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1:0 in Mainz : Augsburger Befreiung durch ein Blitztor

Mainz-Torwart Florian Müller kann dem Ball beim 0:1 nur noch hinterherschauen. Bild: dpa

Beim Krimi im Abstiegskampf behält Augsburg die Nerven und holt einen wichtigen Sieg. Dabei profitiert der FCA von einem frühen Tor. Ein Mainzer muss ins Krankenhaus. Zwischen den Trainern entwickelt sich ein Dauer-Scharmützel.

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          Der FC Augsburg ist den wohl entscheidenden Schritt Richtung Klassenverbleib gegangen. Nach dem 1:0-Sieg beim direkten Verfolger Mainz 05 hat der FCA nicht nur den Vorsprung auf den Gegner vom Sonntag auf vier Punkte, sondern vor allem den Abstand auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte ausgebaut. Das Tor des Tages erzielte Florian Niederlechner. Der Treffer des ehemaligen Mainzers war ein früher Schock für den FSV, der seit dem 18. Spieltag beständig auf Rang 15 steht und diesen Platz erstmals wieder verlassen wollte durch einen Erfolg gegen Augsburg.

          Bundesliga
          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mal wieder leisteten sich die Mainzer aber eine Unaufmerksamkeit im Abwehrzentrum. Gruezo köpfte einen Ball eher planlos in Richtung des Mainzer Tors, wo Niederlechner nach nur 43 Sekunden wegen eines unerklärlichen Zweikampfverhaltens von Moussa Niakhaté freistehend zum Schuss kam.

          Der Stürmer brach seinen persönlichen Bann und traf erstmals nach 857 Minuten ohne Torerfolg wieder. Aus der Drehung ließ er Florian Müller keine Chance. „Letzte Woche war ich noch der Depp, diese Woche bin ich der Held – das ist einfach das Schöne am Fußball“, sagte Niederlechner, der seinerzeit gegen Köln einen Elfmeter verschossen hatte, im Sky-Interview. „Wir sind positiv geblieben und haben heute alles reingeworfen.“

          Ein Schock ganz anderer Art ereignete sich dann im anderen Strafraum: Taiwo Awoniyi blieb nach einem Kopfballduell mit Gegenspieler Felix Uduokhai regungslos liegen. Er musste auf einer Trage vom Platz gebracht werden, zur Sicherheit mit einer Halskrause zur Stabilisierung. Der 22 Jahre alte Nigerianer war zwar ansprechbar, wurde aber umgehend für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht, wie sein Klub mitteilte. Nach Schlusspfiff gab Trainer Achim Beierlorzer vorsichtig Entwarnung. „Er ist wieder bei Bewusstsein, kann sich erinnern an die Dinge, die passiert sind. Er hat eine schwere Gehirnerschütterung und muss zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.“

          In der Folge auch dieser Szene entwickelte sich ein Dauer-Scharmützel zwischen den Trainern: Der Mainzer Coach beschwerte sich immer wieder lautstark und wegen der corona-bedingten Leere im Stadion gut verständlich über Heiko Herrlich. Der Augsburger Trainer ließ sich im Zuge der Nickligkeiten sogar einmal dazu verleiten, einen Ersatzball so ins Spiel zu schießen, dass die Mainzer den Einwurf nicht schnell ausführen konnte.

          Auch wegen solcher kleinerer Vorkommnisse blieb die Partie unruhig. Die Mainzer kamen dennoch zu Chancen, vergaben sie aber durch Jean-Philippe Mateta (39.) und Karim Onisiwo (43.). In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs parierte dann Augsburgs Schlussmann Andreas Luthe einen Mateta-Kopfball prächtig. Zur Pause ging Herrlich zwar auf Beierlorzer zu und versuchte, ihm zumindest bildlich die Hand zu reichen.

          Die Aggressivität aber blieb und auch auf dem Spielfeld ging es wild weiter nach Wiederanpfiff: Die Mainzer drängten mit hohem Einsatz auf den Ausgleich, ihnen fehlte vor dem Tor jedoch die Kaltschnäuzigkeit. Für die Rheinhessen wird es im Abstiegskampf deshalb wieder äußerst eng. „So ein schneller Nackenschlag schockt erstmal. Wir haben das gut weggesteckt, unsere Chancen aber nicht genutzt“, sagte Onisiwo bei Sky: „Jetzt haben wir Dortmund. Das wird ein harter Brocken, aber dort kann man auch was holen.“

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