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Ende einer Bayern-Epoche : Ein guter Freund als Hoeneß-Nachfolger

Zwei, die sich verstehen: Herbert Hainer (links) und Uli Hoeneß im Stadion des FC Bayern 2016. Bild: Picture-Alliance

Uli Hoeneß arbeitet schon länger an seinem „geordneten Rückzug“ vom FC Bayern. Bald könnte es soweit sein. Herbert Hainer soll dann als neuer Präsident übernehmen. Beide sind persönlich eng verbunden.

          Der FC Bayern ohne Uli Hoeneß, er wäre nicht mehr derselbe. Das ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner unter allen Reaktionen auf den Bericht vom baldigen Rückzug des Präsidenten, der am späten Dienstagabend die Fußball-Republik aufschreckte. Auf der einen Seite ist das selbstverständlich, auf der anderen aber vage Umschreibung für das, was kommen wird: nichts weniger als ein Epochenbruch für den größten, populärsten und polarisierendsten Fußballverein in Deutschland. Einer, der schon begonnen hat, schleichend, von dem sich aber noch kaum jemand vorstellen kann, wie es sich anfühlt, wenn er erst vollzogen ist.

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          Weltklub und Volksschauspiel zugleich zu sein, das gehört zum Selbstbild des FC Bayern, und wie ein Widerspruch klingt das nur im ersten Moment, schließlich ist der Verein der lebendige Beweis, dass es geht. Und Hoeneß ist bislang immer derjenige gewesen, der das verkörpert, der vor allem für die Verankerung im Volk, an der Basis stand. Man braucht sich nicht lange umzuschauen in der Fußballwelt: So etwas wie den FC Bayern, ein Klub, der einerseits eine Führungsposition auf dem Weltmarkt anstrebt, der zugleich aber auch noch den Charme eines inhabergeführten Geschäfts von nebenan verströmt – das gibt es eigentlich nicht mehr. Und keinen anderen Weltklub, der eine Figur wie Hoeneß hätte. Einen großen Integrator, der den Laden emotional zusammenhält, aus dem Hintergrund, oder besser: aus der Halbdistanz.

          Ob das noch zeitgemäß ist? Das ist eine andere Frage. Woanders leisten das starke Trainerfiguren, die in der ersten Reihe stehen, mehr oder weniger alleine: Klopp, Guardiola, Zidane. Zuletzt wirkte es, als stoße das Modell FC Bayern insgesamt an seine Grenzen, ja, als wäre der Klub manchmal gelähmt, auch weil er sich nicht recht entscheiden kann, in welche Richtung er eigentlich will. Und weil, unpraktischerweise, seine Führungsfiguren, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Hoeneß, der Präsident und Aufsichtsratschef, sich dabei längst nicht immer einig sind. Es knirschte vernehmlich im Gebälk, und wie auch immer die Nachricht in die Welt kam, dass sich Hoeneß im November nicht mehr zur Wiederwahl stellen wolle: Es passte irgendwie ins Bild, dass Rummenigge und die Münchner in der Neuen Welt überrumpelt wurden von dieser „Bombe“ (Joshua Kimmich) aus der Heimat. „Ich weiß nicht, ob es eine Tatsache ist, und ich möchte es auch nicht kommentieren, weil es ist eine exklusive Angelegenheit von Uli“, sagte Rummenigge nach der Rückkehr von der Amerika-Reise auf dem Flughafen München. „Er wird sich seine Zukunft reichlich überlegt haben und wird es dann, wenn ich es richtig gelesen habe, am 29. August verkünden.“

          Zu Hoeneß’ Plan dürfte die verfrühte Offenbarung (so sie sich als solche bewahrheitet) auch nicht gehört haben, schließlich arbeitet er seit einiger Zeit an einem Projekt, das man „geordneter Rückzug“ nennen kann – geordnet ganz nach seinem Gusto. Dazu gehört die Personalie Oliver Kahn, der frühere Nationaltorwart soll Ende 2021 Rummenigges Posten übernehmen, Anfang nächsten Jahres beginnt die Einarbeitung. Und dazu gehört offenbar auch Herbert Hainer, als der Mann, der auf Hoeneß folgen soll. Die Übergabe an den früheren Adidas-Chef ist, wie es zu Hoeneß passt, eine in aller Freundschaft – aber welche Perspektive ist damit für den FC Bayern verbunden?

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