https://www.faz.net/-gtm-10gj7

FAZ.NET-Spezial: Fußball-Europacup : Kollektives Aufatmen - und ein Dortmunder Drama

Mario Gomez bewahrte Stuttgart mit seinem 2:2 gegen Warna vor der Verlängerung Bild: dpa

Schalke, Wolfsburg, Hamburg, Stuttgart und Berlin stehen allesamt in der Gruppenphase des Uefa-Pokals. Während vor allem der VfB viel Glück hatte, schied Dortmund nach einem dramatischen Spiel aus. Das FAZ.NET-Spezial zur Europacup-Woche.

          3 Min.

          Fünf von sechs - so lautet die deutsche Überlebensformel der ersten Runde im Fußball-Uefa-Pokal. Hertha BSC Berlin, der VfL Wolfsburg, der Hamburger SV, Schalke 04 wie auch der VfB Stuttgart haben sich ihre Eintrittkarte für die Gruppenphase mehr oder weniger gekonnt erspielt (siehe auch: Alle Uefa-Pokal-Rückspiele der ersten Runde im Überblick). Ausgeschieden ist hingegen Borussia Dortmund nach einem dramatischen Spiel in Udine. Der BVB verlor nach toller Aufholjagd letztlich im Elfmeterschießen bei den Italienern.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          In der Champions League liest sich die Bilanz der beiden deutschen Vertreter nach zwei Spieltagen auch durchaus positiv. Der FC Bayern ist trotz Bundesliga-Ladehemmung nach dem 1:1 gegen Frankreichs Serienmeister Lyon erster seiner Königsklassen-Gruppe und besitzt vor dem folgenden Doppelpack gegen Florenz gute Aussichten auf das Achtelfinale. Auch Bremen ist dem Überwintern durch das 1:1 bei Inter Mailand ein Stück näher gekommen - auch wenn Überraschungsgast Famagusta Werder nicht nur im direkten Duell Sorgen machte.

          Bremen fasst Mut in San Siro - Bayern rettet das Remis

          Schließlich katapultierten sich die Zyprer mit einem 3:1-Heimerfolg im brisanten Duell mit den Griechen von Panathinaikos Athen vorerst an die Tabellenspitze der Gruppe, nachdem Anorthosis zum Auftakt schon den Bremern ein torloses Remis abgetrotzt hatte. Doch nach dem Auftritt in San Siro, bei dem die Elf von Thomas Schaaf endlich auch defensive Tugenden erfolgreich zeigte und durch Claudio Pizarro (62.) Maicons Führung (13.) egalisierte, sollte Werder Mut gefasst haben, um sich durchzusetzen (siehe auch: Champions League: Bremer Reifeprüfung).

          Tamas Hajnal ließ Dortmund mit zwei Toren hoffen - und scheiterte dann selbst im Elfmeterschießen
          Tamas Hajnal ließ Dortmund mit zwei Toren hoffen - und scheiterte dann selbst im Elfmeterschießen : Bild: AFP

          Auch der FC Bayern musste beim ersten Heimauftritt in der Königsklasse nach eineinhalb Jahren Pause einem Rückstand hinterherlaufen, weil Martin Demichelis einen Freistoß von Juninho - aus 46 Metern - über den Kopf und ins eigene Tor streichen ließ. Zé Robertos ungeahnte Fährigkeiten im Kopfballspiel (52.) bescherten Jürgen Klinsmann ein wenig mehr Ruhe, auch wenn die Debatten um den auf die Bank rotierten Kapitän Mark van Bommel die nächsten Tage bestimmen werden (siehe auch: Klinsmanns FC Bayern: Verblüffend, verwirrend, verstörend)

          Versagensangst in Stuttgart - Petric hilft dem HSV weiter

          Das große Zittern brach in Stuttgart aus. Vom bulgarischen Vertreter Cherno More Warna hatte der VfB einen 2:1-Vorsprung mitgebracht - und war sich vielleicht etwas zu sicher. Der Gast spielte keck auf und führte plötzlich zehn Minuten vor dem Abpfiff mit 2:0 durch Treffer von Jurukow (47.) und Russew (79.). Das hätte das Aus für die Schwaben bedeutet. Erst ein finaler Kraftakt - belohnt durch Tore von Thomas Hitzlsperger (82.) und Mario Gomez (90./+4) - rettete das Team von Armin Veh vor der Blamage (siehe auch: 2:2 gegen Warna: Gomez rettet Stuttgart in der Nachspielzeit)

          Der Hamburger SV darf sich bei Mladen Petric bedanken, dass der nicht ganz leichte Name von Gegner Unirea Urziceni nur eine Randnotiz in der Vereinshistorie sein wird und nicht mit einem blamablen Aus in der ersten Runde anno 2008 in Verbindung gebracht wird. Nach dem enttäuschenden torlosen Unentschieden in der eigenen Arena vor zwei Wochen sorgte der kroatische Stürmer mit seinem Doppelpack (27. und 50.) für einen standesgemäßen 2:0-Sieg beim Rückspiel in der rumänischen Provinz (siehe auch: 2:0 bei Unirea Urziceni: Petric schießt den HSV in die Gruppenphase).

          Dortmund kämpft und verliert - Schalke nur unentschieden

          Auf Borussia Dortmund hatte nach dem peinlichen 0:2 im Hinspiel gegen Udinese Calcio wohl kaum noch jemand einen Pfifferling gesetzt. Doch die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp hatte sich beim Gastspiel in Italien noch lange nicht aufgegeben. Tamas Hajnal nutzte die Gunst der Stunde und traf jeweils in den Nachspielzeiten der beiden regulären Halbzeiten. Die Verlängerung blieb torlos und im Elfmeterschießen hatte Udine doch noch das bessere Ende für sich (siehe auch: 3:4 in Udine: Dortmunder Uefa-Pokal-Aus im Elfmeterschießen)

          Keinen Leckerbissen bot der FC Schalke 04 seinen 50.000 Zuschauern in der heimischen Arena. Nach dem deutlichen 4:1-Hinspielsieg bei Apoel Nikosia war die Luft bei der Mannschaft von Trainer Fred Rutten wohl schon ein wenig raus. Hélio Pinto brachte die Zyprer schon nach sechs Minuten in Führung. Danach plätscherte das Spiel vor sich hin, ehe Christian Pander mit einem schönen Freistoß in den Winkel immerhin noch das 1:1-Unentschieden in einem schwachwen Spiel sicherte (siehe auch: 1:1 gegen APOEL Nikosia: Schalke quält sich zum Unentschieden).

          Wolfsburg schlägt sich durch - Hertha mit torlosem Remis

          Mit einem mehr oder weniger souveränen 1:1-Unentschieden in Rumänien zog der VfL Wolfsburg in die Gruppenspiele des Uefa-Pokals ein. Nach dem 1:0-Hinspielpolster brachte der brasilianische Stürmer Grafite die Niedersachsen bei Rapid Bukarest früh in Führung und beruhigte die Nerven der Elf von Felix Magath (16.). Das Ausgleichstor der Gastgeber in der zweiten Hälfte (70.), durch Maftei kam zu spät. Nach neunjähriger Europapokal-Abstinenz meldeten sich die „Wölfe“ erfolgreich zurück (siehe auch: 1:1 bei Rapid Bukarest: Wolfsburg ohne Probleme weiter).

          Schon am Dienstag machte Hertha BSC Berlin den Sprung in die Gruppenphase perfekt - durch ein torloses Unentschieden beim limitierten Vertreter St. Patrick Athletic's über das man am besten den Mantel des Schweigens hüllt. Nach dem 2:0-Hinspielerfolg tat die Mannschaft von Lucien Favre nur das Nötigste, um die irische Hürde zu nehmen. Höhepunkt in der Partie gegen die Gastgeber, bei denen ausschließlich Amateure aufliefen, waren zwei Pfostentreffer von St. Patrick Athletic's (siehe auch: Uefa-Cup: Hertha quält sich in Irland in die Gruppenphase).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Blaulichtfahrten seien das Privileg des Politikers, hat Markus Söder sinngemäß einmal gesagt.

          Kanzlerkandidatur : Die Wette auf Söder

          Der bayerische Ministerpräsident hat die CSU fest im Griff, deshalb redet keiner öffentlich über die K-Frage. Aber viele glauben, dass es ihren Vorsitzenden nach Berlin zieht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.