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3:0 gegen VfB Stuttgart : Der Bayern-Express rollt wieder

Traf wie bislang immer in Pflichtspielen unter Niko Kovac: Robert Lewandowski Bild: AFP

Der FC Bayern hat mit dem VfB Stuttgart keine Mühe – kontrolliert Ball und Gegner. Robert Lewandowski, der unter Kovac bislang immer traf, schoss genauso ein Tor, wie ein Startelfdebütant.

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          Eine Woche auf Platz zwei lang war ihnen genug. Am Samstagabend haben sich die Bayern den Platz, der ihrem Selbstverständnis entspricht, mit einer meisterlichen Leistung zurückgeholt. Die Tore zum nie gefährdeten 3:0-Sieg beim VfB Stuttgart, nun Tabellenletzter, erzielten Leon Goretzka (37. Minute), Robert Lewandowski (62.) und Thomas Müller (77.). Franck Ribéry feierte dabei das Jubiläum seines 250. Bundesligaspiels mit dem 184. Sieg, eine Bestmarke in der Geschichte der Liga.

          Bundesliga
          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Kurz bevor der Bayern-Express durch die immer wieder verspätete Stuttgarter Defensive jagte, war um 14.54 Uhr der TGV nach Paris vom Hauptbahnhof Stuttgart abgefahren. Jerome Boateng war aber nicht unter den Passagieren, er hatte sich kurz vor Schluss des Transferfensters am Freitag gegen einen Wechsel zum französischen Meister Paris St-Germain entschieden – sehr zur Freude von Bayern-Trainer Niko Kovac, der den Verteidiger auch prompt für seine Startelf vorsah. Boateng verlebte einen ruhigen Abend.

          Von Beginn an kontrollierte der Meister Ball und Gegner und kam gegen die sehr defensiv auf- und eingestellten Stuttgarter zu einer Fülle von Torchancen. Zum gefährlichsten Mann wurde dabei keiner der üblichen Verdächtigen wie die Torjäger Lewandowski und Müller oder die Flügel-Altstars Robben und Ribéry, sondern der aus dem Rückraum immer wieder zum Tor vorstoßende Mittelfeldmann Goretzka, einziger Neuzugang in der Startelf. Nach 23 Minuten erwischte der frühere Schalker eine Kimmich-Flanke am Fünfmeterraum-Eck, brachte aber nicht genug Kopf gegen den Ball, der dadurch am langen Eck vorbeistrich.

          Viel Kampf gab es nur zu Beginn. Da hielt der VfB immerhin in den Zweikämpfen gut mit und tat den Bayern weh. Hier legt Anastasios Donis den Münchener Franck Ribéry. Bilderstrecke
          VfB gegen FCB : VfB gegen FCB

          Dann, nachdem Stuttgart seine beiden einzigen Halb-Chancen nicht hatte nutzen können – zuerst übersah Mario Gomez an der Strafraumgrenze den rechts freistehenden Anastasios Donis und rannte sich fest (28.), dann brauchte Bayern-Torwart Manuel Neuer viel Glück, als ihm die Weiterleitung eines Rückpasses zur Seite um ein Haar misslang und haarscharf an Gomez vorbeiflog (36.) – schlugen die Bayern durch ihre namhafteste Verstärkung der Saison zu. An der Strafraumgrenze kam der Ball von Müller quer zu Goretzka, der sich gegenüber Donis mit gekonnter Ballannahme freie Schussbahn verschaffte. Sein scharfer Schlenzer flach ins rechte Eck war für Torwart Ron-Robert Zieler nicht zu halten. Jubelnd sprang Goretzka nach seinem ersten Bundesliga-Treffer im Bayern-Trikot hoch und stieß die wegen eines gebrochenen Mittelfingergelenks bandagierte rechte Hand in die Luft wie ein Boxer nach einem gewonnenen Kampf.

          Verunsicherte Stuttgarter haben keine Chance

          Und die Bayern setzten nach, um den angezählten Stuttgartern noch vor der Pause den K.o. zu versetzen – zunächst noch ohne Erfolg, mit zwei weiteren Abschlüssen durch Goretzka, einem Flugkopfball und einem Distanzschuss, beide rechts vorbei, dann mit einem von Zieler parierten Hummels-Kopfball und einem von Müller nach Kopfballvorlage von Goretzka aus spitzem Winkel über das Tor gejagten Volley. 8:0 Ecken, so lautete aus Bayern-Sicht die Bilanz der einseitigen ersten Hälfte, dazu 11:1 Torschüsse, davon fünf allein durch Goretzka.

          Auch nach der Pause änderte sich nichts an den Kräfteverhältnissen. David Alaba jagte einen Freistoß aus 28 Metern mit solch scharfer Kurve über die Mauer, dass der Ball noch aufsetzte, bevor er vom Innenpfosten ins Feld zurücksprang (49.). Der unermüdliche Goretzka verfehlte das Tor per Kopf (53.) ebenso knapp wie Lewandowski per Fuß (55.) und Hummels wieder per Kopf (56.).

          Und kaum hatte sich VfB-Trainer Tayfun Korkut entschieden, mit der Hereinnahme von Erik Thommy dann doch offensiv mehr zu wagen, ging der Schuss nach hinten los, als Müller im Rückraum Goretzka anspielte und dieser den Ball Lewandowski überließ. Der Torschützenkönig vollendete aus 17 Metern durch die Beine von Verteidiger Timo Baumgartl zum überfälligen 0:2. Und nach einer weiteren gekonnten Kombination, als Lewandowski eine scharfes Zuspiel von Kimmich herrlich per Hacke in den Lauf von Müller lenkte, krönte das 0:3 einen meisterlichen bayrischen Abend.

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