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FAZ.NET-Spezial: 4. Spieltag : HSV bremst die Bayern: Hoffnung für die Liga

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Oliver Kahn musste das erste Gegentor hinnehmen Bild: REUTERS

Am vierten Spieltag hat der FC Bayern sein erstes Gegentor kassiert und die ersten Punkte in der neuen Saison abgegeben. Beim 1:1 bewies der HSV, dass die Millionentruppe aus München eben doch schlagbar ist. Meister Stuttgart unterlag im zweiten Sonntagsspiel bei Aufsteiger Karlsruhe.

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          Der Hamburger SV hat den Alleingang des FC Bayern München am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga gestoppt. Am Sonntag sah die Elf von Ottmar Hitzfeld im Nord-Süd-Gipfel beim HSV dank eines Treffers von Miroslav Klose (70.) lange wie der sichere Sieger aus, ehe Mohamed Zidan für den HSV drei Minuten vor Schluss doch noch den Ausgleich zum 1:1-Endstand schaffte (siehe auch: 1:1 in Hamburg: Die Erdung des FC Bayern). Trotz des ersten Gegentreffers bleiben die Münchner Spitzenreiter und haben nun drei Punkte Vorsprung vor dem breiten Verfolgerfeld.

          Meister VfB Stuttgart läuft weiter seiner Form hinterher und kassierte im Baden-Württemberg-Derby beim Karlsruher SC eine bittere 0:1-Schlappe. Das Tor des Tages für den Aufsteiger gelang Tamas Hajnal (54.) (siehe auch: 0:1 in Karlsruhe: Stuttgarter „Schönspielerei“ ohne Erfolg).

          Bielefeld, Bochum und Frankfurt verlieren

          Die Höhenflüge sind vorerst beendet, für Arminia Bielefeld, den VfL Bochum und Eintracht Frankfurt gelten wieder herkömmliche Maßstäbe. Am vierten Spieltag mussten alle drei Klubs erstmals in dieser Saison klein beigeben. Für die Ostwestfalen gab es beim 0:3 in Duisburg mit drei Gegentreffern in sechs Minuten ein böses Erwachen, Bochums 2:3 in Hannover besiegelte ausgerechnet der ehemalige VfL-Angreifer Vahid Hashemian. Und für die Hessen war der Treffer von Michael Thurk fünf Minuten vor Schluss beim 1:2 in Bremen zu wenig, um den ersten Misserfolg verhindern zu können.

          Oliver Kahn musste das erste Gegentor hinnehmen Bilderstrecke

          Ernüchterung herrscht auch bei Schalke 04. Der Meisterschafts-Zweite ist nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen zwar noch ungeschlagen. Sechs Punkte indes sind eine mäßige Bilanz - für Trainer Mirko Slomka „enttäuschend“. Werder Bremen dagegen findet langsam zur Norm zurück: Das 2:1 gegen Frankfurt war kein Sieg des Überschwangs. Doch der dritte Erfolg mit einem Treffer Differenz binnen acht Tagen „gibt der Mannschaft Kraft und Selbstvertrauen. Wir wissen, dass wir gewisse Probleme haben und einiges mit Vernunft angehen müssen“, kommentierte Chefcoach Thomas Schaaf den neuen Pragmatismus. Schaafs Widerpart Friedhelm Funkel fügte sich klaglos in die erste Niederlage: Der Ausgleich „wäre des Guten doch zu viel gewesen“.

          Magaths Mannschaft muss sich noch finden

          Bremens Nord-Rivale VfL Wolfsburg kommt trotz Millionen-Investitionen nicht über die Graue-Maus-Rolle hinweg. Das 1:2 bei Hertha BSC und die Ausbeute von nur vier Zählern beunruhigen Trainer- Manager Felix Magath noch nicht: „Wir wissen, dass es am Anfang solche Phasen geben kann. Die Mannschaft muss sich finden“ - das aber schnell, sonst wird die Saison womöglich wieder eine Zitterpartie. In Berlin plant Manager Dieter Hoeneß nach dem Siegtreffer von Solomon Okoronkwo (88.) schon wieder Großes: 2010 soll die Champions League erreicht werden.

          Bremen hat seine Position in Sichtweite von Bayern München wiedergefunden, „auf Schalke“ ist die Stimmung gedämpft, Slomkas Anspruch ist höher. Den bislang fehlenden Beweis absoluter Klasse können die „Königsblauen“ nach der Länderspiel-Pause bei den Bayern antreten. „Ganz schön happig“ war für Bielefelds Trainer Ernst Middendorp das 0:3 bei Aufsteiger MSV Duisburg. Mannaseh Ishiaku feierte den dritten „Doppelpack“ im fünften Pflichtspiel für den MSV mit einer Show-Einlage: Flickflack und Salto mit halber Schraube zeugten auch optisch von dem „unglaublichen Gefühl“ des Nigerianers.

          Schiedsrichter im Brennpunkt

          Bochums 2:3 bei Hannover 96 war für den VfL die erste Auswärts- Niederlage seit dem 17. März. Und Trainer Marcel Koller erhielt ein klares Signal: „Einige haben gesehen, dass sie immer wieder bei Null anfangen müssen.“ Eine Minute nach seiner Einwechslung machte der frühere Bochumer Hashemian den Erfolg der Niedersachsen perfekt und beendete seine lange Ladehemmung (71.). Giovanni Federico, Neuzugang von Borussia Dortmund, feierte mit dem Siegtreffer zum 1:0 bei Aufsteiger Hansa Rostock Erstliga-Premiere. Rostocks Trainer Frank Pagelsdorf gewann der neuerlichen Niederlage sogar noch Positives ab. „Wenn die Mannschaft so weiter spielt, wird sie dafür belohnt.“

          Bei zwei Partien standen die Schiedsrichter im Brennpunkt. „Das war sehr wohl ein Elfmeter“, kritisierte Leverkusens Coach Michael Skibbe in Gelsenkirchen Wolfgang Stark, der zahlreiche falsche bis umstrittene Entscheidung traf und in der 11. Minute den Gästen einen Strafstoß verweigerte. Theofanis Gekas (53.) machte den Schalker Führungstreffer durch Kevin Kuranyi (45.+1) wett. Auch beim 1:1 zwischen Energie Cottbus und Pokalsieger 1. FC Nürnberg war der Unparteiische ein ausschlaggebender Faktor: Knut Kircher verweigerte drei Minuten vor dem Abpfiff einem korrekten Gäste-Treffer von Nicky Adler die Anerkennung. „Ich hatte mich schon abgedreht und gejubelt“, schilderte „Club“-Trainer Hans Meyer die Situation. (siehe auch: Bundesliga-Kommentar: Jenseits von Hoffenheim )

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