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Überraschung beim FC Bayern : Bleibt Flick sogar bis Saisonende?

  • Aktualisiert am

Gute Laune in der Münchener Olympiahalle: Bayern-Trainer Hansi Flick Bild: Reuters

Vertrauensbeweis für die Zwischenlösung: Hansi Flick bleibt mindestens bis zur Winterpause Trainer von Bayern München. Bei der Abschiedsgala von Uli Hoeneß machen zudem einige Andeutungen die Runde.

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          Uli Hoeneß begrüßte Hansi Flick gleich mal als „Cheftrainer“. Er tat dies zu Beginn des Abends, an dem er seinen Abschied als Präsident nahm. Es gab großen Applaus, und der nahm später sogar noch zu: zunächst, als Hoeneß die Übergangslösung Flick explizit im Zusammenhang mit dem Sieg gegen Borussia Dortmund ein paar Tage zuvor lobte, dann auch, als Klubchef Karl-Heinz Rummenigge verkündete: Flick bleibt bis zum Ende der Rückrunde Trainer – und vielleicht sogar bis zum Ende der Saison.

          Das Etikett „bis auf Weiteres“, das Flick bislang anhaftete, wird also entfernt, nun gilt laut Rummenigge: „Bis Weihnachten und möglicherweise darüber hinaus.“ Tatsächlich soll Flick der Trainerfindungskommission der Münchner, die offiziell aus Rummenigge und dem designierten Sportvorstand Hasan Salihamidzic besteht, Zeit verschaffen bis zum Saisonende: „Ich bin überzeugt, dass die sportliche Entwicklung, die wir jetzt mit Hansi eingeschlagen haben, im Sommer erfolgreich endet“, sagte Rummenigge.

          Die Münchner haben offensichtlich erkannt: Ein Schnellschuss oder Flickschusterei, das bringt nichts. Kein Trainer, den sie gerne hätten, ist vor dem Saisonende zu haben – erst ab dem kommenden Sommer stünden dem Rekordmeister Kandidaten wie Thomas Tuchel (Paris St. Germain) oder Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) zur Verfügung. Und Flick hat die Verantwortlichen einstweilen überzeugt: Die Trendwende nach der Trennung von Niko Kovac am Tag nach dem 1:5 bei Eintracht Frankfurt am 2. November ist offenkundig.

          Und sie lässt sich gut verkaufen: Flick, lobte Rummenigge, habe eine „imponierende Vorstellung von Training und Taktik. Er hat einen sehr guten Umgang mit den Spielern.“ Und darüber hinaus, ergänzte er, „gefällt uns sein sympathisches Auftreten“. Doch vor allem hat er die Münchner zunächst von den schlimmsten Sorgen befreit: Mit den Siegen gegen Olympiakos Piräus in der Champions League (2:0) und gegen Dortmund in der Bundesliga (4:0) hat er den FC Bayern aus einem „tiefen Schlamassel“ (Rummenigge) herausgeholt.

          Auch Hoeneß machte selbstverständlich Werbung für die bisherige Zwischenlösung. „Unsere Mannschaft hat Borussia Dortmund attackiert, dominiert und am Ende deklassiert, das hat mir gut gefallen.“ Rummenigge ergänzte später noch, „der Neustart ist spektakulär gelungen“, er könne aus „voller Überzeugung“ sagen: „Wir vertrauen Hansi Flick.“ Der Klubchef warnte allerdings auch davor, „mit der Situation zu euphorisch umzugehen“, denn: „Wir müssen nachlegen.“

          Nachlegen heißt für Rummenigge auch: Die Suche nach dem Mann für die Zukunft kann entspannter fortgeführt werden. Hoeneß will sich in diese Diskussion nicht einmischen, sagte er. Auch der neue Präsident Herbert Hainer hält sich angeblich raus: Namen wie etwa Pep Guardiola wollte er erst mal nicht kommentieren, nur so viel: „Prinzipiell wollen wir den besten Trainer für den FC Bayern München haben.“ Der heißt erst mal Hansi Flick.

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