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Karl-Heinz Rummenigge : „Ich finde Thomas Tuchel spannend“

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Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erwartet ein Uli-Hoeneß-Comeback beim FC Bayern. Bild: Picture-Alliance

Im F.A.Z.-Interview am Samstag spricht Karl-Heinz Rummenigge über eine Kandidatur von Uli Hoeneß für das Amt des Präsidenten beim FC Bayern. Zudem warnt der Vorstandsvorsitzende vor der Entwicklung in England.

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          Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, hält eine Kandidatur von Uli Hoeneß um das Amt des Vereins-Präsidenten für wahrscheinlich: „Es würde beim FC Bayern keinen groß überraschen, wenn er sich noch einmal reinschmeißen will in das Wasser. Mit all seiner physischen Gewalt und all der Kraft, die er hat“, sagte Rummenigge in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Samstagausgabe / am Vortag schon ab 20.00 Uhr in der F.A.Z.-App und im E-Paper).

          Hoeneß hatte nach der vorzeitigen Entlassung aus der Haft wegen Steuerhinterziehung angekündigt, im Sommer seine Pläne zu veröffentlichen. Rummenigge selbst steht kurz vor der Verlängerung seines in diesem Jahr auslaufenden Vertrages beim deutschen Rekordmeister: „Ich hatte ein Gespräch mit Präsident Karl Hopfner. Ich werde das jetzt zügig entscheiden.“

          Der frühere Nationalstürmer zeigte sich angetan von der Entwicklung deutscher Trainer in der Bundesliga. „Ich finde Thomas Tuchel spannend, ohne dass das jetzt heißt, dass er der nächste Bayern-Trainer wird. Aber ich finde seine Entwicklung, seine Fußballphilosophie sehr gut, und es überrascht mich nicht, dass Borussia Dortmund mit ihm eine Wende geschafft hat. Oder auch Julian Nagelsmann in Hoffenheim – es gibt jetzt ein paar junge Trainer in Deutschland, die etwas von der Spielidee Pep Guardiolas haben: weg vom alten Eisen, vom Medizinball, hin zu einer moderneren Trainingslehre. Diese jungen neuen Trainer kommen aus einer Generation, die ich sehr interessant finde.“

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          Obwohl die englischen Vereine vor einer enormen Etatsteigerung stehen und der Tabellenletzte der Premier League mehr TV-Einnahmen generiert als der beste deutsche Klub, steht Rummenigge zum Solidaritätsprinzip in der Bundesliga. „Das wird man nicht großartig verändern können. Ich hoffe nur, dass die Gesamteinnahmen steigen, das würde der ganzen Liga helfen“, sagte Rummenigge der F.A.Z. und forderte die Konkurrenz zu Leistungssteigerungen auf. „18 Punkte zwischen dem Zweiten Dortmund und dem Dritten Leverkusen sind zu viel. Der Dritte und Vierte muss näher heranrücken. Das würde mehr Emotionalität bringen und der ganzen Liga im internationalen Geschäft helfen.“

          Rummenigge warnte vor dem Entwicklungspotential in England. Nach dem Einkauf von Trainern wie Pep Guardiola verbesserte sich die Premier League „auch auf der zweiten Ebene“. Ein Fitnesstrainer und eine Ernährungsberaterin des FC Bayern sind zum FC Liverpool gewechselt. „Ähnliches wird im Management stattfinden. Wenn sich in England die Erkenntnis durchsetzt, dass man Abschied nehmen muss vom allmächtigen ‚Manager‘, der dort traditionell beides in Personalunion ist, Trainer und Manager, was einer allein nicht mehr leisten kann,– dann wird es auch kritisch für Deutschland und den Rest von Europa.“

          „Der Dritte und Vierte muss näher heranrücken“: Karl-Heinz Rummenigge gefällt der Abstand zum FC Bayern und zu Dortmund nicht.

          Rummenigge ist sich bewusst, dass sein Klub als führender deutscher Verein von Weltruf eine soziale Verantwortung über sein karikatives Engagement in der Heimat hinaus wahrnehmen muss. „Der FC Bayern versucht dem (Anspruch/d. Red.) gerecht zu werden“, sagte Rummenigge mit Blick auf die harte Kritik nach einem Testspiel der Münchner in Saudi-Arabien, bei dem weibliche Fans des Landes nicht zuschauen durften. Der Fußball könne Dinge verändern.

          Die Bayern haben nach Darstellung von Rummenigge eine Initiative ergriffen: „So haben wir haben dem iranischen Verband vorgeschlagen, mit unserem Frauen-Team in Iran gegen das iranische Frauen-Nationalteam zu spielen. Die erste Reaktion macht uns Hoffnung, und wir werden versuchen, das nun umzusetzen. Ziel ist es auch, die Iranerinnen zu einem Rückspiel nach Deutschland einzuladen, um ihnen dann ein Fenster in eine andere Gesellschaft zu öffnen. Mehr können wir als Verein nicht tun.“ Frauen dürfen in Iran seit 1979 nicht bei Männer-Spielen zusehen. Auch männlichen Sportfans ist es nicht erlaubt, Frauen – etwa beim Fußball im Stadion – zuzuschauen.

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