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FAZ.NET-Spezial: 13. Spieltag : Bremer Befreiung - Münchner Missgeschick

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Fußball kann so schön sein - wenn man wie Bremens Almeida und Diego (r.) gewinnt Bild: REUTERS

Im einzigen Sonntagsspiel der Bundesliga schlug Bremen den 1. FC Köln 3:1. Zuvor hatten sich Leverkusen und Hoffenheim oben abgesetzt. Bayern München indes vertändelte zwei Punkte in Mönchengladbach. Der 13. Bundesliga-Spieltag bei FAZ.NET.

          Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim marschieren im Gleichschritt vorne weg, Titelfavorit Bayern München dagegen hat sich durch einen verschenkten Sieg in Mönchengladbach womöglich um die angestrebte „Herbstmeisterschaft“ gebracht. „Das war schon ärgerlich und fahrlässig. Einen 2:0-Vorsprung dürfen wir nicht aus der Hand geben“, sagte Bayern-Coach Jürgen Klinsmann nach dem 2:2 am Niederrhein.

          Auf das siegreiche Top-Duo verlor der Rekordmeister (25 Punkte) zwei Zähler. Spitzenreiter Leverkusen (28) distanzierte durch das 2:1 den FC Schalke 04. Neuling Hoffenheim (28) setzte beim 3:2 über den VfL Wolfsburg ein weiteres Glanzlicht am 13. Spieltag (siehe auch: Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle).

          Bayrischer „Betriebs- Unfall“ und „Arroganz-Anfall“

          Im Sonntagsspiel kam Werder Bremen zu einem ungefährdeten 3:1 (2:0)-Erfolg gegen den 1. FC Köln und blieb nach durchwachsenem Saisonstart nun schon im dritten Spiel in Serie unbesiegt. Durch die Treffer von Diego (15./Foulelfmeter), Naldo (45.+1) und Hugo Almeida (55.) verbesserten sich die Hanseaten auf Platz sieben. Die Kölner, für die Milivoje Novakovic traf (48.), fielen auf Rang zehn zurück (siehe auch: 3:1 gegen Köln - Bremen macht einen Schritt aus der Krise).

          Fußball kann so schön sein - wenn man wie Bremens Almeida und Diego (r.) gewinnt Bilderstrecke

          Nach Treffern von Luca Toni (21.) und Franck Ribery (65., Foulelfmeter) sahen die Bayern im Klassiker bei den Borussen bereits wie der sichere Sieger aus. Doch binnen 137 Sekunden kassierte der Rekordmeister aus München Gegentore von Rob Friend (79.) und Michael Bradley (81.). Was Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als „Betriebs- Unfall“ und die „Bild am Sonntag“ als „Arroganz-Anfall“ bezeichnete, war für Klinsmann frustrierend.

          „Klasse für die Moral und gut für das Selbstvertrauen“

          „Es war wie beim 3:3 gegen Bochum. Mit den vier Punkten wären wir Tabellenführer“, monierte der Coach. Borussia und Trainer Hans Meyer feierten den Punkt wie einen Sieg. „Das ist klasse für die Moral und gut für das Selbstvertrauen“, sagte der 66-Jährige. Und für Klinsmann hatte der Gladbacher Coach Trost parat: „Er wird es verkraften. Uns hilft der eine Punkt in unserer Lage mehr als er den Bayern im Kampf um die Meisterschaft schadet.“ (siehe auch: 2:2 in Gladbach - Bayern München verschenkt den Sieg)

          Wichtige Zähler im Tabellen-Keller sammelten auch „Schlusslicht“ Energie Cottbus mit dem 1:0 gegen den Karlsruher SC (siehe auch: 1:0 gegen Karlsruhe: Cottbus ist noch nicht tot), der VfL Bochum mit dem 1:1 bei Hannover 96 (siehe auch: 1:1 bei Hannover gegen Bochum: Torhüter sorgen für das Unentschieden) und Arminia Bielefeld mit dem 0:0 beim in die Krise geschlitterten VfB Stuttgart (siehe auch: 0:0 gegen Bielefeld: Stuttgart von der Rolle). Trainer Armin Veh wirkte nach der schwachen Vorstellung der Schwaben regelrecht ratlos. „Ich kann es mir nicht erklären, für mich ist das nicht nachvollziehbar.“

          „So, wie wir gespielt haben, sind wir kein Spitzenklub“

          Schwere Rückschläge im Kampf um die internationalen Plätze mussten er Hamburger SV (1:2 bei Hertha BSC) und Schalke hinnehmen. Sechs Tage nach dem 1:2 gegen die Bayern bestanden die Knappen auch den Härtetest in Leverkusen nicht (siehe auch: 2:1 gegen Schalke - Leverkusen verteidigt die Tabellenführung).

          Manager Andreas Müller sprach im DSF-„Doppelpass“ am Sonntag von einer „ärgerlichen Niederlage“ und einer „sehr schwierigen Situation“. „Ich denke, dass unser Trainer den Schutzschild, den er bisher immer über die Spieler gehalten hat, jetzt wegnimmt.“ Coach Fred Rutten war ebenso enttäuscht von seiner Elf: „So, wie wir gespielt haben, sind wir kein Spitzenklub.“

          Freude bei den Herren Klopp, Labbadia und Favre

          Allen Grund zur Freude hatten dagegen Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, Bayer-Coach Bruno Labbadia und Hertha-Trainer Lucien Fabre. Nach verkorkster erster Hälfte drehten die Berliner die Partie gegen den HSV noch und sind nach dem 2:1 auf Uefa-Cup-Kurs, den auch der BVB mit dem 4:0 gegen Eintracht Frankfurt eingeschlagen hat (siehe auch: 0:4 in Dortmund - Frankfurt lässt sich vorführen).

          In Begeisterung brach Favre trotz Platz vier aber nicht aus. „Momentan geht es ganz gut“, sagte der Schweizer nach dem vierten Heimsieg in Serie (siehe auch: 2:1 gegen Hamburg: Hertha bleibt oben dran).

          „Taktisch super geschult, charakterlich einwandfrei“

          Nach dem kleinen Zwischen-Tief vor einer Woche präsentierte sich das Spitzenduo wieder in gewohnter Form. „Wir haben gegen einen großen Verein und eine große Mannschaft gewonnen. Die Jungs haben vieles richtig gemacht“, lobte Labbadia. Die Leverkusener genießen Platz eins, heben aber ebenso wenig ab wie Verfolger Hoffenheim nach dem hart erkämpften 3:2-Sieg gegen Uefa-Cup-Teilnehmer VfL Wolfsburg (siehe auch: 3:2 gegen Wolfsburg - Hoffenheims Lauf will nicht enden).

          1899-Coach Ralf Rangnick freute sich nicht nur über drei Punkte, sondern auch über die Berufung von Tobias Weis und Marvin Compper in die Nationalelf. „Taktisch super geschult, charakterlich einwandfrei, ein bisschen was in der Birne, schnell, quirlig - das sind schon relativ viele Voraussetzungen für einen richtig guten Bundesliga- Spieler“, sagte Rangnick über Weis. Für das England-Länderspiel am Mittwoch (20.45 Uhr / Live im ZDF und im FAZ.NET-Liveticker) drückt er beiden Newcomern die Daumen.

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