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4:0 in Düsseldorf : Die Leichtigkeit des FC Bayern ist zurück

  • -Aktualisiert am

Beste Laune bei den Bayern: Tolisso (rechts) und Gnabry bejubeln einen Münchner Treffer. Bild: dpa

Drei Spiele, drei Siege ohne Gegentor: Mit Hansi Flick läuft es für die Münchner wieder blendend. Beim 4:0 bei der Fortuna machen sie früh alles klar. Die Fragen nach dem neuen Trainer verstummen dennoch nicht.

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          Seit Jahrzehnten wird über den Sinn und Unsinn von Trainerwechseln inmitten einer Bundesligasaison diskutiert. Aus unterschiedlichen Perspektiven haben Wissenschaftler die Effizienz solcher Krisenmaßnahmen untersucht, das Thema wird bleiben. Die Frage, ob die Trennung des FC Bayern von Niko Kovac eine sinnvolle Maßnahme war, ist aber spätestens mit dem souveränen 4:0-Sieg des FC Bayern bei Fortuna Düsseldorf beantwortet. Scheinbar mühelos hat Nachfolger Hansi Flick auch seine dritte Partie als Münchner Cheftrainer ohne Gegentor gewonnen. Benjamin Pavard, Corentin Tolisso und Serge Gnabry sorgten in der ersten Hälfte für einen komfortablen Vorsprung. Nach der Pause konnten sie bereits Kräfte für das am Dienstag anstehende Champions League-Spiel in Belgrad sparen. Den vierten Treffer steuerte Philippe Coutinho bei.

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          Flick ist damit endgültig auf seinem neuen Posten angekommen; in gewisser Weise war diese Partie ja so etwas wie der erste ernsthafte Test auf Alltagstauglichkeit. Beim 2:0 gegen Olympiakos Piräus unmittelbar nach der Trennung von Kovac befand sich das Team aufgrund des Einschnittes automatisch in einem Zustand erhöhter Grundaufmerksamkeit, und das folgende Duell mit dem BVB (4:0) war ein weltweit beachtetes Topspiel. Die Herbstreise zu einem unbequemen Gegner wie die Fortuna war eine andere Art der Herausforderung, und es fiel den Bayern nicht schwer, auch diese Aufgabe mit der angemessenen Seriosität anzugehen.

          Die Münchner betrieben von der ersten Minute an einen hohen Aufwand, mit Engagement und taktischem Geschick unterbanden sie das gefährliche Düsseldorfer Konterspiel, vor allem jedoch waren sie permanent am Ball und schnürten die Fortuna rund um den eigenen Strafraum ein. Die frühe Führung war eine logische Konsequenz. Thomas Müller spielte eine kurze Ecke auf den ungedeckten Joshua Kimmich, dessen flache Hereingabe auch ohne weiteren Impuls im Tor gelandet wäre. Doch offenbar hatte Benjamin Pavard den Ball noch leicht mit der Fußspitze touchiert (11.), der Franzose wurde zum offiziellen Torschützen erklärt.

          In der Folge gab es eine Fülle weiterer Chancen: Coutinho, der als linker Flügelspieler zu den unauffälligeren Münchnern zählte, hatte eine gute Möglichkeit (24.). Gnabry traf den Pfosten (31.) und Robert Lewandowski verfehlte das Tor um wenige Zentimeter (19.). Für den Polen war es auch darum gegangen, seine sagenhafte Serie mit mindestens einem Tor an jedem Bundesligaspieltag fortzusetzen. Zudem war Düsseldorf der einzige Klub der Liga, gegen den Lewandowski noch nie getroffen hat. Und das blieb auch so. An diesem Tag erhöhten andere ihr Torkonto.

          Das 2:0 erzielte Tolisso nach einem Pass von Gnabry in den Rücken der Abwehr (27.), Torwart Zack Steffen hatte den Ball zuvor bei einem missglückten Spieleröffnungsversuch hergeschenkt. Und das 3:0 gelang Gnabry nach einem hübschen Rückpass Müllers aus acht Metern (34.). In der zweiten Hälfte war das Tempo nicht mehr so hoch, Düsseldorf fehlten die Mittel, die Bayern mussten nicht mehr, aber Lewandowski hätten seine Serie natürlich gerne fortgesetzt. Eine sehr gute Möglichkeit hatte er noch, köpfte aus sechs Metern aber zu unplaziert (64.). Immerhin hatte er den Querpass gespielt, den Coutinho aus kurzer Distanz zum 4:0 ins Tor stocherte (70.) – und so einen weiteren Scorerpunkt gesammelt.

          Die Bayern bewegen sich also wieder in Richtung Tabellenspitze, die Fragen nach dem künftigen Trainer werden aber trotzdem nicht völlig verstummen. Mit der Entlassung von Mauricio Pochettino beim Champions League-Finalisten Tottenham Hotspur hatte diese Diskussion zuletzt frischen Treibstoff erhalten, der Argentinier ist ein interessanter Kandidat für den FC Bayern. Ein Kandidat, der nach dem miserablen Auftritt des BVB am Freitagabend auch in Dortmund Thema sein könnte. Als der Münchner Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor der Partie auf Pochettino angesprochen wurde, erwiderte er nur: „Ich werde mich nicht dazu äußern, Hansi Flick ist bis zur Winterpause unser Trainer.“ Mit ihrem jüngsten Trainerwechsel haben sie in jedem Fall den erhoffen Effekt hinbekommen.

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