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FAZ.NET-Spezial: 24. Spieltag : Spitze rückt zusammen - Mainz gestoppt

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Die Serie ist gerissen, Mainz zurück im Abstiegskampf Bild: ddp

Die Bundesliga wird wieder spannend. Ein „Geschenk des Himmels“ seien die Schalke-Niederlagen, sagte Bayern-Trainer Hitzfeld, der sich wieder Hoffnungen auf den Titel machen darf. Am Sonntag riss die Mainzer Serie in Aachen, Cottbus gewann beim BVB.

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          Der Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft verspricht Spannung pur und wird zur Nervensache. Werder Bremen und Titelverteidiger FC Bayern München nutzten die Gunst der Stunde und meldeten sich auch dank der Niederlagen des schwächelnden FC Schalke 04 und des VfB Stuttgart am 24. Bundesliga-Spieltag eindrucksvoll im Titelrennen zurück. Das Spitzen-Quartett ist wieder dicht zusammen gerückt.

          Tabellenführer Schalke (49 Punkte) hat nach dem 0:2 gegen den Hamburger SV nur noch drei Zähler Vorsprung vor Bremen (46) und spürt zudem den Atem der Stuttgarter (45) und Bayern (43) im Nacken. Nach dem 3:2 bei Hertha BSC meldet der scheinbar schon abgeschlagene Rekordmeister aus München plötzlich auch wieder Ansprüche an.

          Dortmund im Abstiegskampf

          Der Höhenflug des FSV Mainz 05 ging am Sonntag zu Ende. Nach dem 1:2 bei Alemannia Aachen finden sich die Mainzer, die sich 2007 mit fünf Siegen und einem Remis vom letzten Tabellenplatz bis in das Mittelfeld vorgearbeitet hatten, mitten im härtesten Abstiegskampf wieder. Aachen zog mit 27 Zählern am punktgleichen FSV vorbei. Für Aachen vergab Laurentiu Reghecampf mit einem Foulelfmeter das 3:1, den möglichen Mainzer Ausgleich verhinderte Stephan Straub, als er sechs Minuten vor dem Ende einen Strafstoß von Mohamed Zidan abwehrte.

          Trainer Frontzeck dankt Aachens Torwart Straub

          In höchste Not gerät Borussia Dortmund. Der Effekt des Trainerwechsels zu Jürgen Röber ist mit dem 2:3 gegen Energie Cottbus vollständig verpufft. Dortmund (28) ist vor Cottbus (ebenfalls 28) Zehnter.

          „FC Schlotter 04“

          Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld betrachte die Schalker Heim-Pleiten als „Geschenk des Himmels“ und die „Bild am Sonntag“ titelte schon: „FC Schlotter 04“. Nur ein Punkt aus drei Spielen, Schlappen gegen Bayer Leverkusen (0:1) und nun den HSV - doch die Verantwortlichen leugnen beharrlich, dass die Elf bei der Jagd nach dem ersten Meistertitel seit 49 Jahren das große Nervenflattern bekommt. „Wir haben einen deutlichen Hänger. Aber wir sind noch vorn und haben alles selbst in der Hand. Ich habe keine Nervosität gesehen“, sagte Trainer Mirko Slomka, dessen Elf gegen die von Ex-Coach Huub Stevens defensiv gut eingestellten Hanseaten alles versuchte, am Ende aber ausgekontert wurde. Manager Andreas Müller betonte, die Durststrecke müsse möglichst schon in Hannover enden: „Wir werden die kritische Situation überstehen. Aber es wäre schön, wenn uns das bald gelänge.“

          „Jetzt ist alles wieder offen“, meinte Stürmer Aaron Hunt, der Werder mit seinem „Dreierpack“ beim 3:0 gegen den VfL Bochum im Alleingang aus der Krise schoss und vor dem Spitzenspiel am kommenden Sonntag in München forsch ankündigte: „Wir fahren natürlich dahin, um zu gewinnen.“ Auch Sportdirektor Klaus Allofs blickt nach dem Ende der Krise wieder optimistisch nach vorn. Dass Schalke schon wieder in „Sichtweite“ sei, überrascht ihn: „Damit haben wir nicht gerechnet.“

          „Das wird ein spannender Titelkampf“

          Vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch gegen Real Madrid hat sich auch die Stimmung beim Rekordmeister merklich gebessert. „Das ist ein guter Tag für die Bayern“, bilanzierte Torjäger Roy Makaay, der beim 3:2 in Berlin seinen 12. Saisontreffer erzielte und neben den Torschützen Hasan Salihamidzic und Lukas Podolski zu den besten Akteuren zählte. „Gegen Real müssen wir uns natürlich noch mal steigern“, sagte Hitzfeld, der auch wieder nach der Meisterschale schielt. „Schalkes Niederlagen sind ein Geschenk des Himmels. Wir haben in zwei Spielen sechs Punkte gut gemacht. Und Stuttgart werden wir sowieso irgendwann einholen.“

          Die Schwaben nahmen das 1:3 bei der stark auftrumpfenden Elf von Bayer Leverkusen relativ gelassen hin. „Wir sind froh, dass wir überhaupt oben dabei sind. Ich finde es klasse, dass Bayern und Bremen gewonnen haben. Das wird ein spannender Titelkampf“, glaubt VfB-Teammanager Horst Heldt. Torwart Timo Hildebrand ärgerte sich dagegen über die verpasste Chance, ganz nah an Schalke heran zu rücken. „Wenn man Meister werden will, muss man solche Spielen gewinnen.“ Mit zwei Siegen gegen die Top-Clubs Schalke und Stuttgart und dem Sprung auf Platz sechs tankte Leverkusen vor dem Achtelfinal-Hinspiel beim RC Lens hingegen kräftig Selbstbewusstsein. „Wir können jetzt einen richtigen Lauf bekommen“, meinte Carsten Ramelow.

          Halbe Liga im Abstiegskampf

          In den Abstiegskampf ist nach wie vor die halbe Liga verwickelt. Neben dem HSV, der unter Stevens den vierten Sieg in Serie landete, gaben nach langer Erfolglosigkeit auch Eintracht Frankfurt (2:0 über Hannover 96) und Arminia Bielefeld (3:2 gegen den 1. FC Nürnberg) von sich. „Es war ein Sieg des Willens“, sagte Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick nach dem ersten Dreier unter Coach Frank Geideck.

          Während es für den auf Platz 17 zurückgefallenen VfL Bochum auch im 30. Bundesliga-Spiel in Bremen wieder nichts zu holen gab, musste „Schlusslicht“ Borussia Mönchengladbach beim 0:1 in Wolfsburg eine weitere unglückliche Niederlage einstecken. „Der Abstieg wäre für uns ein Katastrophe. Aber wenn wir uns jetzt aufgeben, sind wir fehl am Platze“, betonte Nationalspieler Marcell Jansen.

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