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FAZ.NET-Spezial: Der 24. Spieltag : Bremen nutzt Bayern-Blamage nicht

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Das Bremer Leiden nimmt kein Ende: Almeida am Boden Bild: dpa

Bremen hat die Chance vertan, den schwächelnden Bayern im Titelkampf auf den Fersen zu bleiben. Werder unterlag Wolfsburg im Sonntagspiel und rutschte auf Platz vier ab. Nürnbergs Nöte haben sich mit einer Niederlage in Leverkusen verschärft.

          Die Ferngläser können eingepackt werden: Das Starensemble von Bayern München ist nach dem 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga wieder in Reichweite der Konkurrenz. Die überheblichen Bayern-Profis machten das Meisterschaftsrennen durch das blamable 0:2 beim Abstiegskandidaten Energie Cottbus selbst wieder spannend (Siehe auch: ).

          „Spätestens jetzt wissen wir, dass wir noch nicht deutscher Meister sind“, schimpfte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Bezeichnend für den erschreckend schwachen Auftritt in der Lausitz war ein leichtfertig verschossener Foulelfmeter des zuletzt hochgelobten französischen Superstars Franck Ribéry. Zeitgleich nutzte der Hamburger SV die Gunst der Stunde und verkürzte seinen Rückstand auf den Rekordmeister auf fünf Zähler.

          Bremens Sinkflug geht weiter

          In Werder Bremen patzte allerdings der bisher aussichtsreichste Verfolger und verpasste am Sonntag die Möglichkeit, Boden auf den FC Bayern gut zu machen. Bremen unterlag durch einen Treffer von Grafite mit 0:1 gegen den VfL Wolfsburg und weist weiterhin sieben Punkte Rückstand zum Spitzenreiter auf.

          Das Bremer Leiden nimmt kein Ende: Almeida am Boden Bilderstrecke

          Unverhoffte Titelchancen erarbeitete sich Bayer Leverkusen. Knapp eine Woche vor dem direkten Vergleich in München bezwang das Team von Trainer Michael Skibbe den 1. FC Nürnberg mit 4:1 und schob sich vor Werder auf den dritten Tabellenplatz. Karim Haggui, Theofanis Gekas und Stefan Kießling waren bei einem Eigentor von Glauber für Bayer erfolgreich, für Nürnberg traf Zvjezdan Misimovic.

          Der HSV meldete sich dank eines Tores von Paolo Guerrero gegen Borussia Dortmund in der Liga zurück. Drei Tage nach dem Uefa-Pokal-Aus gegen Bayer Leverkusen hielten sich die Hamburger mit Kampfansagen an den Rekordmeister jedoch zurück. „Wir haben ganz andere Konkurrenten um die Champions League-Plätze“, sagte Verteidiger Bastian Reinhardt.

          Der BVB schien mit den Gedanken bereits beim Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen den Zweitliga-Verein Carl Zeiss Jena zu sein. „Ab sofort gehört die ganze Konzentration diesem Spiel“, sagte Dortmunds Trainer Thomas Doll, der bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte die leicht angeschlagenen Stammkräfte Alexander Frei und Sebastian Kehl für Dienstag schonte.

          „Ich werde keine Zugeständnisse mehr machen“

          Im zweiten Halbfinale am Mittwoch will sich der FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg rehabilitieren. Um dann ein anderes Gesicht als in Cottbus zu zeigen, droht Hitzfeld mit personellen Konsequenzen. „Ich werde keine Zugeständnisse mehr machen und knallhart nach Leistung aufstellen“, kündigte der zum Saisonende scheidende Coach an.

          Meister VfB Stuttgart wurde nach zuletzt vier Siegen in Serie durch das 1:1 beim VfL Bochum auf dem Weg zurück in die Europapokal- Ränge vorerst gestoppt. „Wir hätten gerne unsere Serie fortgesetzt“, sagte der VfB-Torjäger Mario Gomez, der leicht angeschlagen eingewechselt wurde und diesmal ohne Torerfolg blieb. Stuttgart-Coach Armin Veh sieht den VfB dennoch auf einem guten Weg: „Wir haben 13 Punkte aus fünf Spielen geholt. Das ist eine gute Konstanz.“

          „Er war vorgestern noch bei seiner Schafherde in Irland“

          Stuttgarts ehemaliger Torwart Dirk Heinen feierte mit 37 Jahren ein unverhofftes Comeback bei Arminia Bielefeld. Wegen einer Ellbogenprellung des Ersatzkeepers Rowen Fernandez wurde Heinen bei Arminias 2:2 in Hannover eingewechselt und kam überraschend zu seinem 158. Einsatz in der Eliteklasse.

          „Er war vorgestern noch bei seiner Schafherde in Irland. Und dafür hat er es Weltklasse gemacht“, lobte Arminen-Coach Michael Frontzeck. Standby-Profi Heinen wurde nach der Verletzung des Stammtorhüters Mathias Hain aus seiner Wahlheimat Irland angefordert, wo er sich schon als Schafhirte niedergelassen hatte. Trotz Heinens starker Leistung blieben die Gäste auch im siebten Spiel unter Frontzeck sieglos und rutschten erstmals auf einen Abstiegsplatz.

          „Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht“

          Die zweite Niederlage in Serie kassierte der Aufsteiger Karlsruher SC beim 0:1 gegen Eintracht Frankfurt. Für Negativ-Schlagzeilen sorgte dabei wieder KSC-Abwehrspieler Maik Franz, der von den Gästen als „Raubein“ an den Pranger gestellt wurde. „Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Viel wird das nicht sein“, sagte Franz' Gegenspieler Ioannis Amanatidis.

          Wie bereits Stuttgarts Stürmer Gomez vor drei Wochen warf nun auch der Grieche Franz überhartes Spiel vor. Amanatidis forderte Konsequenzen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB): „Wenn der Schiedsrichter das nicht sieht, müssen es andere Leute tun.“

          Ohne den verletzten Torjäger Marko Pantelic kam Hertha BSC Berlin nur zu einem 0:0 beim Aufsteiger Hansa Rostock. Herthas nächster Gegner Schalke 04 mühte sich zu einem 2:1 gegen das neue Schlusslicht MSV Duisburg. Durch den Arbeitssieg festigten die Schalker den fünften Platz und bleiben in Kontakt zur Bundesliga-Spitze.

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