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1:1 gegen Schalke : Die Bayern mühen sich zum Remis

Bayerns Robben war nicht wirklich angetan vom Spiel der Münchner. Bild: Reuters

Im Jahr 2017 stockt es noch bei den Münchnern. Nach zwei knappen Siegen reicht es gegen Schalke nur zu einem 1:1. Die große Gelegenheit zum Sieg vergeben die Bayern kurz vor Schluss.

          Immer noch ist er nicht richtig angekommen im Jahr 2017, der FC Bayern München. Auch im ersten Heimspiel des Jahres hat der Meister und Tabellenführer nicht überzeugen können, und anders als bei den etwas glücklichen Siegen in Freiburg und Bremen im Januar ist das am Samstag mit einem Punktverlust bestraft worden. Schalke erreichte in der Münchner Arena ein verdientes 1:1, nachdem Naldo in der 13. Minute mit einem Freistoß die frühe Führung durch Robert Lewandowski (9. Minute) ausgeglichen hatte. Es war für die Bayern der erste kleine Rückschlag nach zuletzt sieben Bundesliga-Siegen in Serie. Trotzdem bauten sie den Vorsprung an der Spitze auf vier Punkte aus, weil Verfolger Leipzig am Samstagabend in Dortmund verlor.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          In seinem ersten Bundesligaspiel für einen Klub, der nicht Bayern München heißt, machte der im Januar nach Schalke verliehene Holger Badstuber bis zu seiner Auswechslung nach 58 Minuten eine gute Partie. In der neunten Minute hatte der Verteidiger jedoch Pech, als er den nach innen ziehenden Arjen Robben schon gestoppt zu haben schien, der Ball dem Holländer aber wieder glücklich vor die Füße und von dort zu Arturo Vidal sprang. Der Chilene spielte den Ball mit einem kleinen Diagonalpass in die Gasse zu Lewandowski, der, von Badstuber vergeblich verfolgt, Torwart Ralf Fährmann aus acht Metern mit einem Chip ins lange Eck überwand. Es war der 15. Saisontreffer für den Torschützenkönig der vergangenen Saison.

          Doch die Führung der Bayern hielt nicht lang. Nach einem Foul von Vidal an Guido Burgstaller gab es Freistoß am linken Strafraumeck. Naldo, der den Ball quer gelegt bekam, schoss aus zweiundzwanzig Metern an der Mauer vorbei und überwand etwas überraschend den nicht in gewohnter Weltklasse reagierenden Manuel Neuer mit seinem wuchtigen Aufsetzer ins kurze Eck.

          500. Pflichtspiel für die Bayern: Lahm saß zu Spielbeginn auf der Bank und wurde später eingewechselt. Bilderstrecke

          Von da an waren die Schalker bis zur Pause mindestens ebenbürtig und bei ihren Kontern sogar deutlich gefährlicher. Nach 17 Minuten spielte der glänzende Mittelfeldstratege Leon Goretzka den Ball präzise in den Lauf von Sead Kolasinac, der aus zehn Metern Neuer zu einer starken Parade zwang. Die Bayern wirkten immer wieder unsortiert und langsam in der Umschaltbewegung nach hinten. Nach einer halben Stunde schlug Daniel Caligiuri einen Diagonalpass auf den steil in den Strafraum startenden Goretzka, der den schwierigen Ball annehmen und behaupten konnte, aber beim Abschluss frei vor Neuer etwas ins Straucheln geriet und verzog.

          Zehn Minuten später sezierte wieder ein präziser Steilpass die Bayern-Abwehr, Kolasinac bekam den Ball an der Torauslinie, passte zurück auf Burgstaller, und der traf die Latte. Und im nächsten Angriff dann noch eine goldene Gelegenheit für die Blau-Weißen, wieder durch Goretzka, der allein auf Neuer zulief, aber etwas zu lange über seinen Abschluss nachdachte, so dass Juan Bernat ihn einholen und entscheidend stören konnte.

          Arjen Robben und Douglas Costa an den Flügeln waren von der guten Schalker Defensive so gut wie abgemeldet, Thomas Müller mühte sich wie zuletzt so oft vergeblich um Gefahr, und aus dem Mittelfeld kam kaum Tempo ins Spiel. Doch der aktuell einzige Bayern-Star in Topform hätte um ein Haar dann doch wieder alles repariert. Lewandowski nahm eine Robben-Hereingabe unter Kontrolle und schlenzte den Ball, leicht abgefälscht, ans Lattenkreuz (43.).

          In der zweiten Halbzeit bemühten sich die Bayern vergeblich, das Tempo anzuziehen. Die Schalker Defensive hielt das 1:1 fast ohne Mühe, auch nachdem der Münchner Trainer Carlo Ancelotti für die letzte Viertelstunde mit der Einwechslung von David Alaba und Philipp Lahm (in seinem 500. Spiel für die Bayern) neuen Schwung zu bringen versuchte. Fünf Minuten vor Schluss fiel dann doch noch dem nach vorn geeilten Verteidiger Javi Martinez die große Sieggelegenheit vor die Füße. Doch der Spanier schoss den Ball knapp vorbei.

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