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Wunschspieler von Nagelsmann : Das ist der Bayern-Plan mit Sabitzer

  • -Aktualisiert am

Marcel Sabitzer dürfte schon bald das Trikot des FC Bayern tragen. Bild: Picture-Alliance

Der Transfer von Marcel Sabitzer nach München ist fast perfekt. Er ist der Wunschspieler von Trainer Julian Nagelsmann. Was macht den Österreicher von RB Leipzig so besonders?

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          Wenn der FC Bayern öffentlich zugibt, sich mit einem Spieler eines anderen Vereins „zu beschäftigen“, bedeutet dies meist, dass eigentlich nur noch die Unterschrift unter dem Vertrag fehlt. Die Prüfungsphase, ob der eventuell zu Verpflichtende zum Verein und zum System passt, ob er finanzierbar ist, ist da schon abgeschlossen.

          Bundesliga

          Als Sportvorstand Hasan Salihamidzic am Samstag am Rande des 5:0-Sieges über Hertha BSC Berlin vor dem Sky-Mikrofon erklärte, Marcel Sabitzer könne ein Thema werden, war er das längst. Das Gerücht, die Bayern wollten nach Trainer Julian Nagelsmann und Verteidiger Dayot Upamecano auch noch den Mittelfeldspieler von RB Leipzig verpflichten, hielt sich seit Wochen. Und wurde nun bestätigt. Der Wechsel des Österreichers ist fast perfekt, am Sonntag waren nur noch ein paar Details zu klären. Sabitzer, der rund 15 Millionen Euro Ablöse kosten soll, stand schon nicht mehr im RB-Kader für das Spiel gegen Wolfsburg.

          Es könnte kaum besser laufen für Nagelsmann in diesen Tagen. Die Mannschaft ist nach der schwierigen Vorbereitung in den Erfolgsmodus zurückgekehrt, hat am Samstag, wie der Trainer findet, „die beste Leistung der Saison“ gezeigt, ist dank des Kantersiegs in der Tabelle nach oben geklettert, wenngleich noch nicht auf den ersten Platz, und ist endlich wieder einmal ohne Gegentreffer geblieben.

          Sabitzer „ein guter Spieler“

          Und nun kommt auch noch Nagelsmanns Wunschspieler. Sabitzer als Münchner Königstransfer zu bezeichnen wäre angesichts der Personalrochaden bei anderen europäischen Spitzenklubs in Frankreich, England und Spanien allerdings ein bisschen übertrieben. Der Österreicher ist das, was der FC Bayern sich auf dem Transfermarkt leisten mag, leisten kann.

          „Ein guter Spieler“, wie Nagelsmann immer wieder betonte, aber keiner, der eine Stammplatzgarantie bekommen wird im mit Stars gespickten Ensemble, sondern sich in der Mittelfeldzentrale gegen ähnlich starke, wenn nicht stärkere Konkurrenten erst einmal behaupten muss. An Leon Goretzka und Joshua Kimmich wird der 27 Jahre alte bisherige RB-Kapitän jedenfalls nicht so leicht vorbeikommen.

          Aber für die Verpflichtung von Sabitzer sprach nicht nur, im neben dem etwas verletzungsanfälligen Corentin Tolisso eine weitere Alternative zu haben. Sabitzer hat zudem den Vorteil, flexibel einsetzbar zu sein, als Sechser, als Achter und sogar auf den Außenpositionen. So gesehen, ist er für den in der Breite qualitativ nicht ganz so üppig bestückten Bayern-Kader eine perfekte Ergänzung.

          Und Sabitzer muss sich nicht erst auch noch an einen neuen Trainer gewöhnen, an eine neue Ansprache oder an ein ganz neues System. Sabitzer weiß, was Nagelsmann will. Allerdings ist das nicht das Gleiche, was der Trainer von der Mannschaft in Leipzig erwartet hatte. „Es soll FC-Bayern-Fußball sein, es muss kein Nagelsmann-Fußball sein“, sagte Nagelsmann. FC-Bayern-Fußball, das bedeutet seit vielen Jahren auch, mit zwei Flügelspielern zu agieren, die möglichst an der Außenlinie bleiben, das Spiel breit machen und erst spät nach innen ziehen.

          „Bolzplatz-Mentalität“ von Musiala

          Das war bei Franck Ribéry und Arjen Robben so, dann bei Kingsley Coman und Serge Gnabry oder auch Leroy Sané. Nagelsmann veränderte dies gegen Hertha, rückte Jamal Musiala und Gnabry ein wenig mehr nach innen. Die beiden drangen deshalb oft aus dem Halbfeld in den Strafraum ein. Dafür sollten die Außenverteidiger auf den Flügeln nach vorne stoßen. Was der ohnehin offensiv ausgerichtete Alphonso Davies gerne und oft erledigte, sein Gegenüber Josip Stanisic gelegentlich.

          Musiala weiß auch an der Seitenlinie, was zu tun ist, wie er überhaupt derzeit überall zu wissen scheint, was zu tun ist. Aber auf der Halbposition ist er noch effektiver mit seinen „unglaublichen Qualitäten im Eins-gegen-eins“, wie Nagelsmann feststellte. Wie bei seinen Toren im Pokal gegen den Fünftligaklub Bremer SV überzeugte er auch am Samstag bei seinem Treffer zum 3:0 durch eine perfekte Ballbehandlung. Musiala habe noch „die „Bolzplatz-Mentalität“, die es im Jugendbereich nicht mehr so oft gebe, sagte Nagelsmann: „Meine größte Aufgabe wird es sein, die ihm nicht auszutreiben, sondern die muss er beibehalten.“

          Bei seiner Systemmodifikation geht es dem neuen Bayern-Trainer vor allem um „eine gute Struktur bei Ballbesitz“, wie er sagt, und um kürzere Wege beim Gegenpressing und bei der Umschaltbewegung. „Dann sind wir stabiler“, weiß Nagelsmann. Am Samstag ist sein Plan aufgegangen. Allerdings war der Gegner kein Gradmesser. Hertha störte anders als eine Woche zuvor selten früh und gab den Bayern viel zu viel Raum zur Entfaltung, vor allem nach dem zweiten Tor, das gleichzeitig der Beginn eines weiteren Lewandowski-Festspielabends war.

          Genau genommen hat der sogar schon kurz nach Anpfiff begonnen, mit einer Aktion, die man nicht so oft sieht bei Lewandowski. Er schoss nach einer Hereingabe von Davies nicht selbst aufs Tor, sondern ließ den Ball für den besser postierten Thomas Müller durch, der dann zum 1:0 traf. Aber wer in den vergangenen zwei Jahren fast alle Rekorde gebrochen hat oder noch dabei ist, sie zu brechen, der hat, wie Müller feststellte, „bereits das nächste Level erreicht“ – und dann kann man auch dem Kollegen mal den Torerfolg gönnen. Zumal Lewandowski danach selbst dreimal traf.

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