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FC Bayern in Frankfurt : Die brisante Rückkehr des Niko Kovac

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Kurz vor Weihnachten trifft Bayern-Trainer Niko Kovac auf seine alte Mannschaft aus Frankfurt. Bild: EPA

Kurz vor Weihnachten steht für den FC Bayern in Frankfurt eine sehr schwere Aufgabe an. Besonders ist das Spiel vor allem für Trainer Niko Kovac. Vor dem Wiedersehen mit seinem alten Klub wird er emotional.

          Die Rückkehr nach Frankfurt wird für Niko Kovac zweifelsohne emotional, schließlich hat der Trainer von Fußball-Rekordmeister Bayern München eine „besondere Verbindung“ zur Eintracht. „Und wenn kurz vor Weihnachten auch noch das Licht angeht, wird es eine tolle Atmosphäre, auf die ich mich riesig freue“, sagte der 47-Jährige vor dem Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky). „Der Klub und die Spieler sind mir ans Herz gewachsen.“ Auf Geschenke sollte der Kroate aber nicht hoffen. Das 5:0 im Supercup-Finale zum Saisonstart müsse seine Mannschaft „vergessen“, mahnte Kovac. Er war vor dieser Saison nach München gewechselt, nachdem er die Frankfurter zuvor im Glauben gelassen hatte, auch über den Sommer hinaus zu bleiben („Stand jetzt“). Daher birgt das Wiedersehen auch eine gewisse Brisanz.

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          „Das wird kein Zuckerschlecken“, sagte Kovac, der mit den Hessen in der vergangenen Saison den DFB-Pokal gewonnen hatte und ganz genau weiß, dass ihm eine Niederlage beim ehemaligen Arbeitgeber das Weihnachtsfest ordentlich verhageln würde. „Es ist wichtig, dass wir in Frankfurt etwas mitnehmen“, mahnte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Bei der mit dem Sieg über RB Leipzig (1:0) eingeleiteten Jagd auf Tabellenführer Borussia Dortmund wähnt sich der Rekordmeister aber auf dem richtigen Weg. Kovac sprach von der „dritten Phase“ der Saison: „Wir sind auf dem aufsteigendem Ast. Das waren die richtigen Schritte, die wir eingeleitet haben.“ Die zwischenzeitliche „Delle“ wünscht er nun dem BVB.

          Es gelte, noch einmal „alle Kräfte zu bündeln“, sagte Kovac. Seine Mannschaft habe die ungewohnte Jägerrolle inzwischen total angenommen. „Wir sind jetzt im Windschatten, wir haben uns rangezogen“, sagte Kovac angesichts von noch sechs Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund vor dem letzten Hinrundenspieltag. Der Meistertitel ist wieder das Ziel. „Die Jungs wollen das schaffen, neun Punkte aufzuholen und am Ende zu feiern.“ In Frankfurt müssen die Bayern allerdings ohne Serge Gnabry (Muskelfaserriss) und Arjen Robben (Oberschenkelprobleme) antreten, dafür sind Jerome Boateng und Kingsley Coman wieder einsatzbereit. „Wir dürfen nicht im Urlaubsmodus, sondern müssen voll auf Spannung sein“, sagte Kovac, bei der Eintracht übrigens Vereinsmitglied auf Lebenszeit.

          Welche „Geschenke“ ihm von Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic in der Winterpause gemacht werden, ließ der Trainer abermals offen. Zu den Transfergerüchten um den französischen Weltmeister Lucas Hernandez, der angeblich für 80 Millionen Euro von Atletico Madrid kommen soll, nahm er am Freitag nur indirekt Stellung: „Wir spielen morgen und schauen dann, was das Christkind beruflich und privat für uns bereit hält.“

          Das „magische Dreieck“ der Frankfurter mit Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic könnte zumindest perspektivisch zum Transfer-Thema werden. Kovac bescheinigte Jovic am Freitag abermals angehende „Weltklasse“. Wenn der 20-Jährige gesund bleibe, dann „wird er irgendwann bei einem ganz großen Klub spielen“.

          Bei der Eintracht dürften Kovacs Worte nicht sonderlich gut ankommen. Schließlich bauen die Hessen zum Ende ihrer erfolgreichen Hinrunde fleißig am Kader der Zukunft. Fünf Leistungsträger haben bereits verlängert, am Freitag zuletzt Danny da Costa. Und bei dem bislang nur ausgeliehen Jovic solle bald die Kaufoption gezogen werden, sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei Amazon Music. „Wir sind total überzeugt von seinem Weg“, sagte der ehemalige Nationalspieler: „Wohin ihn sein Weg letztlich führt, muss er selbst bestimmen. Es wird immer Abnehmer geben, die so einen Spieler haben möchten. Die sind groß und wirtschaftlich sehr stark, und wir sind immer noch Eintracht Frankfurt. Das heißt nicht, dass wir uns klein machen wollen.“

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