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Augsburg rechnet schön : In Wahrheit ein eins zu einskommafünf

  • -Aktualisiert am

Der Kopfball ging nach hinten los: Florian Niederlechner vom FC Augsburg Bild: dpa

Der FC Augsburg stürzt gleich wieder in den Abstiegskampf in der Bundesliga. Gegen Leverkusen unterlaufen der Mannschaft zwei frühe Eigentore. Und der FCA zeigt weitere fatale Unzulänglichkeiten.

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          Der Heber von Iago verriet die brasilianische Schule, der Kopfball von Florian Niederlechner den Instinkt, der den Torjäger auszeichnet. Zwei Spieler des FC Augsburg, die am Samstag trafen – für Bayer Leverkusen. FCA-Trainer Markus Weinzierl machte noch weitere fatale Unzulänglichkeiten in der Vorstellung seiner Mannschaft aus, so dass er auf „zweieinhalb Eigentore“ kam, mit denen er das klare Ergebnis relativierte: Das 1:4 gegen Leverkusen war nach Weinzierls Rechnung also nur ein eins zu einskommafünf. „Es hört sich blöd an“, sagte er, „aber spielerisch war es ein Fortschritt.“

          Bundesliga

          Vielleicht muss ein Trainer so argumentieren, wenn er sich vornimmt, „nicht in Aktionismus zu verfallen und den Emotionen zu folgen“. Die Zahlen gäben dazu Anlass, sehr wohl einiges in Frage zu stellen. Seit vier Monaten ist Weinzierl zurück in Augsburg. Der Verein, den er 2016 nach dem größten Erfolg, der Teilnahme an der Europa League, verlassen hatte, um bei größeren Klubs Karriere zu machen (was ihm auf Schalke und in Stuttgart misslang), empfing ihn für schwäbische Verhältnisse wie Paris Saint-Germain Lionel Messi.

          Weinzierl gewann von saisonübergreifend sechs Bundesligapartien eine, die gegen Werder Bremen am vorletzten Spieltag 2020/21, das 2:0 bedeutete den Klassenverbleib. Doch vier der fünf weiteren Spiele gingen verloren, und dass die beiden Heimspiele der neuen Saison gegen Hoffenheim und Leverkusen 0:4 und 1:4 endeten, stürzt die Augsburger gleich in den nächsten Abstiegskampf.

          „Dinge intern ansprechen“

          „Acht Buden sind nicht so cool“, meinte Innenverteidiger Felix Uduokhai. Anders als sein Trainer glaubt er, dass es nicht angesagt sein kann, einfach nur gelassen zu bleiben. „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir intern die Dinge ansprechen und sie als Mannschaft aufarbeiten müssen.“

          Das mit den Eigentoren könne passieren, fand Uduokhai. Sie ereigneten sich früh, in der 3. und 14. Minute, danach war noch genügend Zeit, dem Spiel eine Wende zu geben. Durch Niederlechner kam der FCA zum Anschlusstreffer (30.). Nach einer guten Phase in der zweiten Halbzeit wähnte Weinzierl sein Team „gegen eine Champions-League-Mannschaft dem 2:2 nahe“.

          Doch Leverkusen spielt Europa League, und der FCA schaffte es, aus einem eigenen Eckball das 1:3 durch Patrick Schick einzufangen. „Wir stellen uns naiv an, unterbinden den Konter nicht mit einem taktischen Foul“, tadelte Weinzierl, die Szene war das halbe Eigentor, das zu den zweien vom Beginn dazukam.

          Der FC Augsburg ist das offensivschwächste Team der Bundesliga, er hat weniger Tore geschossen als Eigentore fabriziert. Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter erwartet durch Rückkehrer von Verletzungen „Qualität aus den eigenen Reihen“, will aber versuchen, „am Transfermarkt etwas zu realisieren, das die Mannschaft stärker macht“. In den letzten Tagen geschähen dort öfter „verrückte Dinge“. Fast so verrückt wie ein 0:2 nach 14 Minuten durch zwei Eigentore.

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