https://www.faz.net/-gtm-9zpl2

5:2 gegen Frankfurt : Die Bayern schießen sich für Dortmund warm

Faust drauf: Die Bayern mit einem speziellen Jubel in Corona-Zeiten. Bild: EPA

Die Münchner gewinnen die Generalprobe vor dem Bundesliga-Gipfel beim BVB am Dienstag. Das 5:2 gegen Frankfurt ist eine komfortable Sache. Die Rechnung der Bayern gegen einen waidwunden Gegner geht auf.

          3 Min.

          Kann man sich eine Mannschaft vorstellen, die in der Bundesliga den FC Bayern 5:1 besiegt? Schwierig genug. Fast unmöglich schien am Samstag über weite Strecken diese Vorstellung bei der Mannschaft, die in der leeren Münchner Arena am Ende mit einer 2:5-Niederlage gut bedient war – nach Bayern-Toren von Leon Goretzka (17. Minute), Thomas Müller (41.), Robert Lewandowski (46.) und Alphonso Davies (61.) bei zwei Gegentreffern durch Martin Hinteregger (52./55.), der dann mit einem Eigentor den Endstand herstellte (74.).

          Bundesliga
          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Und doch, es war dieselbe Frankfurter Eintracht, die in der Hinrunde den Bayern die peinlichste Niederlage seit Jahren in der Bundesliga beigebracht hatte – ein Spiel, das aus heutiger Sicht den Verlierer jenes Spiels neu zusammengeschweißt, den Gewinner aber in seine Einzelteile zerlegt hat.

          Seit dem 5:1-Sieg am 2. November, der zur Entlassung von Niko Kovac führte, sind die Bayern wie verwandelt. Die Statistiken unter dem danach zum Cheftrainer beförderten Hansi Flick weisen in nahezu jeder relevanten Rubrik deutliche Steigerungen aus: mehr Kilometer, mehr Sprints, schnellere Ballgewinne, mehr Tore, weniger Gegentore, und vor allem: mehr Punkte. 43 sind es nun in seitdem 17 Spielen für die Bayern, die Bilanz eines Meisters. Elf Punkte in 16 Spielen sind es für die Eintracht – die Bilanz eines Absteigers. Nur Werder Bremen hat mit zehn Zählern eine noch schlechtere Halbjahresbilanz seit Anfang November.

          Gegen diesen waidwunden Gegner glaubten die Bayern sich offenbar ein recht komfortables Vorbereitungsmatch auf das Top-Duell in Dortmund am Dienstag leisten zu können – ein Spiel wie ein gepflegtes Mittagsschläfchen in ruhigem Ambiente, mit Wach- und Traumphasen, bei denen man den Gegner auch im spielerischen Schlummerzustand stets unter Kontrolle glaubte. Bis auf eine kurze Phase nach der Pause ging die Rechnung auf. „Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wir hatten Galligkeit von Anfang an“, sagte Müller beim TV-Sender Sky. „Der Gesamtauftritt war ziemlich gut. Ich bin super zufrieden, wie wir als Mannschaft das von der Intensität angehen.“

          Die erste Wachphase begann nach zehn Minuten. Zuerst landete eine Bayern-Ecke, flach ausgeführt und von Müller listig durchgelassen, bei Lewandowski, der aus zehn Metern die Latte traf. Dann scheiterten Ivan Perisic und Benjamin Pavard an Torwart Kevin Trapp. Und dann, immer noch keine Viertelstunde gespielt, zerplatzten ein paar Silvesterraketen, von Fans weit draußen abgefeuert, im oval eingefassten Regenhimmel über der Arena – und das nur ganz leicht verfrüht. Denn gleich danach schlich sich Müller über links bis zur Grundlinie durch und schob einen schlauen Diagonalpass zurück in den Rückraum, wo Goretzka den Ball als Direktabnahme unter die Latte jagte.

          Dann war wieder Ruhe – bis Müller die nächste Rakete zündete und vier Minuten vor der Pause wieder bis zur Grundlinie durchlief, diesmal von rechts. Seine Hereingabe wurde von Sebastian Rode abgewehrt, doch von der anderen Seite kam der Ball wieder in die Mitte, wo nun Müller, der Eröffner der Szene, auch ihren Abschluss in die Hand nahm. „Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, da haben wir das Spiel dominiert, nur leider zu wenig Tore geschossen“, sagte Bayern-Trainer Flick.

          Als die Frankfurter, ähnlich wie vor einer Woche nach Anpfiff gegen Mönchengladbach, nun bei Wiederanpfiff für Sekundenschlaf mit einem Gegentor bestraft wurden – weder Flankengeber Coman noch Vollender Lewandowski erhielten Begleitung –, schien die Sache erledigt. Doch dann kamen die Frankfurter eher zufällig zu ihren ersten beiden Ecken – und plötzlich stand es nur noch 3:2, beide Male durch Hinteregger, erst mit dem Fuß, dann mit dem Kopf.

          Dann wiederum beendeten die Bayern ihre Traumphase, und die Frankfurter nahmen sich ihre, dummerweise im eigenen Strafraum. So währte die Spannung nur kurz, sechs Minuten, bis aus einem Rettungsversuch von Fernandes in der eigenen Abwehr eine perfekte Vorlage für Davies zum 4:2 wurde. Zum Abschluss vollendete Hinteregger einen etwas unreinen Hattrick, als er sich beim Rettungsversuch vor Gnabry den Ball mit der Hacke ans Standbein und von dort ins eigene Tor kickte.

          Und Kostic erinnerte die Bayern mit einem krachenden Pfostenschuss in der Schlussphase, dass sie gegen Dortmund anders als gegen diesen Gegner bis zum Ende hellwach sein sollten. „Wir wollen hinten, dass die Null steht, was schwierig wird, weil Dortmund eine offensivstarke Mannschaft hat“, sagte Flick mit Blick voraus auf das Spiel am Dienstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky). „Wir hoffen, dass es ein schönes Fußballspiel wird. Egal, wie das Spiel ausgeht, ist in keiner Weise etwas entschieden.“

          Weitere Themen

          Die Bayern treffen nach Lust und Laune

          5:0 gegen Düsseldorf : Die Bayern treffen nach Lust und Laune

          Die Münchner zeigen sich beim 5:0 gegen Düsseldorf meisterlich. Der achte Titel in Serie rückt wieder ein Stück näher. Robert Lewandowski tilgt beim brillanten Bayern-Sieg die letzte Leerstelle seiner Bilanz.

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          Mainz und ein „teils vogelwildes Spiel“

          0:1 gegen Hoffenheim : Mainz und ein „teils vogelwildes Spiel“

          Der FSV ist in der Bundesliga weiter in einer prekären Lage. Beim 0:1 gegen Hoffenheim sieht der Trainer zwar ein „sehr ordentliches Spiel“. In Zukunft sollte es aber nicht mehr nur bei ermutigenden Signalen bleiben.

          Topmeldungen

          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.
          Nicht nur am Mainufer, sondern auch an der Frankfurter Börse herrscht frühlingshafter Optimismus.

          Steigende Kurse trotz Krise : Das Börsenvirus

          Die Wirtschaft liegt noch am Boden, doch die Kurse an der Börse steigen und steigen. Kann die Wette auf die bessere Zukunft aufgehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.