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Abgang als Bayern-Präsident : Frühere Rivalen umschmeicheln Uli Hoeneß

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Kurz vor dem Abschied als Bayern-Präsident: Uli Hoeneß Bild: dpa

Uli Hoeneß ist in der Bundesliga kaum einem Streit aus dem Weg gegangen. Mit manchen Protagonisten entwickelte sich eine regelrechte Feindschaft. Einige haben dem scheidenden Bayern-Boss nun geschrieben und ihre Wertschätzung bekundet.

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          Neben den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolgen seines FC Bayern sorgte Uli Hoeneß auch für denkwürdige Fehden in der Fußball-Bundesliga. Mit Christoph Daum duellierte sich der Münchner Patron unerbittlich, den Bremer Willi Lemke konnte er nicht leiden. Auch zwischen Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und den Bayern herrschte mal Eiszeit und selbst der eigene Trainer Louis van Gaal bekam reichlich Kritik. Kurz vor Hoeneß' Rückzug als Präsident haben ihm die vier früheren Rivalen aber ihre Wertschätzung ausgesprochen.

          „Du bist nicht als Sieger oder als Attackierer auf die Welt gekommen, doch Dein Gerechtigkeitsgefühl, Deine Fürsorge und Dein Wille haben Dich zum Lokomotivführer des Fußballs auf und außerhalb des Spielfeldes geformt“, schrieb Daum (66) in einem Brief an Hoeneß, den das Bayern-Magazin „51“ veröffentlichte.

          „Nie artig, aber stets einzigartig“

          Mit dem früheren Coach zankte sich der heute 67 Jahre alte Hoeneß regelmäßig. Legendär sind der Polter-Auftritt im ZDF-Sportstudio und der durch eine Kontroverse provozierte Drogentest, bei dem Daum Kokain-Konsum nachgewiesen wurde und der ihn den Job als Bundestrainer kostete. Jahre später trafen sich beide zu einem Gespräch, „das mir gezeigt hat, dass Du ein äußerst nachdenklicher und verzeihender Mensch bist“, schrieb Daum. „Du warst nie artig, aber stets einzigartig.“

          Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund sagte: „Wir beiden haben es uns gegenseitig oft nicht leicht gemacht.“ Dies sei wegen der großen Rivalität der zwei deutschen Top-Vereine unvermeidlich, vermutete der BVB-Geschäftsführer (60). Weil die Bayern den Dortmundern die Stars Mario Götze und Robert Lewandowski wegkauften, fielen phasenweise sogar die traditionellen Mittagessen zwischen den Bossen der beiden Vereine vor den direkten Duellen aus. „Und doch bin ich überzeugt, dass aller unterschiedlichen Auffassungen zum Trotz der Respekt füreinander stets vorhanden war“, meinte Watzke.

          Selbst eigene Trainer ging Hoeneß öffentlich an. Den Double-Coach Louis van Gaal kritisierte der impulsive Bayern-Boss im Herbst 2010 in einer TV-Sendung als beratungsresistent, der Niederländer musste noch vor dem Ende der Saison gehen. Danach stichelten beide Alpha-Tiere noch jahrelang weiter. Dennoch schrieb der heute 68-Jährige an Hoeneß: „Für Ihre Lebensleistung schätze ich Sie sehr.“

          Auch der Bremer Manager Willi Lemke und Hoeneß gerieten regelmäßig aneinander. „Ich wurde oft gefragt, ob das Show war, fürs Geschäft – oder ob wir uns tatsächlich nicht gemocht haben. Ich antwortete immer: Wir haben uns nicht gemocht“, sagte Lemke, bedankte sich bei seinem früheren Widersacher aber für dessen karitatives Engagement. „Ich habe einen demütigen Uli kennengelernt“, schrieb der 73-Jährige.

          Der ehemalige Werder-Boss riet Hoeneß darüber hinaus für die Zukunft: „Im Sinne Deiner Nachfolger, die in riesige Fußstapfen treten und ihren eigenen Weg finden müssen: Wenn etwas falsch läuft, sag' es diplomatisch unter vier Augen. Nicht volles Rohr in der Öffentlichkeit. Sonst werden sie es sehr, sehr schwer haben.“

          Hoffenheims Mäzen und Mehrheitseigner Dietmar Hopp glaubt, dass Hoeneß Abstand vom FC Bayern gewinnen kann. „Eine der positiven Eigenschaften, die ich neben seiner Leidenschaft und Menschlichkeit an Uli Hoeneß schätze, ist, dass er völlig uneitel ist. Und genau das ist eine Grundvoraussetzung dafür, das loslassen zu können, was man lange entscheidend mitgestaltet, ja in seinem Fall sogar aufgebaut hat“, sagte der Milliardär der Deutschen Presse-Agentur.

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