Duell mit Wolfsburg nicht mal Vollgas geben musste.

          Am Sonntag stellte Nagelsmann die elf Spieler auf, die schon in Leipzig und in Frankfurt starten durften. Im Angriff waren das: Sadio Mané, der zweimal traf, beide Male aber im Abseits stand, Serge Gnabry, Thomas Müller und Jamal Musiala. In der vierten Minute musste zunächst aber der Außenverteidiger Alphonso Davies den Ball im eigenen Strafraum klären – an den Außenpfosten. So nah waren die Wolfsburger in der ersten Halbzeit nicht mehr am Tor dran. Dann kam nämlich der FC Bayern. Dann kam Jamal Musiala.

          Fand kein Mittel gegen den starken FC Bayern: Wolfsburg-Trainer Niko Kovac
          Fand kein Mittel gegen den starken FC Bayern: Wolfsburg-Trainer Niko Kovac : Bild: dpa

          In der 33. Minute drehte sich Musiala an der Strafraumgrenze mit dem Ball um den großen Wolfsburger Innenverteidiger Maxence Lacroix. Der Nationalspieler fiel hin, stand sofort wieder auf – und schoss den Ball ins Tor. Der Treffer stand stellvertretend für seinen Saisonstart: Er ist der Spieler, der momentan den Unterschied macht.

          Danach spielten die Bayern bis zur Pause wie im Powerplay. Und das 2:0 erinnerte dann auch an Eishockey: Davies spielte den Ball in den Rückraum. Joshua Kimmich, der zusammen mit dem formstarken Marcel Sabitzer das Mittelfeld kontrollierte, schoss – und Müller, der vor dem Wolfsburger Torhüter Koen Casteels lauerte, fälschte entscheidend ab (43.). Das war’s mit den Toren. Und so endete das Spiel mit einer kleinen Sensation: Einer Halbzeit ohne Bayern-Treffer.

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