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FAZ.NET-Spezial: 7. Spieltag : Siebtes Spiel, siebter Sieg: Mainz nicht zu stoppen

Die Erfolgsserie reißt auch im siebten Spiel nicht: Mainz besiegte Hoffenheim mit 4:2. Allagui, Szalai, Holtby und Schürrle treffen für den FSV, Ba und Sigurdsson sind für die Gäste erfolgreich. Bild: dapd

Mainz stellt den Startrekord ein: Beim 4:2 kann Hoffenheim den FSV nicht stoppen. Schalke verliert. Freiburg überrascht weiter. Hamburg gewinnt. Stuttgart bleibt Letzter. Keinen Sieg gibt es in Leverkusen. Und die Bayern verlieren in Dortmund.

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          Dass Aussagen Franz Beckenbauers bisweilen eine eher kurze Halbwertszeit haben, ist bekannt. Im Überschwang des WM-Titels 1990 und der Wiedervereinigung sagte er: „Auf Jahre hinaus wird unsere Nationalmannschaft unschlagbar sein.“ Ein knappes Jahr nach dem Triumph von Rom setzte es die erste gesamt-deutsche Niederlage - ein 0:1 in Wales. Auch zwanzig Jahre später ist vom Aufschwung Ost wenig zu spüren. Aus dem deutschen WM-Kader 2010 stammte alleine der erst 1990 geborene Toni Kroos aus dem Gebiet der ehemaligen DDR.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Auch in der Bundesliga ist von blühenden Landschaften wenig zu sehen: Von 110 Spielern, die am Samstag in der Starformation standen, wurden nur drei dort geboren, wie das Aktuelle Sportstudio ausrechnete. Die Landkarte der Saison 2010/2011 weist große Leerflächen im Osten der Bundesrepublik auf. Einzig die Berliner Klubs Hertha und Union sowie Cottbus und Aue spielen mit - in der zweiten Liga. Vielmehr schlägt das deutsche Fußballherz derzeit besonders laut im Südwesten. Nicht nur die Trainererfolge aus dieser Region machen Schule. Die Top-Partie des siebten Spieltags? Mainz gegen Hoffenheim! Im Sommer 1990 spielte der FSV noch in der Oberliga Südwest, die TSG gar in der Kreisliga A.

          Zwanzig Jahre später ist alles anders. Mainz spielte sich mit sieben Siegen in sieben Spielen an die Tabellenspitze. Hoffenheim hat diese Phase nach dem Aufstieg 2008 schon erlebt. Im direkten Duell am Bruchweg boten beide Mannschaften abermals Hochgeschwindigkeitsfußball. Weil im Fußball aber keine B-Noten zählen, gingen die drei Punkte wieder an Mainz 05. Allagui, Szalai, Holtby und Schürrle trafen für den FSV, Ba und Sigurdsson verkürzten für 1899 beim Mainzer 4:2-Sieg. Damit stehen die Rheinhessen nun in einer Reihe mit dem FC Bayern (1995) und Kaiserslautern (2001). Nur diese beiden gewannen schon einmal alle sieben Auftaktspiele - Meister wurde allerdings in beiden Fällen Dortmund. Ein gutes Omen für die Borussia?

          Alle stemmen sich, keiner kann die Niederlage verhindern: Barrios und Sahin treffen den FC Bayern mit ihren beiden Toren zum Dortmunder 2:0-Sieg entscheiden. Der Herbst wird stürmisch.

          Schalke verliert wieder - Freiburg bleibt oben

          Ganz weit von der Tabellenspitze entfernt ist Schalke 04. In Nürnberg verloren die Königsblauen mit 1:2, weil lediglich Torjäger Huntelaar traf. Zuvor hatte Frantz die Franken in Führung gebracht, danach machte Wolf den Sieg perfekt. Schalke bleibt im Tabellenkeller stecken - und wartet weiter auf die Wende. Nur knapp besser als die Schalker ist Mönchengladbach plaziert. Wolfsburg legte durch Kahlenberg vor, doch Marx rettete per Kopf immerhin noch einen Zähler für die Borussia, die einst mit einem spektakulären 6:3 in Leverkusen aufhorchen ließ - und nun nach dem 1:1 gegen die Niedersachsen schon zwanzig Gegentore auf dem Konto hat.

          Neben Mainz hat die Bundesliga zwei weitere Überraschungsteams zu bieten. Hannover steht trotz der 0:1-Niederlage gegen St. Pauli am Freitag immer noch auf Platz drei. Ebbers traf für die Hamburger. Der SC Freiburg folgt direkt auf Rang vier. Gegen den 1. FC Köln siegten die Breisgauer mit 3:2, weil Rosenthal, Bastians und Cisse erfolgreich waren. Für die Rheinländer trafen Mohamad und Matuschyk. Im Tabellenmittelfeld versuchen Hamburg und Kaiserslautern den Weg nach oben zu finden. Lakic versenkte zunächst einen Freistoß für den FCK, Kacar und Choupo-Moting drehten das Spiel aber noch für den HSV zu einem 2:1-Erfolg.

          Stuttgart bleibt Letzter - Bayern verlieren wieder

          Der erste Meister einer gesamt-deutschen Bundesliga griff am Sonntag ins aktuelle Geschehen ein. Stuttgart sicherte sich 1992 den Titel - und steht nun auf Platz achtzehn. Verkehrte Welt. Im Heimspiel gegen Frankfurt legten Gekas und Chris für die Eintracht vor, Pogrebnjaks Tor reichte nicht für - Stuttgart verliert mit 1:2, Delpierre sieht nach Foulspiel Rot. Keinen Sieger gab es in Leverkusen im munteren Offensivspiel: Helmes brachte Bayer in Führung, Almeida und Marin drehten den Spieß um. Derdiyok rettete Leverkusen gegen Bremen immerhin noch das 2:2-Remis.

          Davon war der FC Bayern in Dortmund weit entfernt. Louis van Gaal versuchte es mit personellen Wechseln, doch Barrios und Sahin erledigten den Rekordmeister mit ihren Toren beim 2:0-Heimsieg. Während die Borussia als einziger Verein halbweg mit den Mainzern Schritt halten kann, steht der FC Bayern im Erdgeschoss der Bundesliga. Van Gaal, Beckenbauer, Hoeneß und Rummenigge murren schon. Der Herbst in München dürfte stürmisch werden. Denn der 3. Oktober war wahrlich kein Feiertag.

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