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Teuerster Bundesliga-Einkauf : FC Bayern holt Weltmeister Hernández für Rekordsumme

  • Aktualisiert am

Lucas Hernández Bild: AFP

Die Münchner verpflichten Lucas Hernández von Atlético Madrid für 80 Millionen Euro. Nie zuvor gab ein Bundesligaklub so viel Geld für einen Neuzugang aus. Ob der Franzose zum Saisonstart einsatzfähig ist, ist aber noch unklar.

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          Mit dem Rekordtransfer Lucas Hernández treibt der FC Bayern den teuersten Umbruch seiner Geschichte weiter voran. Für die festgeschriebene Ablösesumme von 80 Millionen Euro kommt der französische Fußball-Weltmeister im Sommer von Atlético Madrid nach München, wo er einen Fünfjahresvertrag bis einschließlich 30. Juni 2024 unterschreibt. Nie zuvor gab ein Bundesliga-Klub mehr Geld für einen neuen Spieler aus. Den bisherigen Rekord hielten auch die Münchner mit dem Kauf von Corentin Tolisso (41,5 Millionen Euro). Der Mittelfeldspieler, der mit Hernández Weltmeister wurde, kam im Sommer 2017 aus Lyon.

          „Ich bin sehr glücklich, dass wir in Lucas Hernández einen der besten Defensivspieler der Welt und Weltmeister verpflichten konnten“, sagte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic, als er mit einigem Stolz den ersten „Kracher“ für den Umbau im Sommer verkündete. Da bei der sportmedizinischen Untersuchung eine Schädigung des Innenbandes im rechten Knie festgestellt wurde, stand für Hernández in Absprache mit Atlético noch am Mittwoch eine Operation an. Zum Saisonstart 2019/20 soll der 23 Jahre alte Verteidiger nach Prognose von Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt im Normalfall aber einsatzfähig sein.

          Der Zugang des französischen Weltmeisters Benjamin Pavard (22) für die festgeschriebene Ablöse von 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart als Verpflichtung für die neue Spielzeit steht schon länger fest. Zudem hat sich der deutsche Fußball-Rekordmeister die Dienste von Jann Fiete Arp (19) vom Zweitligaklub Hamburger SV gesichert.

          Mit dem von Vereinspräsident Uli Hoeneß angekündigten „größten Investitionsprogramm“ der Klub-Geschichte stoßen die Bayern in neue Dimensionen vor. Der Poker um Chelsea-Teenie Callum Hudson-Odoi geht dabei erstmal in die nächste Runde, der um den Leverkusener Kai Havertz könnte erst noch beginnen. Der Nationalspieler wird von Topklubs gejagt, über den Bayer-Wunsch nach einer Ablöse von über 100 Millionen Euro wird spekuliert. Aber auch die 80 Millionen Euro für Hernández bedeuten eine neue Ablöse-Zeitrechnung bei den Münchnern.

          „Der FC Bayern München ist einer der besten Clubs in Europa und der Welt. Ich bin stolz, künftig um alle Titel für Bayern kämpfen zu können“, sagte der 23-Jährige. Zugleich betonte der Franzose: „Dies ist die schwierigste und wichtigste Entscheidung, die ich in meiner sportlichen Karriere treffen musste. Atlético bedeutet mir sehr viel, denn hier bin ich als Fußballer und als Mensch groß geworden und der Spieler geworden, der ich heute bin. Es hat mich viel gekostet, „Nein“ zu Atlético zu sagen, aber ich entscheide mich für eine neue Herausforderung beim FC Bayern München.“

          Hernández, 1996 in Marseille geboren, spielt seit 2007 für Atlético Madrid, durchlief dort alle Junioren-Mannschaften und bestritt von der Saison 2014/15 an insgesamt 110 Pflichtspiele für die Profis. Er bedankte sich am Mittwoch „bei Atlético, Managern, Trainern, Teamkollegen und Fans für diese zwölf unglaublichen und unvergesslichen Jahre, in denen ich Teil des Klubs war. Atlético wird immer in meinem Herzen sein.“ Der spanische Verein schrieb, er habe dem Spieler die Möglichkeit gegeben, seinen Vertrag zu verlängern – aber der Franzose habe sich anders entschieden.

          Beim intensiv umworbenen Hudson-Odoi geht der Poker derweil in die nächste Runde. Der FC Chelsea will seinen Offensivspieler laut Londoner „Times“ selbst dann nicht ziehen lassen, wenn der 18-Jährige seinen bis zum Sommer 2020 befristeten Vertrag nicht verlängert. Danach könnte Hudson-Odoi ablösefrei wechseln. Der englische Nationaltrainer Gareth Southgate ist überzeugt, dass Hudson-Odoi in London gut aufgehoben ist. Doch der Nationalspieler wünscht sich mehr Spielzeit. Mindestens 30 Millionen Euro haben die Münchner geboten.

          Weitaus mehr würde der Leverkusener Havertz kosten, der bei Bayer noch einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel bis einschließlich 30. Juni 2022 besitzt. Immer wieder wurde über das 19 Jahre alte Ausnahmetalent als ein möglicher Bayern-Spieler der Zukunft spekuliert. Aber auch andere Spitzenteams in Europa haben den Nationalspieler im Visier. Laut „Sport Bild“ soll Havertz den Leverkusenern mindestens den Wahnsinnsbetrag von 100 Millionen Euro bringen, sein aktueller Marktwert wird auf 65 Millionen taxiert.

          „Kai ist ein sehr großes Talent. An ihm wird Fußball-Deutschland sicher noch viel Spaß haben“, sagte Bayern-Verteidiger Mats Hummels. Havertz' Bilanz ist eindrucksvoll: In bereits 80 Bundesligaspielen erzielte er 17 Tore und bereitete 19 vor. Dem Blatt zufolge soll Havertz im Sommer 2020 an die Säbener Straße kommen.

          Spekuliert wurde zuletzt auch über den Ivorer Nicolas Pépe von OSC Lille oder Timo Werner von RB Leipzig als Neuzugänge für die neue Saison, wenngleich diese Namen zuletzt nicht mehr oft fielen. „Einen soften Umbruch hinzulegen, das ist die Kunst“, hatte Hoeneß vor einem Monat bei Sport1 erklärt und orakelt: „Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für nächste Saison...“ Spekuliert wird seitdem umso mehr.

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