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Winter-Transfermarkt : Das riskante Spiel des FC Bayern

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„Wir haben ein tolles Team und tolle Spieler, die wir bis Saisonende nutzen werden“: Niko Kovac Bild: dpa

Mit Sandro Wagner geben die Münchner den einzigen Ersatz für Robert Lewandowski ab. Ein neuer Stürmer kommt nicht – dazu holen sich die Bayern auf dem Transfermarkt weitere Absagen. Geht das gut?

          Der Weggang seines einzigen Backup-Mittelstürmers sorgte bei Niko Kovac nicht für außergewöhnliche Sorgenfalten. Und auch die jüngsten Abfuhren auf dem Transfermarkt sollen die Stimmung vor dem Beginn der saisonentscheidenden Wochen und Monate beim FC Bayern nicht trüben. „Wir haben ein tolles Team und tolle Spieler, die wir bis Saisonende nutzen werden“, verkündete der Trainer am Donnerstag, viereinhalb Stunden vor dem Ende der Transferperiode.

          In der waren den Münchnern keine neuen Deals geglückt. Den Rückstand zu Dortmund in der Bundesliga aufholen und in der Champions League gegen den FC Liverpool bestehen, das muss also das vorhandene Personal schaffen. „Das wird nicht einfach, Dortmund macht das super. Die Spannung war nie größer in der Bundesliga als jetzt wieder“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Donnerstag.

          Dass der deutschen Fußball-Branchenprimus im Ringen um neue Spieler vor der Rückrunde das Nachsehen hatte, moderierte Kovac mit seinem markant coolen Lächeln weg. Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte nach einer wechselhaften Hinrunde versucht, im Winter Verstärkungen zu verpflichten. „Dass andere Klubs gute Spieler nicht gehen lassen möchten, ist auch klar“, sagte Kovac und verwies auf seinen „großen Kader“, bei dem bis auf Corentin Tolisso alle wieder an Bord seien.

          Die zuletzt an den Oberschenkeln verletzten Routiniers Arjen Robben und Franck Ribéry trainieren zwar wieder mit dem Team, am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) in Leverkusen aber werden sie noch nicht spielen. Thiago hatte das Vormittagstraining wegen Muskelproblemen ausgelassen. Beim Spanier geht der Trainer aber von einem Einsatz bei Bayer aus.

          „Es macht keinen Sinn, noch drei oder vier zu holen“, sagte Kovac. An ungefähr so vielen Neuzugängen waren die Bayern dran, vor allen am englischen Youngster Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea oder an Abwehr-Weltmeister Lucas Hernández von Atlético Madrid. Auf Hudson-Odoi hatten die Münchner bis zum letzten Tag des Transferfensters gehofft, wie Boss Rummenigge am Rande des Branchentreffens Spobis andeutete. Doch die Londoner verweigerten dem 18-Jährigen die Freigabe.

          Rummenigge gab sich gelassen und meinte: „Auf der Position für den Burschen, für den Hasan sich da interessiert hat, haben wir jetzt fünf Leute. Ich glaube, wir kommen damit klar bis Saisonende.“ Den Weg an die Isar gefunden hat nur der Kanadier Alphonso Davies, aber dessen Verpflichtung war schon im Sommer fix gemacht worden. Stattdessen gaben die Münchner sogar einen Spieler ab: Sandro Wagner will nicht länger Ersatz für Star-Stürmer Robert Lewandowski sein und wechselt nach China. Einen neuen Backup für den Tor-Polen gibt es nicht.

          „Wir haben mit Thomas (Müller) und Serge (Gnabry) Spieler, die diese Position spielen können und schon gespielt haben“, sagte Kovac. Gleichwertige Alternativen für Lewandowski sind sie zwar nicht, „es gibt auf der Welt vielleicht zwei Spieler, die Lewy ersetzen können“, unterstrich Kovac. Aber die stellen sich in München nicht hinter dem Torjäger an oder setzen sich gar wie zuletzt Wagner auf die Tribüne.

          Verletzen darf sich Lewandowski in diesem Plan freilich nicht. Im Frühjahr 2017 war der Rekordmeister in Not geraten, als der Stürmer mit einer Schulterverletzung in der Champions League gegen Real Madrid ausfiel und kein Ersatz bereit stand. Bayern schied aus. Es ist also ein riskantes Spiel, das die Münchner hier spielen.

          Diesmal wollen sie es in der Königsklasse besser machen und zuvor in der Bundesliga den Sechs-Punkte-Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund aufholen. Weil jetzt auch wieder die Zeit der Englischen Wochen beginnt, deutete Kovac die Rückkehr zur Rotation an, wenn auch wesentlich weniger exzessiv als teils noch in der Hinrunde. „Es ist normal, dass wir jetzt wieder wechseln werden“, sagte er vor der Reise nach Leverkusen am 20. Spieltag der Bundesliga.

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