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1:0 in Hamburg : Die Bayern ziehen mit Dortmund gleich

  • -Aktualisiert am

Ein Tor, drei Punkte: In Hamburg gewinnen die Bayern knapp. Bild: AFP

Hamburg wehrt sich tapfer gegen die Münchner, dezimiert sich aber selbst. Das nutzt der Meister aus und gewinnt knapp. Einen kuriosen Kurzeinsatz hat dabei Thomas Müller.

          3 Min.

          Pflichtaufgabe erledigt, beim HSV 1:0 gewonnen und zu Tabellenführer Borussia Dortmund nach Punkten aufgeschlossen – Bayern München hat seinen Job gemacht, mehr nicht. Im dritten Spiel und der ersten Auswärtspartie unter Trainer Jupp Heynckes taten sich die Münchner gegen die leidenschaftlich kämpfenden Hamburger lange Zeit schwer, der neue Glanz fehlte diesmal. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit schwergetan, nicht das Tempo hochgehalten, nicht unser Positionsspiel aufgezogen“, sagte Heynckes im TV-Sender Sky. „Nach der Pause war das besser, vor allem in der Endphase, wo wir vier hundertprozentige Torchancen hatten.“ Das 2:0 fiel allerdings nicht. „So mussten wir bis zum Ende zittern.“

          Bundesliga

          Corentin Tolisso erlöste den Favoriten mit seinem Treffer in der 52. Minute in einer Partie, die wesentlich durch Schiedsrichter Marco Fritz beeinflusst wurde. Der Unparteiische stellte in der 39. Minute nach einem taktischen Foul Gideon Jung vom Platz, eine sehr harte Entscheidung, über die sich die Hamburger extrem aufregten. In Unterzahl war danach für den HSV nichts mehr zu holen, auch wenn Sven Ulreich in der 53. Minute einen Schuss von André Hahn großartig aus dem Winkel kratzte. „Das war ein wichtiges Spiel, weil wir das Ergebnis von Dortmund gesehen haben und aufschließen konnten. Es war ein sehr schwieriges Spiel“, sagte Torschütze Tolisso. So stand der HSV am Ende gegen die Bayern wieder mit leeren Händen da und bleibt tief im Tabellenkeller. Die Leistung und Einstellung können aber Mut machen. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber dann (nach dem Platzverweis, Anmerkung der Redaktion) war's ein Spiel unter besonderen Vorzeichen“, sagte Trainer Markus Gisdol.

          Sein Münchner Kollege Heynckes ging mit einer gegenüber dem 3:0 in der Champions League gegen Celtic Glasgow auf fünf Positionen geänderten Mannschaft den Versuch an, die Tabellenführung zu erobern. Es hätte einen 4:0-Erfolg gebraucht, um mit Borussia Dortmund gleichzuziehen. Am Mittwoch (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, in der ARD und bei Sky) steht bei RB Leipzig im DFB-Pokal das nächste Topspiel an.

          „Sicherheit zuerst“ lautete das Motto, der Hamburger, die zuletzt vor acht Jahren gegen die Münchner gewinnen konnte. Mit einer Dreierkette versuchte Gisdol das eigene Tor zu sichern, dazu zwei Außenverteidiger und zwei „Sechser“. „Ich sträube mich dagegen, schon vorher zu sagen, dass du keine Chance hast, man hat immer eine Chance“, hatte Gisdol vor der Partie verkündet, „es muss aber viel zusammenpassen gegen solch eine Klassemannschaft.“

          Das Volksparkstadion bot eine würdige Kulisse für das Topspiel. Bilderstrecke
          Das Volksparkstadion bot eine würdige Kulisse für das Topspiel. :

          Genau das schafften die Hamburger in der ersten Hälfte. Es passte sehr viel zusammen. Der HSV attackierte früh, stand hinten sicher. Die Spieler warfen sich in jeden Zweikampf und wurden von den Hamburgern unter den 57.000 im ausverkauften Stadion dafür bejubelt. Die Bayern hatten mehr Spielanteile, kamen in ihrer neuen Formation gegen den leidenschaftlichen Gegner aber nicht richtig ins Spiel. James und Tolisso konnten keine Akzente setzen. James wurde in der Pause von Thomas Müller ersetzt, der jedoch nach neun Minuten offenbar mit einer Oberschenkelverletzung schon wieder ausgewechselt werden musste – nachdem er Tolissos Tor noch vorbereitet hatte. Wie schwer die Blessur ist, soll bei einer Untersuchung in München geklärt werden. Müller habe von einem Krampf und möglicherweise einer Verhärtung im rechten Oberschenkel gesprochen, sagte Trainer Heynckes.

          Lewandowski fiel nicht auf, nur Ersatzkapitän Robben strahlte Gefahr aus. Der Niederländer traf dann in der 21. Minute mit dem ersten Torschuss der Bayern das Außennetz. Auf der anderen Seite prüfte Hahn Torwart Ulreich bereits in der dritten Minute – und in der 33. Minute herrschte in der Bayern-Abwehr völliges Chaos, als Jung einen Querschläger provozierte. Trotz allen Einsatzes war es eine faire Partie. Der Platzverweis für Jung sorgte deshalb für Erstaunen beim HSV. Der Abwehrspieler hatte bei einem Konter Coman mit einer Grätsche von der Seite auf Höhe der Mittellinie von den Beinen geholt, ein klares taktisches Foul, das meist in der Bundesliga nur mit einer Gelben Karte bestraft wird. „Es war eine Fifty-fifty-Situation. Der Ball ist sehr, sehr nah. Harte Entscheidung, ist vertretbar, aber es war keine klare Rote Karte“, urteilte Jung. Mit der Unterzahl war nun auch die Richtung für die zweite Halbzeit vorgegeben. Der HSV wird darüber hinaus in den nächsten Partien auf seinen formstärksten Defensivspieler verzichten müssen.

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