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5:0 gegen den HSV : Bayern kommt spät in Torlaune

So ein Auftakt macht den Bayern Spaß: Thomas Müller glänzt als Torschütze. Bild: dpa

2:9 oder 0:8? Ganz so schlimm wie zuletzt kommt es für den HSV beim Auftakt in die neue Bundesliga-Saison nicht. Die Bayern begnügen sich mit einem 5:0-Sieg. Zwei Spieler ragen heraus.

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          Es bleibt dabei: Wo sie sind, ist oben. Wie an bisher jedem Spieltag des Jahres 2015 führen die Bayern die Tabelle der Fußball-Bundesliga auch nach dem ersten Abend der neuen Spielzeit an. Wer sie zumindest vorübergehend verdrängen will, muss an diesem Samstag oder Sonntag mindestens sechs Treffer erzielen. Mit einem nie gefährdeten 5:0-Sieg schickten die Bayern im Duell der beiden am längsten erstklassigen deutschen Teams am Freitag den Hamburger SV wie gewohnt sieg- und punktlos nach Hause – aber diesmal wenigstens nicht ganz mit dem peinlichen Gepäck von acht Gegentoren wie im Vorjahr oder gar neun wie vor zwei Jahren.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Verteidiger Medhi Benatia hatte in der zähen ersten Hälfte per Kopf die Führung erzielt, ehe in einem zunehmend entfesselten Bayern-Team die Stürmer das Nötige übernahmen. Erst traf Robert Lewandowski (53.), dann ließ Thomas Müller in kurzer Folge zwei Treffer folgen (69./73.). Am Ende krönte Neuzugang Douglas Costa seine starke Leistung mit dem 5:0 (87.).

          „Wir haben es verstanden, trotz der Erfolge hungrig zu sein. Das ist etwas Schönes. Wir haben auch nach dem 2:0 weitergemacht. An dieser Mentalität wollen wir festhalten“, sagte Müller der ARD. Matthias Sammer freute sich über das Zunull. „Wir müssen jetzt Signale aussenden, die richtigen Signale“, sagte der Bayern-Sportdirektor. So würde die Konkurrenz nicht auf den Gedanken komme, dass „gegen den FC Bayern vielleicht was geht.“ Bei den Hamburgern war die Laune deutlich schlechter. „Wir haben das in der ersten Halbzeit noch gut gemacht. Irgendwann haben wir Fehler gemacht, dann war das Ergebnis nicht mehr zu halten“, sagte Torwart René Adler.

          Der Eröffnungstag der 53. Spielzeit war für die Bayern auch ein besonderes Jubiläum. Auf den Tag genau fünfzig Jahre vorher hatte der damalige Aufsteiger seine Bundesliga-Premiere gegeben, am 14. August 1965 im Derby gegen 1860 München. Dieses Spiel hatte, wie man den bei dieser Gelegenheit verbreiteten Rückblicken entnehmen konnte, noch keinen Vorgeschmack auf die Übermacht gegeben, die die Bayern in dem halben Jahrhundert seitdem mit 24 Titeln werden sollten.

          Kein großes Tamtam: Die Eröffnungsshow geriet angenehm kurz. Bilderstrecke

          Die Bayern-Ära begann nämlich denkbar schlecht, als Timo Konietzka schon nach 45 Sekunden im Grünwalder Stadion Franz Beckenbauer entwischt war und an Sepp Maier vorbei den Siegtreffer erzielt hatte – einen Rückstand, dem die Bayern erfolglos hinterherliefen. Dabei hatten sie 82 Minuten auch noch in Unterzahl spielen müssen, weil Kapitän Adolf Kunstwadl früh mit Verletzung vom Platz getragen wurde – Einwechslungen waren noch nicht erlaubt.

          Fünfzig Jahre später waren die Bayern ebenfalls in Unterzahl, als das erste Tor der Saison fiel. Nach einem Foul wartete Costa nach ärztlicher Behandlung noch auf Wiedereinlass ins Spiel, als Xabi Alonso den fälligen Freistoß aus halblinker Position bereits butterweich an den Fünfmeterraum schlug. Benatia war im richtigen Moment in die Flugkurve gestartet und verlängerte die Vorlage halb mit dem Kopf, halb mit der Schulter ins Tor.

          Es war einer der seltenen Momente von Torgefahr in einer noch verkrampften ersten Halbzeit. Die Hamburger bauten sich zu zehnt zwischen Strafraumgrenze und Mittelkreis, und die Bayern verhedderten sich zunächst noch in diesem verengten Spielraum – gerade Neuzugang Arturo Vidal suchte oft noch die Feinabstimmung mit den Kollegen. Die einzigen lichten Momente bayrischer Spielkunst waren bis zur Pause ein Steilpass von David Alaba (8. Minute), den Arjen Robben per Kopf knapp am Tor vorbei verlängerte, und zwei gute Flanken, die Lewandowski (21.) und Müller (29.) nicht präzise genug verwerten konnten.

          Die Hamburger ihrerseits hatten es geschafft, tatsächlich den ersten Torschuss der 53. Bundesliga-Saison abzugeben, er war allerdings von erlesener Harmlosigkeit. Lewis Holtby beförderte den Ball ohne Druck genau auf Torwart Manuel Neuer. Trainer Bruno Labbadia hatte erklärt, „nicht nur mitklickern“ zu wollen in München. Doch um Torgefahr zu erzeugen, fehlten seinem Team die Mittel.

          Wenigstens spielten die Hamburger nicht so wie das Angsthasen-Team, das bei den letzten fünf Besuchen in München 31 Gegentore kassiert hatte. „Erste Liga, keiner weiß, warum“, hatte die Fans des Viertligavereins Jena am Sonntag gesungen, die Bayern-Fans kopierten das schon vor Anpfiff. Doch danach gaben die Hamburger für längere Zeit keinen Anlass mehr dazu, an ihrer Erstligatauglichkeit zu zweifeln – bis Außenverteidiger Matthias Ostrzolek, bedrängt von Müller, eine Flanke per Kopf nur genau für die Füße von Lewandowski abwehren konnte. Der bedankte sich für das Geschenk mit einem satten Schuss aus zehn Metern zum 2:0.

          So richtig in Stimmung kamen die Zuschauer aber erst, als Costa, inzwischen für den ausgewechselten Robben vom linken auf den rechten Flügel gewechselt, seinen Turbo anwarf, bis zur Grundlinie kurvte und von dort den Ball mit dem linken Außenrist auf Müllers Stirn zwirbelte - das erste Kunststück der neuen Fußballsaison. Das nächste ließ nicht lange auf sich warten – Lewandowki bediente Müller, der umspielte Adler und traf ins leere Tor. Den Schlusspunkt setzte Costa mit einem scharfen Schuss von der Strafraumgrenze.

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