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FAZ.NET-Spezial : Bayern hebt ab - Stuttgart bricht ein

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Ze Roberto richtet seinen Dank nach dem Treffer gegen Nürnberg nach oben Bild: AP

Bayern München hat die Schwächephase fast aller Mitfavoriten um die Meisterschaft eiskalt ausgenutzt. Nach dem 3:0 gegen Nürnberg hat das Team nun bereits fünf Punkte Vorsprung. Das zweite Sonntagsspiel gewann Frankfurt gegen Leverkusen. Meister Stuttgart ist nur noch Zwölfter.

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          Der hohe Favorit marschiert, Bayern München enteilt dem Rest der Fußball-Bundesliga. Nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag im bayerisch-fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg durch Treffer von Luca Toni (31./81. Minute) und Zé Roberto (40.) hat der Rekordmeister an der Tabellenspitze bereits fünf Zähler Vorsprung auf das Überraschungsteam von Aufsteiger Karlsruher SC. Pokalsieger Nürnberg bleibt Vorletzter. Im zweiten Sonntags-Spiel besiegte Eintracht Frankfurt Bayer Leverkusen 2:1. Sotirios Kyrgiakos (54./79.) war Doppel-Torschütze für die Hessen, die sich vor Leverkusen auf Rang sieben schoben. Für Bayer glich Lukas Sinkiewicz aus (72.).

          Der Meister schwächelt, ein Neuling triumphiert - auch nach dem 9. Spieltag sorgt ein Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga für Verwunderung. Ausgerechnet der vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelte Karlsruher SC bleibt dem Top-Favoriten aus München auf den Fersen.

          Mit einem überraschenden 2:0-Erfolg beim bisher ungeschlagenen Zweiten FC Schalke schlüpften die Himmelsstürmer von Trainer Edmund Becker vor der anstehenden Länderspielpause gar in die Rolle der Bayern-Jäger. Von einer solchen Erfolgsstory kann der VfB Stuttgart dagegen nur träumen. Spätestens mit dem 0:2 gegen Hannover ist der Meisterrausch verflogen. „Keine Frage, wir stecken in einer Krise“, bekannte VfB-Trainer Armin Veh.

          Michael Rensing hatte im Münchener Tor nur wenig Chance, sich auszuzeichnen

          Stuttgart und Schalke leiden unter Terminhatz

          Von der Illusion, dass die Schwaben erneut um den Titel mitspielen, ist wenig geblieben. Wie die erste Heimniederlage seit dem 26. August 2006 verdeutlichte, tut sich die Mannschaft mit der Doppelbelastung in Champions League und Meisterschaft schwer. Knapp fünf Monate nach dem Titelgewinn wird die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer größer. Nicht nur der dürftige Punktestand, auch die wachsende Personalnot gibt zu denken. „Am sinnvollsten wäre es, die würden alle hier bleiben“, sagte Veh mit Blick auf die Abstellung seiner zahlreicher Nationalspieler für die anstehenden A- und U 21-Länderspiele.

          Nicht nur der VfB zahlte einen hohen Preis für die zurückliegende Terminhatz. Die siebte Partie in drei Wochen kostete auch Schalke wichtige Punkte. Im Spitzenspiel gegen Karlsruhe ging nach zuvor drei Bundesliga-Siegen ohne Gegentor die Puste aus. Nach dem zweiten Tor von Christian Timm (83.) verließen viele heimische Fans fluchtartig das Stadion. Begleitet von den Jubelgesängen der KSC-Anhänger, die den wundersamen Höhenflug und den vierten Auswärtssieg ihres Teams stürmisch feierten. Trainer Edmund Becker schüttelte ungläubig den Kopf: „Es ist für uns ein absoluter Traumstart. Wenn mir einer das vorher gesagt hätte, hätte sich gesagt, der leidet an Größenwahn.“

          Van der Vaart auf Seelers Spuren

          Anders als Stuttgart und Schalke hielt sich der dritte deutsche Champions-League-Teilnehmer aus Bremen schadlos. Vier Tage nach der bitteren Heim-Niederlage gegen Olympiakos Piräus genügte eine mäßige Leistung, um sich auf den dritten Tabellenplatz zu verbessern. „Heute hatten wir das Glück, das uns gegen Piräus fehlte“, befand Nationalspieler Thorsten Frings. Mehr noch als über den Auftritt der Bremer wurde über Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer und MSV-Angreifer Ailton diskutiert. Der Unparteiische zog sich mit seinen allerdings korrekten Platzverweisen gegen Pablo Caceres und Blagoy Georgiew den Unmut der Duisburger Fans zu. Daran konnte auch der umjubelte erste Bundesliga-Treffer des ehemaligen Bremers Ailton seit 538 Tagen zum zwischenzeitlichen 1:1 nichts ändern.

          Für den vierten Auswärtssieg des Spieltages sorgte der Hamburger SV. Die Weigerung der Vereinsführung, zu Saisonbeginn dem Wechsel von Rafael van der Vaart zum FC Valencia nach Spanien zuzustimmen, machte sich erneut bezahlt. Mit seinem Siegtor zum 1:0-Erfolg bei Arminia Bielefeld stellte der Niederländer Uwe Seelers Rekord aus der Saison 1963/64 ein. Das HSV-Idol hatte damals in sieben Punktspielen in Serie getroffen. „Das ist natürlich eine große Ehre, er war ein ganz großer Stürmer“, sagte van der Vaart.

          Ein lange vermisstes Erfolgserlebnis feierte der VfL Wolfsburg. Dank Joker Edin Dzeko glückte der erste Heimsieg seit April. Der von Trainer Felix Magath in der 53. Minute eingewechselte Angreifer aus Bosnien sorgte kurz vor Schluss für das 1:0 über Hansa Rostock. Ein ähnliches Happy End blieb Hertha BSC im Duell mit Cottbus dagegen verwehrt: In der 90. Minute jagte Torjäger Marko Pantelic einen zweifelhaften Foulelfmeter beim Stand von 0:0 an die Latte.

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