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FAZ.NET-Spezial: 21. Spieltag : Bayer und Schalke patzen - und die Bayern brillieren

Ganz in rot: Arjen Robben traf in Wolfsburg für die Bayern, wie auch Daniel van Buyten. Den dritten Treffer steuerte Andrea Barzagli per Eigentor bei. Grafite verkürzte noch auf 1:3. Bild: ddp

Der Kampf um Platz eins spitzt sich zu. Bayer spielte nur remis, die Bayern schlossen nach Punkten auf. Verfolger Schalke musste abreißen lassen. Sechs Tore gab es in Köln. Hannover verlor wieder. Am Sonntag siegte Mainz. Und Frankfurt überraschte Dortmund.

          Schon Horst Hrubesch gab sich 1983 bei seinem Abschied vom Hamburger SV am Stadionmikrofon einsilbig: „Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank!“ Daher ist es sicher in seinem Sinne, Signing fee zum „Fußballwort der Woche“ zu wählen - auch wenn der heutige U-20-Nationaltrainer Hrubesch eine Signatur des Arbeitsvertrags wohl nie von solch einem Extrahonorar abhängig machen würde. Die Führung der A-Mannschaft um Joachim Löw und Oliver Bierhoff soll aber genau das getan haben. Der Deutsche Fußball-Bund um Präsident Theo Zwanziger winkte ab. Die Sache liegt, passend zur Jahreszeit, auf Eis und sorgt für viel heiße Luft in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Ob der Bundestrainer und sein Team den zusätzlichen Betrag verdient hätten oder nicht, sei einmal dahingestellt. Schließlich rollte der Ball an diesem Wochenende schon wieder in der Bundesliga, da blieb keine Zeit für Gedanken an den Rubel. Bei näherer Betrachtung der Ergebnisse und Ereignisse hätten einige Beteiligte vielmehr eine monetäre Anerkennung für besondere Leistungen am 21. Spieltag erhalten müssen. Andere hingegen sollten für ihre schlechten Darbietungen keinesfalls auch noch finanziell belohnt werden.

          Da ist etwa Bayer Leverkusen. Auch nach dieser Runde steht die Mannschaft von Altmeister Jupp Heynckes auf dem Platz eins - und hätte sich ein Leading fee redlich erarbeitet. Zumal die Rheinländer dort seit dem achten Spieltag sind. Am Samstag durften sie zeitgleich mit dem Verfolger aus München spielen, nachdem sie in der Rückrunde bisher immer nachlegen mussten - und ließen schon Punkte. In Bochum verteidigte Bayer zwar den ersten Rang, spielte aber nur 1:1. Der zu diesem Zeitpunkt angeschlagene Eren Derdiyok schob in der 45. Minute ein zur Bayer-Führung. Doch der VfL glich durch Zlatko Dedic noch aus (68.). Nun sind Bayer und Bayern punktgleich, nur zwei Tore trennen sie.

          Gut im Griff: Bochum spielte gegen Leverkusen 1:1. Eren Derdiyok brachte Bayer in Führung, doch Zlatko Dedic glich für den VfL aus - Leverkusen bleibt dennoch Tabellenführer.

          Bayern beherrscht Wolfsburg - Schalke „torlos“ in Freiburg

          Die Spieler des FC Bayern dürften ein Serial fee einfordern. Durch den 3:1-Erfolg in Wolfsburg gewannen sie die letzten acht Partien allesamt - eine stolze Serie. Arjen Robben, in regelkonformer roter Unterziehhose, münzte die sportliche Überlegenheit früh in Zählbares um, mit seinem Treffer zum 1:0 (2.). Abwehr-Torjäger Daniel van Buyten hätte sich besser ein Scoring fee garantieren lassen. Mit dem Kopfball zum 2:0 schraubte er sein Torkonto auf sechs. Da wollte der eingewechselte Franck Ribéry nicht nachstehen - doch Wolfsburgs Andrea Barzagli spitzelte den Ball vor dem Franzosen selbst ins Netz (57.). Da hinderte Ribéry aber nicht am Luca-Toni-Gedächtnis-Ohrschrauber-Jubel. VfL-Torjäger a.D. Grafite hätte sich gerne früher gefreut. Seinen Elfmeter, von Ribéry verursacht, aber hielt Bayern-Torwart Hans-Jörg Butt sogar fest (66.). Spät köpfte der Brasilianer doch noch ins Tor - aus einem Meter Entfernung zum Endstand (90.).

          Ein Compensation fee hätte die Enttäuschung des dritten Spitzenklubs der Bundesliga wohl nur ein wenig getröstet. Denn Schalke 04 kam nicht über ein 0:0 in Freiburg hinaus. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer-Sportdirektor Felix Magath eigentlich einen Treffer erzielt. Doch den Kopfball von Abwehrchef Marcelo Bordon an die Unterkante der Latte sah das Schiedsrichtergespann um Jochen Dress auf der Linie aufspringen. Die Fernsehbilder aber belegten: Die Kugel war hinter der Linie, knapp, aber deutlich. Damit ist der Abstand zu den Bayern ein wenig angewachsen.

          Sechs Treffer in Köln - Stuttgart unter Gross ungeschlagen

          Von den Zuschauern in Köln hätten beide Mannschaften ein Entertainment fee verlangen können. Beim 3:3 gegen den Hamburger SV war einiges geboten. Marcell Jansen staubte für den HSV ganz früh zur Führung ab (2.). Doch Youssef Mohamad glich für den zuletzt auswärts doppelt erfolgreichen FC per Kopf aus (31.). Zum Hamburger Mann des Nachmittags avancierte zunächst Stürmer Mladen Petric. Mit einem Lupfer brachte der Kroate die Hanseaten wieder in Führung (36.), in der zweiten Halbzeit baute er den Vorsprung per Elfmeter - Geromel hatte im Strafraum die Hand benutzt - aus (50.). Der gefühlvolle Freistoßtreffer von Milivoje Novakovic für die Kölner (75.) leitete die Aufholjagd ein, die Adil Chihi mit einem abgefälschten Fernschuss zum 3:3 abschloss (88.). Danach brachte HSV-Trainer Bruno Labbadia Ruud van Nistelrooy - doch der Niederländer konnte sich nicht mehr in Szene setzen.

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