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4:1 gegen Frankfurt : Bayern experimentiert und gewinnt

Die Bayern besiegten Frankfurt auch ohne die besten Spieler. Bild: AFP

Die Münchner schonen fast alle Stars für das Rückspiel in Madrid in der Champions League. Gegen den zukünftigen Bayern-Trainer und dessen Frankfurter reicht es aber auch so zum deutlichen Sieg.

          Niko Kovac bleibt ein Trost: Bei jedem kommenden Auftritt in der Münchner Arena wird er eine viel bessere Mannschaft haben. Der Trainer von Eintracht Frankfurt, der im Sommer zum FC Bayern wechselt, erlebte am Samstag frustriert mit, wie sein altes Team im Kampf um einen europäischen Startplatz eine goldene Gelegenheit vergab und der nominell wohl schwächsten Bayern-Elf seit mehreren Jahren 1:4 unterlag.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Trainer Jupp Heynckes schonte fast alle Top-Spieler für das Champions-League-Rückspiel bei Real Madrid am Dienstag, und so war es einer von vier eingesetzten Jugendspielern, der bei seinem Bundesligadebüt den Führungstreffer erzielte, der zwanzigjährige Niklas Dorsch (43. Minute). Das 2:0 durch Sandro Wagner (76.) konterten die Frankfurter mit dem 2:1 durch Sebastian Haller (78.), doch die eingewechselten Verteidiger Rafinha (87.) und Niklas Süle (90.) ließen den Spielstand am Ende blamabel für Kovac und sein Team aussehen.

          Im frühsommerlichen Kick zweier experimenteller Teams – die Frankfurter auf sechs, die Bayern gar auf acht Positionen gegenüber den letzten Partien verändert –, stand die Versuchs-Elf von Jupp Heynckes eindeutig unter dem Motto „Jugend forscht“, in dem neben Dorsch drei Teenager aus der eigenen Jugend standen. Sie machten ihre Sache gut, vor allem der 17-jährige Franck Evina, während die Frankfurter einfallslos und zaghaft agierten. Kovac tigerte ständig durch sein Karree und gab Handzeichen, doch sein Team spielte lange, als wolle es die Bayern nur nicht reizen.

          Das änderte sich erst mit zwei Kontern kurz vor der Pause, bei denen Mijat Gacinovic mit seinem Schuss das Tor hauchdünn verfehlte (40.) und dann Luka Jovic, völlig frei den Ball nicht an Torwart Ulreich vorbeibrachte (42.). Im Gegenzug stand Wagner genauso frei – und machte es schlauer als Jovic. Per Querpass bediente er den mitgelaufenen Dorsch zum 1:0. Trotz zwei, drei passabler Frankfurter Abschlussgelegenheiten nach der Pause hielt die Münchner Versuchs-Elf den Vorsprung problemlos und baute ihn mit einem Konter durch Wagner aus. Der Anschlusstreffer von Haller ließ Kovac kurz hoffen, doch nur bis die stürmenden Verteidiger Rafinha und Süle trafen. Experiment geglückt. Die echte Probe aber steht einer ganz anderen Bayern-Elf am Dienstag bevor.

          Niederlage an künftiger Arbeitsstätte: Eintracht-Trainer Niko Kovac in München.

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