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FAZ.NET-Spezial: 32. Spieltag : Der Dreikampf geht weiter

  • Aktualisiert am

Markus Rosenberg hält Werder mit drei Toren im Titelrennen Bild: AP

Das Titelrennen in der Bundesliga bleibt spannend. Nachdem am Sonntag auch Bremen gewonnen hat, gehen Schalke, Stuttgart und Werder Kopf an Kopf in die letzten beiden Spiele. Bielefeld ist nach einem Erfolg in Leverkusen gerettet, Aachen und Mainz müssen wohl absteigen.

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          Der Kampf um die Meisterschaft wird zu einem Herzschlagfinale. Im spannendsten Titelrennen seit fünf Jahren bleiben die Verfolger Werder Bremen (63 Punkte) und VfB Stuttgart (64) Tabellenführer FC Schalke 04 (65) dicht auf den Fersen. Einen Vorgeschmack auf den anstehenden Showdown bekamen die Fußball-Fans schon in der 64. Minute des 32. Spieltages geboten. Nur wenige Sekunden nach dem Tor des Stuttgarters Roberto Hilbert zum 2:0-Endstand über den FSV Mainz schlugen die Schalker im Fernduell zurück.

          Dank des erlösenden Siegtreffers von Kevin Kuranyi beim 1:0 über den 1. FC Nürnberg dürfen sie weiter von der ersten Meisterparty seit 49 Jahren träumen. „Ich gehe davon aus, dass die Meisterschaft erst am letzten Spieltag entschieden wird“, prophezeite Schalke-Trainer Mirko Slomka.

          Durch Treffer von Markus Rosenberg (19./50./82.) und Diego (60.) setzte sich der Tabellendritte Werder Bremen am Sonntag bei Hertha BSC mit 4:1 durch und liegt im Titelkampf weiterhin in Lauerstellung. Die Berliner, für die Gilberto (61.) traf, mussten ab der 35. Minute auf den des Feldes verwiesenen Josip Simunic verzichten. Im zweiten Sonntagsspiel verbuchte Arminia Bielefeld mit dem 2:1-Erfolg bei Bayer Leverkusen drei wichtige Punkte für den wohl endgültigen Klassenverbleib. Artur Wichniarek (19.) und Jonas Kamper (83.) erzielten die Treffer für die Ostwestfalen, Sergej Barbarez (30.) traf für Bayer.

          Rosenberg hebt nach seinem zweiten Tor ab

          „Kuranyi zeigt allen, dass er ein Riesenstürmer ist“

          Der zweitletzte Akt im Titeldrama steigt im Ruhrpott. Der FC Schalke muss beim zuletzt drei Mal siegreichen Erzrivalen aus Dortmund, der VfB beim aufstrebenden VfL Bochum bestehen. Doch beiden Spitzenteams, die eine Tordifferenz von jeweils 22 Treffern aufweisen, ist vor den schweren Aufgaben nicht bange. Mit ungefährdeten Siegen tankten sie Selbstvertrauen für den Endspurt.

          Wie schon in den vergangenen drei Heimspielen bewahrten die Schalker auch gegen Nürnberg trotz einer torlosen ersten Halbzeit die Nerven. Dabei erwies sich der noch zu Saisonbeginn mit Schmährufen bedachte, aber mittlerweile zum Publikumsliebling aufgestiegene Kevin Kuranyi erneut als Erfolgsgarant. Sein 15. Saisontreffer bewahrte sein Team eine Woche nach dem 1:2 in Bochum vor einem weiteren Rückschlag. Mitstreiter Fabian Ernst erklärte ihn deshalb zum unverzichtbaren Führungsspieler: „Kevin ist heiß auf den Titel wie kein Zweiter. Er musste viel Kritik einstecken - und jetzt zeigt er allen, dass er ein Riesenstürmer ist.“

          Desaströse Saison mit Rekord-Umsatz

          Bei Verfolger Stuttgart ist das Thema Titel nach zuletzt sechs Siegen nicht mehr tabu. Gegen Mainz präsentierte sich der VfB zwar nicht in Galaform, nutzte aber die Schwächen des Gegners eiskalt aus. Nicht von ungefähr fühlen sich viele Fans an das Meisterjahr 1992 erinnert, als der Club am Ende lachender Dritter vor Dortmund und Frankfurt war. „Wir haben sehr konzentriert gespielt und gezeigt, dass wir mit Druck umgehen können“, befand Trainer Armin Veh.

          Immerhin ist den Schwaben die Champions League schon jetzt gewiss - dank der Schwächeperiode des FC Bayern München, der sich beim 1:1 gegen Absteiger Mönchengladbach erneut in einem bedenklichen Zustand präsentierte. Nur gut, dass die aus sportlicher Sicht desaströse Saison einen Rekord-Umsatz bescherte. Denn bei der angekündigten Grundsanierung kann der abgeschlagene Tabellenvierte eine prall gefüllte Vereinskasse gut gebrauchen. Manager Uli Hoeneß hielt sich diesmal mit Kritik zurück: „Wenn die Spieler die ganze Woche lesen, dass sie fehl am Platze sind, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn nicht bis zum letzten Blutstropfen gekämpft wird.“

          Mainz und Aachen vor Abstieg

          Mainz (31 Punkte) und Aachen (33) könnten dem Altmeister aus Mönchengladbach in die zweite Bundesliga folgen. Immerhin fünf Zähler trennen den FSV vom rettenden Ufer. Nur mit zwei Siegen wäre das drohende Unheil noch abzuwenden. Präsident Harald Strutz hat die Hoffnung auf ein Fußball-Wunder jedoch schon aufgegeben: „Wir haben zwar noch eine theoretische Chance, aber ich gehe davon aus, dass wir absteigen.“ Und auch in Aachen schwindet der Glaube an den Klassenverbleib. Beim 0:4 im Abstiegs-Endspiel in Frankfurt (37) kassierte der Aufsteiger die sechste Niederlage mit insgesamt 19 Gegentreffern in Serie. „Wir stehen mit einem Bein in der zweiten Liga“, bekannte Mittelfeldspieler Sascha Rösler.

          Mit einem Erfolg über den VfL Wolfsburg (36) am kommenden Spieltag könnten die Aachener mit den Norddeutschen nach Punkten gleichziehen. Die Mannschaft von Klaus Augenthaler verpasste beim 0:2 gegen Borussia Dortmund die Chance, sich aus dem Kreis der Abstiegskandidaten zu verabschieden. Dagegen feierte der BVB das glückliche Ende einer Zittersaison.

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