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Bayern München : „Das Transferfenster ist noch nicht zu“

  • -Aktualisiert am

Auf Torjäger Robert Lewandowski können sich die Bayern verlassen. Bild: Reuters

Beim FC Bayern tut sich einiges. Denn nicht nur der Kader verändert sich, auch Trainer Niko Kovac entwickelt neue Ideen für seine Elf. Und mit Blick auf weitere Verstärkungen äußert sich ein Münchner vielsagend.

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          Humor und eine ausgeprägte Neigung zur Selbstironie gehören eher nicht zu den prägenden Merkmalen des Charakters von Robert Lewandowski. Es war also zu erwarten, dass der Pole diese wunderbare Gelegenheit ungenutzt lassen würde. Nachdem der Stürmer des FC Bayern München beim 3:0-Sieg auf Schalke alle drei Tore geschossen und in der Woche zuvor schon die beiden Treffer zum 2:2 gegen Hertha BSC beigetragen hatte, wäre es ein Leichtes gewesen, die nach griffigen Slogans lechzende Öffentlichkeit mit einem forschen „Mein Ziel ist, in dieser Saison alle Tore des FC Bayern zu schießen!“ zu veräppeln. Aber Lewandowski ist ein ernster Mann, den schwärmerischen Überschwang überließ er anderen. Lewandowski sei „eine Legende, ein großartiger Spieler, ein großartiger Typ“, sagte beispielsweise der Weltstar Philippe Coutinho in Gelsenkirchen, der den Platz im Mittelpunkt gern seinem Kollegen überließ.

          Bundesliga

          Eigentlich hatten ja alle damit gerechnet, dass das erste Spiel des prominenten Brasilianers, den die Münchner vom FC Barcelona ausgeliehen haben, zur großen Bundesliga-Story des Wochenendes werden würde. Doch Lewandowskis Privatshow überstrahlte die Ankunft Coutinhos. Der Star war sozusagen Robertinho, dem an diesem Tag alles gelang, in jedem Fall auf dem Spielfeld. Statt danach also scherzhaft zu behaupten, er wolle nun alle Münchner Treffer auf dem Weg zur achten Meisterschaft nacheinander schießen, erklärte Lewandowski ganz ohne Ironie: „Man kann allein ein Spiel gewinnen, aber Titel gewinnt man nur mit der Mannschaft.“

          Damit wollte er wohl seine Wertschätzung für die Kollegen zum Ausdruck bringen, aber das Gefühl, einen Gegner wie den FC Schalke 04 in einem schweren Auswärtsspiel vor einem leidenschaftlichen Publikum „alleine“ besiegen zu können, hat Lewandowski offensichtlich schon. „Lewy ist Wahnsinn, ein Stürmer, wie man sich ihn nur wünschen kann“, sagte der Münchner Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der in den vergangenen Wochen unmittelbar erlebt hatte, wie extrem ehrgeizig dieser Fußballprofi ist. Lewandowski hatte mehrfach öffentlich verkündet, dass der FC Bayern ganz dringend noch hochklassige Neuzugänge braucht, um das große Ziel, den Gewinn der Champions League, nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Das hatte für viel Unruhe gesorgt.

          Nun sind die Neuen da, und Trainer Niko Kovac fordert ohne Umschweife, dass die Neuen Lewandowski „in den nächsten Wochen bitte füttern“ sollen. Die Bayern blicken am Ende eines atmosphärisch nicht ganz einfachen Sommers und nach der Ankunft der Angreifer Ivan Perisic und Coutinho plötzlich mit viel Zuversicht auf die bevorstehenden Monate. „Es sieht wirklich sehr gut aus“, sagte Lewandowski, „wir konnten heute in der zweiten Halbzeit zwei Wechsel machen, da kam frisches Blut rein, das hat mich sehr gefreut. Ich denke, dass unser Kader jetzt optimal ist.“ Perisic bereichert das Team mit einer guten Mentalität und viel Tempo, während Coutinho in Gelsenkirchen ein paar nette Haken und eine elegante Ballbehandlung vorführte. Viel mehr aber auch nicht. Er habe den neuen Kollegen „anfangs sehr zurückhaltend“ erlebt, berichtete Kapitän Manuel Neuer, „aber auf dem Platz ist er jemand, der immer helfen möchte, der den Ball immer haben möchte.“

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