https://www.faz.net/-gtm-af4j0

5:0 gegen Hertha BSC : Lewandowski glänzt bei Gala des FC Bayern

  • -Aktualisiert am

Schon wieder drei Tore. Robert Lewandowski Bild: AFP

Die Münchner zeigen sich gegen Hertha BSC torhungrig und fahren einen deutlichen Sieg ein. Robert Lewandowski ist mal wieder nicht zu stoppen. Und nach der Party gibt es in München noch eine Party.

          3 Min.

          Die Party nach der Party wollte nicht enden in der Münchner Arena. Thomas Müller hatte sich eine riesige Fahne mit der Aufschrift „Wieder dahoam“ geschnappt, Manuel Neuer und Joshua Kimmich die anderen beiden, die bereit lagen. Der FC Bayern hatte schon vor Anpfiff geplant, am Ende der Bundesliga-Partie am Samstag gegen Hertha BSC die Rückkehr der Fans ins Stadion zu feiern.

          Bundesliga

          Aber noch besser als die Choreografie nach Abpfiff dürfte den 25.000 Zuschauern gefallen haben, was der Rekordmeister beim 5:0-Sieg zuvor auf dem Platz geboten hat – und da vor allem Robert Lewandowski. Der Pole traf drei Mal und glänzte auch noch als Vorlagengeber bei Thomas Müllers Führungstreffer. Lediglich an Jamal Musialas Tor war er nicht beteiligt.

          „Ich bin immer hungrig und fühle mich körperlich sehr gut, viel besser als vor ein paar Jahren“, sagte Lewandowski. Sein Trainer freute sich nicht nur die Tore seines Topstürmers, sondern über die Leistung der gesamten Leistung. „Wir waren viel ballsicherer als gegen Köln hatten eine gute Struktur und hatten viele Chancen. Das waren unser bestes Spiel der Saison“, sagte Julian Nagelsmann. 

          Sané zunächst auf der Bank

          Die viel zu mutlose und teilweise überforderte Hertha bleibt nach der dritten Niederlage im dritten Bundesligaspiel auf dem letzten Tabellenplatz. „So haben wir heute gar keine Chance gehabt“, sagte Trainer Pal Dardai, der Führungsspieler auf dem Platz vermisste. „Ich habe überhaupt kein Coaching auf dem Platz gesehen. So funktioniert Fußball nicht.“ 

          Das beim Pokal in Bremen geschonte Stammpersonal kehrte bei den Bayern wie erwartet in die Startelf zurück, nur der zuletzt hart kritisierte Leroy Sané musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Nagelsmann gab Musiala, der sich mit seinen Auftritten gegen Köln und dem Fünftligaklub Bremer SV aufgedrängt hatte, den Vorzug.

          Für Hertha-Trainer Dardai war ohne große Illusionen nach München gereist. Seine Mannschaft müsse die erste Viertelstunde schadlos überstehen, hatte er als Ziel ausgegeben. Und beinahe wäre die Berliner in der fünften Minute sogar in Führung gegangen, als Leon Goretzka ein Rückpass misslang und der Ball nicht beim Mitspieler, sondern bei Davie Selke landete. Der Hertha-Stürmer lief allein auf Neuer zu, schloss jedoch viel zu früh ab. Der Münchner Torhüter hatte nach dem halbherzigen Schuss keine Mühe zu klären. 

          Eine Minute später waren dann aber die Bayern an der Reihe – und durchkreuzten Dardais Plan. Alphonso Davies, der Außenverteidiger mit Offensivdrang, eilte nach Gnabrys Balleroberung im Mittelfeld auf der linken Seite nach vorne, spielte auf die andere Seite des Strafraums, wo Lewandowski und Müller heranstürmten.

          Der Pole, der vor der Partie mit der Trophäe für die Wahl zum „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet worden war, ließ intelligent durch für den Kollegen, der zum 1:0 traf. Torschütze Müller sieht Lewandowski angesichts einer Selbstlosigkeit „auf einem neuen Level“. Früher, sagte er, hätte der Weltfußballer in so einer Situation den Ball durchgelassen, „sondern geschaut, ob er nicht selbst an den Ball kommt“. 

          Die Bayern legen nach

          Ein frühes Gegentor der Bayern kann eine nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzende Mannschaft wie die Berliner aus der Bahn werfen, aber die Hertha hielt sich erst einmal wacker, auch nach der frühen Auswechslung des angeschlagenen Stevan Jovetic, für ihn kam Javairo Dilrosun. Sie verteidigte zunächst ordentlich und versuchte auch, bei Ballbesitz schnell nach vorne zu spielen. Aber die Vorstöße waren zu harmlos und mit zu wenig Überzeugung vorgetragen. 

          Wieder verloren: Hertha verlässt München mit der nächsten Enttäuschung.
          Wieder verloren: Hertha verlässt München mit der nächsten Enttäuschung. : Bild: dpa

          Den Bayern begnügte sich erst einmal damit, die Partie zu kontrollieren und den Gegner in der eigenen Hälfte zu beschäftigen, ehe sie nach einer guten halben Stunde entschieden, nun mit mehr Vehemenz auf das zweite Tor zu drängen. Für das 2:0 in der 35. Minute musste Lewandowski dann aber einen zweiten Anlauf nehmen, sein erster Kopfball war an die Querlatte geklatscht, von dort sprang der Ball wieder aufs Feld und noch einmal an die Stirn des Stürmers, der nun aus kurzer Distanz traf. Der Videoassistent überstimmte nach Überprüfung den Linienrichter, der auf Abseits entschieden hatte. 

          Anders als Köln eine Woche zuvor erweckte Hertha, bei der auch noch Selke verletzt ausgewechselt werden musste, nicht mehr den Eindruck, eine Aufholjagd starten zu können. Im Gegenteil: Nach der Pause legten die torhungrigen Bayern nach. Zuerst nutzte den Musiala die Freiheiten, die ihm die Hertha-Defensive im Strafraum gewährten, mit dem 3:0 (49.), anschließend traf Lewandowski zum 4:0 (70.), nach Vorarbeit des inzwischen eingewechselten und dieses Mal mit Beifall bedachten Sané, und zum 5:0 (84.). Eine Minute später lag der Ball dann im anderen Tor, aber Ishak Belfodil hatte aus einer Abseitsposition getroffen. Es war der einzige kleine Schreckmoment für die Bayern bei dieser Fußball-Gala. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Politischer Frühling im kalendarischen Herbst: In der kommenden Woche konstituiert sich der neue Bundestag.

          Bundestagspräsidium : Personell ausgezehrt

          SPD und CDU haben unerwartet Luxusprobleme. Die Sozialdemokraten haben das ihre gelöst. Bei der CDU steht viel auf dem Spiel – und das nicht nur symbolisch.
          Jens Weidmann 2019 in Frankfurt

          Deutsche Bundesbank : Weidmanns Rückzug

          Wer Weidmann kennt, weiß, dass seine Entscheidung nicht als Fahnenflucht zu interpretieren ist. Sondern als ein Signal der Frustration über die Entwicklung der Geldpolitik.
          Eizo Kawasaki

          Übersiedlung nach Nordkorea : Gefangen in der sozialistischen Hölle

          Als junge Frau wanderte Eizo Kawasaki von Japan nach Nordkorea aus, ins Land ihrer Vorfahren. Wie Zehntausenden anderen „Heimkehrern“ erging es ihr schlecht im Sozialismus der Kims. Erst nach 43 Jahren gelang ihr die Flucht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.