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5:0 gegen Freiburg : Bayern mit Heynckes wieder leicht und locker

  • -Aktualisiert am

Die Bayern haben wieder Spaß und gewinnen deutlich. Bild: AFP

Neuer Trainer, alte Klasse: Die Münchner haben beim hohen Sieg keine Mühe mit Freiburg. Im ersten Spiel nach seiner Rückkehr setzt Jupp Heynckes vor allem auf die Spieler des Triple-Teams.

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          Ein ganz großes Feuerwerk auf dem Platz hat die Aufsehen erregende Rückholaktion von Jupp Heynckes beim FC Bayern noch nicht ausgelöst, aber die Verantwortlichen des Rekordmeisters dürften sich am Samstag bestätigt gefühlt haben, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Mannschaft hat beim ersten Auftritt unter dem neuen alten Trainer, der von einem Großteil der 75000 Zuschauern in der Münchner Arena mit „Jupp, Jupp“-Rufen empfangen worden war, nicht nur engagiert gezeigt, sondern es war beim 5:0-Sieg gegen den SC Freiburg auch wieder mehr Ordnung und vor allem ein Spielplan zu erkennen. Anders als bei den bisherigen oft zähen Bundesligapartien dieser Saison unter Heynckes Vorgänger Carlo Ancelotti fanden die Münchner, für die nach Julian Schusters Eigentor (8.) Kingsley Coman, Thiago (63.), Robert Lewandowski (75.) und Joshua Kimmich (90.) trafen, dieses Mal immer besser ins Spiel. „Man soll das 5:0 nicht zum Anlass nehmen und sagen: Jetzt ist alles wunderbar – wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagte Heynckes nach dem Spiel.

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          Dass er anders als sein Vorgänger Carlo Ancelotti auf bewährte Münchner Kräfte setzte, die größtenteils alte Bekannte für ihn sind, war keine Überraschung. Mit Ausnahme von Rafinha standen alle verfügbaren Feldspieler in der Anfangself, die mit dem neuen alten Trainer 2013 das Triple gewonnen hatten. Aber nicht nur aus Verbundenheit dürfen sich Alaba, Boateng, Robben, Müller und Martinez, der wie erwartet bis zu seiner Verletzung nach einer guten Stunde auf der Sechserposition spielte, ihrer Stammplätze sicher sein, es geht auch darum, eine Hierarchie zu installieren, und da sieht Heynckes weniger Neuzugänge wie Sebastian Rudy oder James Rodriguez in der Plicht, sondern die alten Weggefährten. Daneben liegt das Heynckes’ Hauptaugenmerk auf der Balance in der Mannschaft. „Es ist das A und O des ganz großen Fußballs, in der Defensive stabil zu sein“, sagte er, warb aber vor seinem ersten Spiel auch um Geduld. „Ich weiß, es funktioniert noch nicht von jetzt auf gleich“, gab er zu und schloss nicht aus, dass sein Puls deshalb am Spielfeldrand manchmal „höher gehen“ wird.

          Das erste Mal dürfte dies nach nur fünf Minuten passiert sein, da unterlief Joshua Kimmich ein Fehler in der eigenen Hälfte und die Freiburger schalteten schnell um. Auf halblinks lief Ryen Kent alleine auf Sven Ulreich zu, aber der Bayern-Torhüter klärte den Schuss mit dem Fuß glänzend. Zwei Minuten später gab es die nächste Aufregung in der Münchner Arena, aber dieses Mal war es für Heynckes eine positive. David Alaba hatte von der Torauslinie nach innen gepasst, dort lauerte Müller, aber nicht der Ersatz-Kapitän brachte den Ball ins Netz, sondern sein Freiburger Kollege Schuster drückte ihn unglücklich über die Linie zum 1:0 für den FC Bayern.

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          Die Führung wirkte auf die Mannschaft – und vermutlich auch auf Heynckes und sein Trainerteam – beruhigend, die Bayern setzten die Breisgauer unter Druck, dominierten und kreierten auch die eine oder andere Torchance, aber oft fehlte die Präzision. Allerdings erging es den Freiburgern nicht besser, als wieder ein Abspielfehler der Bayern, dieses Mal von Müller, den zweiten gefährlichen Vorstoß ermöglichte. Mike Frantz verpasste mit seinem Kopfball das Tor knapp (35.). Kurz vor Ende der ersten Halbzeit schlugen die Münchner doch noch Kapital aus ihrer Überlegenheit. Nachdem Alexander Schwolow einen Schuss von Arjen Robben nicht festhalten konnte, köpfte Kingsley Coman den Ball ein.

          Wie gegen Wolfsburg und Hertha BSC gingen die Bayern 2:0 in Führung, aber dieses Mal ließ sich der Rekordmeister den Sieg nicht mehr aus der Hand nehmen. In der 60. Minute hatte sich Lewandowski schon den Ball zurechtgelegt, weil Schiedsrichter Frank Willenborg ein Handspiel gesehen hatte, aber dann doch den Videoassistenten zu Rate zog und nach Ansicht der Szene auf dem Monitor am Spielfeldrand seine Strafstoß-Entscheidung schließlich zurücknahm. Doch kurz danach sorgte Thiago mit einem Flachschuss aus 25 Metern für das 3:0 und damit die Entscheidung. Lewandowski (75.) und Kimmich (90.) sorgten für die Schlusspunkte.

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