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Bayern gegen Gladbach : Aufholjagd beim Angstgegner

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Gladbachs Alassane Plea (links) trifft im Hinspiel gegen den FC Bayern zum 1:0. Bayern Niklas Süle kann den Treffer nicht mehr verhindern. Bild: dpa

Nach der Niederlage des BVB hat der FC Bayern nun die Chance Dortmund nach Punkten einzuholen. Doch ausgerechnet nun müssen die Münchner zum Angstgegner nach Mönchengladbach reisen.

          Diesen Abend haben sie in München nicht vergessen, allen voran Niko Kovac nicht. Das 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach war die höchste Niederlage in der Amtszeit des Kroaten als Trainer des FC Bayern. Die Heimklatsche markierte Anfang Oktober einen Tiefpunkt in der Fußball-Bundesliga. In der Tabelle stürzte der deutsche Serienmeister damals auf Platz sechs ab. Jetzt kommt es am Samstag (um 18.30 bei Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga) beim Topspiel Dritter gegen Zweiter im Borussia-Park zur Revanche. Und die Gladbacher sollen für Kovac und die Bayern im Titelkampf nicht wieder zum Stolperstein werden. Zumal Borussia Dortmund nach der Niederlage gegen den FC Augsburg dem Konkurrenten aus München die Möglichkeit bietet zumindest nach Punkten mit dem BVB gleichzuziehen.

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          „Es geht jetzt wirklich ins Finish. Da will jeder seine Ziele erreichen. Wir müssen zusehen, dass wir in Gladbach punkten. Wir werden die drei Punkte unbedingt brauchen“, erklärte Kovac. „Wir haben jetzt wichtige Monate vor uns. Ich hoffe, dass die Mannschaft und der Trainer die Ergebnisse erzielen, die wir brauchen“, betonte auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der die Münchner Ansprüche formulierte: „Es wäre schön, wenn wir Ende Mai wieder auf dem Rathausbalkon die eine oder andere Silberware vorzeigen dürfen.“

          Beim FC Bayern wird Erfolg an Trophäen bemessen. Und Kovac, der als Trainer kein Fußball-Visionär ist, hat seinem Starensemble einen sehr pragmatischen Ergebnisfußball verordnet: Mehr defensive Stabilität, weniger Offensivspektakel. „Wir haben die richtigen Schlüsse gezogen, sowohl mit unseren Chefs als auch mit den Spielern. Und wir sind wieder auf einem guten Weg“, sagte Kovac zu den Veränderungen im Vergleich zur bitteren 0:3-Abfuhr gegen Gladbach im Herbst 2018.

          Nutzt Bayern die Gladbacher Schwächephase?

          Von den letzten elf Ligaspielen haben die Bayern zehn gewonnen und damit 30 von 33 möglichen Punkten geholt. Der Rückstand auf Borussia Dortmund ist kontinuierlich geschrumpft. „Wir haben es geschafft, aber wir sind bei weitem noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir wollen Titel holen, und dafür müssen wir uns noch strecken“, mahnte Kovac.

          Angstgegner Gladbach könnten die Bayern dabei im richtigen Moment erwischen. Die Borussia schwächelt gerade, verlor im eigenen Stadion zuletzt zweimal 0:3, erst gegen Hertha, dann gegen Wolfsburg. Trotzdem warnt Kovac: „Jede Mannschaft hat in der Saison ein, zwei Phasen, die nicht so gut laufen. Aber Borussia Mönchengladbach ist richtig gut, auch wenn die letzten Ergebnisse das nicht hergeben.“

          Ein Handicap ist die Münchner Personalsituation. Leon Goretzka (Sprunggelenk), David Alaba (Sehnenreizung) und Franck Ribéry (Magen-Darm) erweitern die Ausfallliste, auf der ohnehin Corentin Tolisso, Kingsley Coman und Arjen Robben stehen. Immerhin konnte Nationaltorhüter Manuel Neuer nach einem Infekt am Freitag die Reise in den Westen antreten. „Wir wollen nicht rumheulen. Wir haben trotzdem noch viele gute Spieler auf dem Bogen“, sagte Kovac: „Wir müssen uns strecken in Gladbach, egal mit wem wir dort auflaufen.“

          Die Debatten um unzufriedene Profis im Kader (Müller, Rafinha) mag der Trainer nicht mehr mit Statements bedienen. Und die Diskussion um den begrenzten Offensivglanz versucht Kovac mit Zahlen zu entkräften.

          „Wir haben 51 Treffer erzielt, das sind zwei im Schnitt pro Spiel“, rechnete er vor. Es gehe letztlich um „ein gesundes Maß“ zwischen Defensive und Offensive. „Das ist zu wenig“, hatte Torjäger Robert Lewandowski nach dem 1:0 gegen Hertha zum geringen Angriffsschwung festgestellt. Kovac reagierte besänftigend: „Na klar braucht der Lewy Unterstützung.“ Ohne Ribéry, Robben und Coman könnte Thomas Müller in Gladbach mal wieder eine hilfreiche offensive Bayern-Antwort sein.

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