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FAZ.NET-Spezial: 19. Spieltag : Leverkusen findet die passende Antwort

Führungstreffer: Ivica Olic (r.) hat beim 2:1 für die Bayern gegen Werder wenig Mühe - am Ende siegen die Münchner mit 3:2 in Bremen Bild: dpa

Der deutsche Meister ist nicht wiederzuerkennen: Wolfsburg verliert das Heimspiel gegen Köln 2:3. Leverkusen schlägt Hoffenheim deutlich und nimmt dem FC Bayern die Tabellenführung wieder ab. Borussia Dortmund schlägt und überholt den HSV. FAZ.NET-Spezial zum 19. Spieltag.

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          Das Fußball-Wort der Woche? Leistungstest. Dem einen ein Graus (van Gaal), wäre der andere (Frings) gerne dabei, wenn Bundestrainer Löw die Nationalspieler ab Montag dauerlaufen und die interessierten Sponsoren den Grundstock für mediale Dauerpräsenz im Sommer drehen lassen. Eine günstige Fügung des Bundesliga-Spielplans am 19. Spieltag also, die Münchner am Wochenende zuvor zu einem der klassischen Interessengegensätze der Bundesliga ins Weserstadion zu führen.

          Werder-Trainer Schaaf musste dabei abermals auf Claudio Pizarro verzichten; bei den Bayern orientierte sich Kollege van Gaal am Werbe-Motto, das die Bremer bis vor kurzem über die Spielwiesen der Liga spazieren führte und setzte Franck Ribery zunächst auf die Bank. Das Spiel begann dennoch sehr leistungsorientiert: nach zwei Minuten traf Arjen Robben nur den Bremer Pfosten, nach zehn brachte Aaron Hunt die Bremer in Führung, eine Viertelstunde später traf Müller für Bayern zum Ausgleich. Spätestens zu diesem Zeitpunkt übernahmen die Münchner das Kommando im Spiel.

          Noch vor der Pause brachte Olic die Gäste in Führung, danach spielte Rensing statt Butt, den eine Magen-Darm-Grippe in der Kabine hielt, im Bayern-Tor. 22 Minuten vor dem Ende wurde auch Ribery eingewechselt. Kurz darauf gelang Almeida der Bremer Ausgleich, aber Robben sicherte mit seinem Freistoß den verdienten Sieg der Bayern. Für die Bremer bleibt nach dem 2:3 und der vierten Niederlage in Folge die Erkenntnis: Guter Bundesliga-Fußball geht heute so, wie die Bayern ihn spielen.

          Der Blick geht nach unten: Nach der Niederlage in Dortmund müssen Bruno Labbadia und der HSV den BVB in der Tabelle vorbeiziehen lassen

          Trotzdem müssen die Münchner weiter auf einen nachhaltigen Sprung an die Tabellenspitze warten - weil die in dieser Saison bislang beeindruckenden Leverkusener am Sonntagabend die passende Antwort auf das bayerische Offensivspektakel fanden. Abgeklärt, ruhig und sehr sicher trat die Mannschaft von Jupp Heynckes beim 3:0 in Hoffenheim auf. Hyypiä mit seinem ersten Bundesligatreffer, Kroos und Barnetta sorgten mit ihren Toren dafür, dass der Vorsprung auf die Münchner Konkurrenz sogar noch angewachsen ist.

          19 Spiele, 38 Gegentore: Wolfsburgs Abwehr bleibt labil

          Noch tiefer in der Krise als der SV Werder stecken zur Zeit die Meister der Vorsaison. Wolfsburg bot beim 2:3 im Heimspiel gegen Köln am Sonntag vor allem in der Defensive die in dieser Spielzeit zur Gewohnheit gewordenen Schwächen. Die Kölner, ohnehin nicht als sonderlich angriffsstark gefürchtet und zudem ohne die verletzten Stürmer Podolski und Novakovic angetreten, spielten munter auf und die Wolfsburger Hintermannschaft durcheinander.

          Zweimal konnten die Wolfsburger Kölner Führungstreffer ausgleich, doch der dritte Kölner Treffer von Adel Chihi blieb ohne Antwort der Niedersachsen. Armin Veh muss sich nach den Gegentreffer 36, 37 und 38 ernsthaft sorgen, ob er auch am 20. Bundesliga-Spieltag auf der Wolfsburger Bank sitzen wird.

          Hertha und Nürnberg nur unentschieden

          Guten Fußball in Mainz bot vor allem der junge Stürmer Schürrle: Er brauchte vier Minuten, um die Abwehr von Hannover 96 auszuspielen. Mainz bleibt damit die positive Überraschung der Saison und Hannover auch mit dem neuen Trainer Mirko Slomka gefährlich nah am unteren Ende der Tabelle.

          Freuen können sich die Niedersachsen derzeit allenfalls über die Leistungen der Konkurrenz, die in der Tabelle noch hinter ihnen steht: Weder Nürnberg (17.) noch Hertha BSC (18.) glückten Siege. Die Franken gingen beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt zwar in Führung, doch Benjamin Köhler gelang für die Frankfurter noch vor der Pause der Ausgleich.

          Die selbsternannten Aufholjäger von der Hertha dagegen durften froh sein, die Hatz nach Punkten gegen Borussia Möcnhengladbach zumindest mit einem Teilerfolg beendet zu haben. Denn kurz vor der Halbzeitpause landete Kapitän Arne Friedrich seinen resoluten Tiefflug in die Waden des Gladbachers Colautti. Den fälligen Elfmeter allerdings schoss Arango, wie es bei zwölf Grad Frost zu erwarten war - unterkühlt. So blieb es bis zum Ende beim 0:0 und Drobny durfte sich nach Spielende vom Aufholbären herzen lassen.

          Bochum gleicht gegen Schalke aus

          Am anderen Ende der Tabelle, auf Platz eins, könnte statt der Bayern Schalke 04 stehen - doch trotz des zehnten Saisontors von Kevin Kuranyi und einer 2:0-Führung bis zur 81. Minute reichte es für die Mannschaft von Felix Magath beim Reviernachbarn in Bochum nicht zum Sieg. Hashemian und Sestak in der Nachspielzeit glichen das Spiel aus. Bochum bleibt damit in Abstiegsnot - die Stuttgarter hingegen dürfen seit dem dritten Sieg in Serie am Freitag abend (1:0 gegen Freiburg) nun mit Markus Babbels Nachfolger Christian Gross von einer Rückrunde wie im Vorjahr unter Babbel träumen. Ciprian Marica traf in einem ansonsten wenig ansprechenden Spiel.

          Dortmund überzeugt weiter

          Deutlich höhere Qualität bot das zweiten Spitzenspiel des Samstags in Dortmund. Nach dem verdienten, aber knappen 1:0 gegen den Hamburger SV geht der Aufschwung der Borussia weiter. Gerade in der ersten Hälfte spielte das junge Team von Jürgen Klopp groß auf, belohnten sich jedoch angesichts ihrer Überlegenheit mit dem Treffer von Valdez fast ein wenig zu karg.

          In der zweiten Hälfte wurden die Hamburger stärker - und zeigten deutlich, dass ihnen ein treffsicherer Stürmer von Rang und Namen derzeit fehlt. Wohl auch deshalb sind die Hamburger bereit, Ruud van Nistelrooy rund zwei Millionen Euro für ein kurzfristiges Engagement zu zahlen. Trifft er so regelmäßig, dass die Hamburger die Champions League erreichen, lohnt sich die Investititon. Für den Augenblick aber sind die Dortmunder den großen europäischen Geldtöpfen näher.

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