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FAZ.NET-Spezial: 18. Spieltag : Bayern und Mainz patzen - Hannover Zweiter

Schmerz lass nach: Die Bayern lassen beim 1:1 in Wolfsburg Punkte. Müller trifft für München, Riether für den VfL. Und Ribery muss früh mit einer Knieverletzung den Platz verlassen. Bild: dpa

Alle spielen für Dortmund: Mainz verliert, Bayern muss spät den Ausgleich hinnehmen. Nur Hanover siegt. Bremen gewinnt, Schalke verliert. Gladbach und Stuttgart schöpfen neue Hoffnung. Und von vier Elfmetern wird kein einziger verwandelt.

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          Nicht alles, aber vieles neu macht in der Fußball-Bundesliga - der Januar. Die einen Klubs versuchen in der winterlichen Transferperiode personellen Ballast loszuwerden, die anderen möchten ihrem Kader durch Zukäufe neue Impulse geben. Und einige versuchen gleich beides. Noch bis Mitternacht am 31. dieses Monats weht durch das Transferfenster frischer Wind in die höchste deutsche Fußballklasse. Nur ein Verein scheint auch im Jahr 2011 so gar keine Lust auf eine Luftveränderung zu haben: Dortmund fühlt sich am Gipfelkreuz pudelwohl.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Zum Rückrundenauftakt am Freitag erlag Verfolger Leverkusen bei der 1:3-Niederlage gegen den Herbstmeister dem Minutentod. Der Doppelpack von Großkreutz sowie die Zugabe durch Götze nach der Pause waren nicht nur Stiche ins Fußballherz Bayers, sondern auch in das der Hoffnungsträger der Bundesliga. Leverkusen, für das Kießlings Anschlusstor nur noch eine Fußnote war, ist von der Borussia inzwischen auf dreizehn Punkte distanziert. Am Samstag kam es noch besser: Mainz verlor in Stuttgart, die Bayern spielten remis in Wolfsburg. Nur Hannover siegte am Sonntag - und ist Zweiter.

          Im munteren Elfmeterverschießen in Wolfsburg ließ der FC Bayern durch ein 1:1 den Rückstand zu Dortmund auf sechzehn Zählern anwachsen - und musste einen weiteren schmerzlichen Verlust hinnehmen. Der vor kurzem wiedergenesene Ribery verletzte sich nach einem Foul. Für ihn gab Robben sein Saisondebüt, Neuzugang Gustavo kam später ebenfalls. Am Sonntag folgte die Entwarnung: Ribery zog sich eine „Zerrung des Kapselbandapparates“ im linken Knie zu und muss nur fünf Tage pausieren.

          Feiertag in Leverkusen: Auch 2011 dominiert Dortmund die Bundesliga. Bei Bayer siegt der BVB mit 3:1, weil Großkreutz doppelt und Götze einfach trifft. Kießling gelingt nur noch das Anschlusstor.

          Null aus vier: Lahm, Grafite, Cissé, Pinola verschießen

          „Billardspieler“ Müller, der von VfL-Torwart Benaglio so angeschossen wurde, dass der Ball aus zwanzig Metern ins leere Tor segelte, brachte die Münchner in Führung, Riether glich spät nach einem Schweinsteiger-Fehler aus. Zuvor hatten sowohl der Münchner Lahm (Pfosten) als auch der Wolfsburger Grafite (der neue Bayern-Schlussmann Kraft parierte stark) aus elf Metern nicht getroffen. Irgendwie scheint auf den Kreidepunkten ein Fluch zu liegen. Schon im Dezember wurden in Wolfsburg zwei Strafstöße in einem Spiel, von Dzeko und Frings, vergeben.

          Am Samstag nahmen sich die Sportfreunde Cissé und Pinola ein schlechtes Beispiel, auch sie verschossen einen Elfmeter - null aus vier, das ist kein gutes Zeugnis an diesem 18. Spieltag. Der Freiburger Cissé machte seinen Lapsus immerhin wieder gut. Der Torjäger traf beim 2:2 bei St. Pauli doppelt. Ebbers und Asamoah waren für die Hamburger erfolgreich. Dem Nürnberger Pinola indes blieb keine Zeit mehr, um seinen späten Fehlschuss auszumerzen. Gladbach mit den drei Neuen Hanke, Stranzl und Nordtveit siegte durch Neustädter frühes Tor mit 1:0.

          Wertvolle Handarbeit „auf“ Schalke - Ba fällt in Stoke durch

          Das gleiche Ergebnis - ganz ohne Elfmeter-Fehlschuss - gab es in Stuttgart. Harnik traf zum 1:0-Sieg gegen Mainz und bescherte Trainer Labbadia nach den Bayern-Debakeln den ersten Sieg mit dem VfB. Wertvolle Handarbeit lieferte der Hamburger van Nistelrooy „auf“ Schalke. Der Niederländer, der zu seinem früheren Klub Real Madrid zurückkehren will, aber vom HSV keine Freigabe erhalten wird, ließ den Ball vom Arm - wohl unabsichtlich - zum 1:0-Sieg ins Tor prallen. Das Spiel verlor Schalke unfreiwillig, einen Spieler indes aus freien Stücken: Jones wird zu Blackburn wechseln.

          Einen späten Gewinner gab es in Bremen. Pizarro hatte Werder in Führung gebracht, ehe Vukcevic ausglich. In der Nachspielzeit hämmerte Frings einen Freistoß ins Netz und sicherte den 2:1-Erfolg gegen Hoffenheim, bei denen der neue Trainer Pezzaiuoli und Bayern-Leihgabe Alaba ihren Einstand gaben. Eine kuriose Neuentwicklung gab es derweil im Fall des streikenden Stürmers Ba. Bei Stoke City fiel er im Medizincheck durch. Nun stellt sich die Frage: Welcher Verein möchte einen Spieler, der nicht nur seinen Vertrag bricht, sondern auch körperlich angeschlagen ist?

          Wo landet der Hubschrauber? Wer tritt in den Streik?

          Am Sonntag setzte Hannover beim 3:0-Sieg in Frankfurt seinen Höhenflug fort. Abdellaoue, Schulz und Ya Konan stellten den Erfolg mit ihren Toren sicher - und 96 ist als Zweiter nun erster Dortmund-Verfolger, wenn man bei zwölf Punkten Abstand davon sprechen mag. Das Duell zwischen Kaiserslautern und den geschwächten Kölnern - rund um das Geißbockheim hat sich die Schweinegrippe breit gemacht - beendete den 18. Spieltag mit einem 1:1. Podolski brachte den FC nach einem kuriosen Rodnei-Fehler in Führung. Obwohl FCK-Torjäger dann Rot sah, glich Moravek für die „Roten Teufel“ in Unterzahl noch aus.

          Auch in den nächsten Tagen bleibt die Bundesliga spannend - abseits des Rasens. Die Fans dürfen sich fragen, wo der Privatjet von Manchester City mit Geldsack an Bord demnächst landet. Oder welchen Leistungsträger Dietmar Hopp noch Geld macht. Oder welcher Spieler plötzlich streikt, weil Stoke eine ziemlich schöne Stadt ist. Viele Variablen, eine Konstante - so präsentiert sich die Liga nach der Ouvertüre: Nur der Kampf um den Spitzenplatz verspricht fürs erste keine überraschende Wende mehr. Den Platz an der Sonne dürften die Dortmunder frühestens im August wieder räumen.

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